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Infoblatt Islam


Koranschule in Indien (Rother)

Entstehungsgeschichte, Leitfigur und religiöse Praxis

Begriff und Geschichte

Der Islam ist die jüngste der großen Weltreligionen und wurde 610 n. Chr. von Mohammed ins Leben gerufen. Das Wort "Islam" bezeichnet die unbedingte Ergebung in den Willen des einen Gottes Allah. Die Personen, die an Allah glauben, nennen sich Muslime. In Europa ist der Islam die zweitgrößte Religion nach dem Christentum.

Glauben

Im Islam ist das Glaubensbekenntnis (shahada) besonders wichtig: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Mohammed ist sein Prophet." Jeder darf sich als Muslim betrachten, der das Glaubensbekenntnis bewusst und aufrichtig vor einer festgelegten Anzahl von Zeugen ausspricht.
Fünf Gebete muss der gläubige Moslem täglich "absolvieren". Zum Gebet richten sich die Moslems in Richtung der Kaaba (zentrales Gebäude in der Großen Moschee) in Mekka aus. Eine einzelne Gebetseinheit besteht aus einer stehenden Stellung, einer Verbeugung und zwei Prostrationen (Niederstrecken und berühren des Bodens mit der Stirn) und schließlich einer sitzenden Position. Dabei werden vorgeschriebene Gebete und Koranstellen vorgelesen.
Vor jedem Gemeinschaftsgebet ruft der Muezzin (Gebetsrufer) das Gebet von einem Minarett oder einer Moschee öffentlich aus.
Im Nahen Osten und in Indonesien nehmen Frauen an den Gemeinschaftsgebeten teil. Auf dem Indischen Subkontinent beten die muslimischen Frauen ausschließlich im Haus. Vor dem Gebet nimmt der Muslime rituelle Waschungen vor.

Heilige Schrift

Die Muslime verstehen den Koran als das Wort Gottes, wie es Mohammed durch den Erzengel Gabriel übermittelt wurde. Die Muslime glauben, dass Gott selbst, und nicht Mohammed, der Schriftsteller des Korans ist. Diese Schrift stellt die Worte dar, die Mohammed während der 22 Jahre seiner Arbeit als Prophet zwischen 610 und 632 vermittelt wurden.

Religiöse Führer

Mohammed begann sein Wirken mit 40 Jahren, als ihm, wie er berichtete, in einer Vision der Erzengel Gabriel erschienen. Mohammed vertraute seiner Familie und engen Freunden seine Visionen an. Er begann dann, öffentlich in seiner Geburtsstadt Mekka zu predigen, wurde jedoch verspottet. So zog er 622 nach Medina. Mohammed unternahm Pilgerfahrten nach Mekka und wurde dort auch 630 anerkannt. Er richtete die Kaaba in Mekka als Zentrum der Pilgerfahrt ein. Ein "schwarzer Stein" (vermutlich ein Meteorit) soll von ihm in die Kaaba getragen worden sein und wurde dort eingemauert, dadurch ist die Kaaba in Mekka ein Heiligtum.
Mohammed unternahm auch 632, im Jahr seines Todes, noch einmal eine Pilgerfahrt nach Mekka, die sog. "Abschlusspilgerfahrt". Heute besuchen viele Muslime im Anschluss an ihre Pilgerfahrt nach Mekka auch Mohammeds Grabstätte in Medina.
Zentral für Mohammeds Lehre war die Güte, Allmacht und Einheit Gottes sowie die Förderung von Großzügigkeit und Gerechtigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen. Wichtige Elemente des Judentums und des Christentums wurden in die neue Religion aufgenommen, die ihre Wurzeln jedoch in den vorislamischen, arabischen Traditionen hatten.

Besonderheiten

Die 5 Säulen des Islam

1. Glaubensbekenntnis - Shahada
Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und Mohammed ist sein Prophet.
2. Gebet - Salat
Fünfmal am Tag für alle Moslems ab dem 12. Lebensjahr. Der Imam ruft zum Gebet vom Minarett. Das Gebet wird auf einem "reinen" Platz verrichtet (Gebetsteppich).
3. Fasten im Ramadan - Saum
Im 9. Monat des Jahres wird vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang nicht gegessen, getrunken, geraucht, kein Wohlgeruch genossen und kein Geschlechtsverkehr ausgeübt.
4. Almosen - Zakat
Almosen geben dient der Erfüllung der sozialen Pflichten, der Gemeinschaft und lehrt sein Herz nicht an irdischem Besitz zu hängen.
5. Wallfahrt nach Mekka - Hadsch
Jeder Moslem sollte einmal im Leben (wenn er es sich leisten kann) nach Mekka pilgern.

Besondere Feste


  • Beschneidungsfest

  • Zuckerfest: Am Ende des Fastenmonats Ramadan, dauert es 3 Tage. Das Essen steht im Mittelpunkt und die Kinder bekommen Geschenke.

  • Opferfest: Das zweitgrößte Fest dauert 2 Tage (erinnert an den Gehorsam gegenüber Allah). Ein Schaf wird als Zeichen der Opferbereitschaft und der Brüderlichkeit geschlachtet.

Muslimischer Kalender

Der muslimische Kalender beginnt mit dem Jahr 622 v. Chr. (Mohammed wanderte nach Medina aus). Er geht, im Gegensatz zu unserem Kalender (nach der Sonne), nach dem Mond. Der Kalender verschiebt sich Jahr für Jahr um 11 Tage. Die muslimische Zeitrechnung befindet sich heute dadurch erst im 14. Jahrhundert.

Literatur

Fischer Weltalmanach 2004
Udo und Monika Tworuschka (Hrsg.): Religionen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart. München 1992.
Islam verstehen. Sympathie-Magazin Nr. 26. Klett-Perthes 1997.
Bundeszentrale für politische Bildung: Der Islam im Nahen Osten. Informationen zur politischen Bildung 238. Bonn 1993.
taz Verlags- und Vertriebs GmbH (Hrsg.): LE MONDE diplomatique. Atlas der Globalisierung. Berlin 2003.
Michael Kidron und Ronald Segal: Der Poltische Weltatlas. Bonn 1992.
Raif Georges Khoury: Der Islam. Religion, Kultur, Geschichte. Mannheim 1993.
Ralf Elger (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte, Alltag, Kultur. (Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung). Bonn 2002.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 28.05.2012


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