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Politische Bedeutung

Das Deutsch-Französische Jugendparlament hat am 23. Januar 2003 in Berlin gegenüber Bundeskanzler Schröder und Staatspräsident Chirac den Wunsch vorgebracht, zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses ein gemeinsames deutsch-französisches Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt für beide Länder erarbeiten zu lassen. Beide Seiten haben den Vorschlag aufgegriffen. Das Projekt wurde durch die deutsche Ministerpräsidentenkonferenz am 26. Juni 2003 in Berlin und erneut durch das erste Treffen von deutschen Ländern und französischen Regionen am 27./28. Oktober 2003 in Poitiers bestätigt, jeweils in Gegenwart von Premierminister Raffarin, des Bundeskanzlers und dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Müller (Saarland). Die Ständige Konferenz der Kultusminister hat anlässlich ihrer Sitzung vom 6. November 2003 das Vorhaben begrüßt und sich darauf verständigt, bei der Genehmigung des Buches seinen politischen Stellenwert zu berücksichtigen und entsprechend großzügig zu verfahren.


Ziel ist es, durch Nutzung eines gemeinsamen Lehrbuchs einen Beitrag dazu zu leisten, dass sich die Vermittlung, Wahrnehmung und Deutung der Vergangenheit aus Sicht der jungen Deutschen und Franzosen im zusammenwachsenden Europa annähert. Dabei gilt es, gemeinsame und unterschiedliche historische Entwicklungen zu verdeutlichen sowie Perspektivenwechsel zu erleichtern. Neben der Darstellung von Phasen der gemeinsamen Entwicklung, des Austauschs und der Zusammenarbeit soll dabei auch das Aufgreifen von Konflikten eine bedeutsame Rolle spielen, um der nachwachsenden Generation das Erreichte als wertvollen Besitz und die Notwendigkeit der gemeinsamen Gestaltungsaufgabe für die Zukunft besser bewusst zu machen.


Eine bilaterale Arbeitsgruppe "Deutsch-französisches Geschichtsbuch" wurde mit der Umsetzung beauftragt. Der Deutsch-Französische Ministerrat am 13. Mai 2004 in Paris hat den gemeinsamen Willen zur Umsetzung des Projekts erneut bekräftigt und den Arbeitsauftrag präzisiert.