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Histoire / Geschichte

Zwei Nationen,
Zwölf Historiker,
Eine großartige Idee...

Konzeption

Der Elyseevertrag ebnete den Weg für Vertrauen und Zusammenarbeit beider Völker.

Nach den schrecklichen Erfahrungen des letzten Krieges fanden beide Völker die Kraft, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Eine auf Aussöhnung und gegenseitiges Vertrauen gerichtete Politik fand ihren vorläufigen Höhepunkt 1963 im Elyseevertrag, in dem eine tiefgreifende politische und kulturelle Zusammenarbeit beider Länder vereinbart wurde. Den Kern des Vertrages bildeten regelmäßig stattfindende Regierungskonsultationen, die eine enge Abstimmung in der Außen- und Sicherheitspolitik zur Folge hatte.

Deutsche und französische Jugendliche hatten die Idee für ein gemeinsames Lehrbuch.

Auch in Bildungsfragen und in der Jugendarbeit wollte man näher zusammenrücken. In der Praxis spiegelte sich das in einem regen Jugendaustausch und der Einberufung eines deutsch-französisches Jugendparlamentes wider. Vertreter eben dieses Parlamentes, engagierte junge Franzosen und Deutsche, waren es, die anlässlich des 40. Jahrestages des Elyseevertrages einen Vorschlag hatten: Ein gemeinsames Unterrichtsbuch für das Fach Geschichte, um Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Beide Regierungen unterstützten die Idee eines gemeinsamen Lehrbuchs.

Beide Regierungen hielten dies für eine großartige Idee und setzten Expertengruppen ein. Im Mai 2004 bekräftigten die Verantwortlichen beider Länder ihren politischen Willen zur Unterstützung dieses Vorhabens und billigten Konzept und Inhalt des Lehrbuches. Die deutsch-französische Projektgruppe, die dann Richtlinien einer formellen Projektbeschreibung vorlegte, gewann ein deutsch-französisches Herausgeberteam sowie den Klett-Schulbuchverlag, der sich gemeinsam mit seinem französischen Partner Nathan bereit erklärte, dieses anspruchsvolle Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Zum ersten Mal lernen Schüler zweier Nationen aus einem identischen Lehrbuch.

Dieses Lehrbuch ist keine Abhandlung der deutsch-französischen Geschichte, sondern ein deutsch-französisches Geschichtsbuch. Das Attribut “deutsch-französisch” verdient sich das Buch durch die Mitwirkung von jeweils fünf Historikern aus beiden Ländern. Beide Fassungen, die deutsche und die französische, sind deckungsgleich, da sie die gleichen Dokumente und Quellen enthalten und auch die gleichen Fotos, Karten, Illustrationen und weiterführenden Literatur- oder Filmtipps verwendet wurden.
Und genau das ist weltweit einmalig. Zum ersten Mal lernen Schüler zweier verschiedener
Nationen im Unterrichtsfach Geschichte aus einem identischen Lehrbuch, das nicht nur strikt den in beiden Ländern geltenden Lehrplänen folgt, sondern darüber hinaus – durch eine völlig neue Art der Darstellung, der Dokumentation und Interpretation – eine Geschichtsbetrachtung aus der Sicht des anderen möglich macht. Dieses Lehrbuch ist das wohldurchdachte und offen diskutierte Ergebnis eines neuartigen Dialogs, der das in Deutschland und Frankreich bereits bestehende Angebot an Schulbüchern nicht verdrängen, sondern bereichen soll. Es will indessen durch eine bilaterale Perspektive nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch der pädagogischen Aufbereitung und der prüfungsvorbereitenden Methoden neue Horizonte eröffnen. Schüler, aber auch Lehrer sowie alle interessierten Leser können gleichermaßen davon profitieren. Besonders für deutsche Schüler, die bislang eher historische und quellenlastige Unterrichtswerke gewohnt waren und sich mit zahlreiche Originaltexten auseinanderzusetzen hatten, könnte ein Einblick in die französische Art des Lernens eine angenehme Überraschung sein.