Pressemeldung
[10.02.2015]

Berufliche Bildung: Globale Verständigung lernen

Das neue Lehrwerk Business to Business aus dem Ernst Klett Verlag bereitet systematisch auf die Anforderungen in der englischsprachigen Geschäftskorrespondenz vor. Ein Gespräch mit der Autorin und langjährigen IHK-Prüferin, Ruth Feiertag, über heutige Fremdsprachenkenntnisse und den Wandel der Gepflogenheiten im Schriftverkehr.

Frau Feiertag, mit welchem Englisch-Sprachniveau starten die Auszubildenden heute ihre Lehrzeit?
Wer nach 6 Jahren Englisch-Unterricht in der Schule die Fachoberschulreife erlangt hat, sollte Englischkenntnisse auf dem Niveau B1 des Common European Framework (CEFR) aufweisen können. Im kaufmännischen Bereich haben jedoch viele Auszubildende Abitur. Die Englischkenntnisse der Abiturienten liegen im Allgemeinen mindestens auf dem Niveau B2. In den letzten 20 Jahren hat sich bei den kaufmännischen Ausbildungsgängen die Zahl der Abiturienten gegenüber der Zahl der Auszubildenden mit Fachoberschulreife deutlich erhöht.

Geschäftsenglisch früher und heute: Wo liegt der wesentliche Unterschied?
Geschäftsenglisch ist inzwischen weit weniger steif und förmlich als noch vor Jahrzehnten. In der englischsprachigen Welt bemüht man sich um schlichtes, leicht zu verstehendes Englisch, auch im Interesse der vielen Geschäftspartner, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Generell ist englische Geschäftskommunikation wesentlich verbindlicher als deutsche. In der Kommunikation mit englischsprachigen Geschäftspartnern ist zudem etwas „small talk“ zur Einleitung erforderlich. Die im Geschäftsleben heute erforderliche interkulturelle Kompetenz wird im neuen Lehrwerk unter der Rubrik „Communication across cultures“ vermittelt.

Inwiefern haben sich die Fremdsprachenprüfungen der IHK vor diesem Hintergrund verändert?
Eine Antwort war die Schaffung der IHK-Prüfung „Zusatzqualifikation Fremdsprache für kaufmännische Auszubildende“, auf dem Niveau B2. Die Rahmenstoffpläne und Prüfungsordnungen der beiden anderen wichtigen IHK-Prüfungen („Geprüfter Fremdsprachenkorrespondent IHK auf dem Niveau C1 und Geprüfter Übersetzer/Dolmetscher IHK auf dem Niveau C2) wurden bereits in den 90er Jahren angepasst.

Welchen Einfluss hat die Industrie auf die jüngsten Änderungen der Prüfungsordnungen gehabt?
Die Anregung zur Zertifizierung kaufmännischer Englischkenntnisse kam von Seiten der ausbildenden Betriebe. Die praxisorientierten IHK-Prüfungen zertifizieren nun mit ihren Prüfungsleistungen genau die Skills, welche die Industrie erwartet: Verfassen einer Geschäftskommunikation nach Stichworten, Verstehen, Beantworten oder Zusammenfassen in Deutsch einer fremdsprachigen Kommunikation, das Führen eines Geschäftstelefonats sowie auf den Stufen C1 und C2 Übersetzung aus der Fremdsprache und in die Fremdsprache.

Worin liegen für die Lernenden die größten Herausforderungen?
Die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung Zusatzqualifikation Fremdsprache bedeutet für die Lernenden zusätzliche Anstrengungen beim Lernen von Vokabeln und Phrasen. Es ist auch nicht einfach, in größeren Gruppen das Mündliche (Telefonat und Gespräch) ausreichend zu trainieren. Dafür gibt es in Business to Business Audio-Aufgaben und eine Video-Lounge mit praktischen Übungen. Das gilt in besonderem Maße für die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung Fremdsprachenkorrespondent, wobei als weitere Herausforderung das Übersetzen hinzukommt, das ebenfalls regelmäßig geübt und kontrolliert werden muss.

Was zählt zu den typischen Fehlern in der englischen Geschäftskorrespondenz?
Von Deutschen verfasste englische Geschäftskorrespondenz ist häufig zu schroff und zu direkt. Im englischsprachigen Raum bemüht man sich in der Geschäftskorrespondenz um einen verbindlichen, höflichen und freundlichen Ton. Die typischen Vokabel-, Wendungs- und Grammatikfehler deutscher Schreiber und Sprecher – häufig bedingt durch die Interferenz der beiden verwandten Sprachen - werden in Business to Business unter den Rubriken „Avoiding common mistakes in Exams“ behandelt.

Business to Business - Englische Geschäftskorrespondenz und Bürokommunikation (978-3-12-808247-9) für den Englischunterricht an Beruflichen Schulen und zur Vorbereitung auf die IHK-Fremdsprachenprüfungen. Neu erscheint im Februar das Praxishandbuch mit Geschäftsbrief-Generator (978-3-12-808250-9).