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Infoblatt Olympia


Die Olympischen Spiele - von der Antike zur Neuzeit

Im ersten Jahr einer Olympiade (Zeitraum von 4 Jahren) werden traditionsgemäß die Olympischen Spiele abgehalten. Dieses sind Wettkämpfe zwischen Sportlern aus Ländern oder Territorien, deren Sportarten und deren Nationale Olympische Komitees (NOK) vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt sind. Dabei darf kein Sportler aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen von der Olympiateilnahme ausgeschlossen werden.
Die Kandidatenstädte bewerben sich beim IOC, das auf seiner Vollversammlung, in der Regel sechs Jahre vor dem Termin, den endgültigen Veranstalter der Olympischen Spiele wählt und damit die Durchführung der sportlichen Wettkämpfe einer Stadt überträgt.

Die Olympischen Spiele in der Antike

In der Antike wurden alle vier Jahre sportliche Wettkämpfe durchgeführt. Sie fanden in Olympia, einer der bedeutendsten griechischen Kultstätten jener Zeit statt und wurden zu Ehren des Zeus abgehalten. Die allgemein übliche Datierung der ersten Olympischen Spiele auf das Jahr 776 v. Chr. wurde aufgrund von Rekonstruktionen der Siegerlisten vorgenommen. Doch scheint es eine willkürliche Festsetzung zu sein, da die Spiele möglicherweise schon früher stattgefunden haben. Die Spiele entwickelten sich aus einem ursprünglich regionalen Kult unter zunehmender Beteiligung anderer griechischer Stätten, wobei das sportliche Programm sukzessive ausgeweitet wurde.
Die Wettkämpfe bestanden zunächst nur aus einer einzigen Disziplin – dem Stadionlauf – und dauerten nur einen Tag. Jedoch durch die Ausweitung der Disziplinen – Kurz-, Langstreckenlauf, Fünfkampf (Lauf, Weitsprung, Speerwurf, Diskuswerfen, Ringen), Allkampf (Ringen und Faustkampf) sowie Pferde- und Wagenrennen – wurde auch die Wettkampflänge auf eine Woche erweitert. Die Sieger erhielten als Kampfpreis einen Kranz vom heiligen Ölbaum und wurden in ihrer Heimat hoch geehrt. Während des Festes und bei der An- und Abreise schützte der Olympische Friede aktive Teilnehmer und Besucher vor kriegerischen Übergriffen.
Ihren Höhepunkt erreichten die Olympischen Spiele der Antike im 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. Die letzten Olympischen Spiele der Antike wurden 393 n. Chr. abgehalten, dieses war der Beginn der 293. Olympiade. Jedoch wurden die Wettkämpfe nach mehr als 1.100 Jahren durch Kaiser Theodosius abgeschafft.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit

Der französische Sportler und Pädagoge Baron Pierre de Coubertin war Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit. In Anlehnung an die Wettkämpfe der Antike initiierte er zum ersten Mal im Frühjahr 1896 in Athen den sportlichen Wettstreit, an denen Sportler aus 13 Nationen teilnahmen, die sich in 42 Wettkämpfen in neun verschiedenen Sportarten gemessen haben. Seither wurden alle vier Jahr Olympische Spiele durchgeführt, im Jahr 2004 fanden in Athen die 28. Sommerspiele und 2006 die 19. Winterspiele in Turin statt. Olympische Winterspiele wurden zum ersten Mal 1924 ausgetragen und seitdem im selben Jahr wie die Sommerspiele durchgeführt. Seit 1994 jedoch finden Sommer- und Winterolympiade abwechselnd alle zwei Jahre statt.
Coubertin war es auch, der die allseits bekannte Olympische Fahne mit den fünf ineinander verschlungenen Ringen entworfen hat. Sie sollen die Einigkeit und Verbundenheit der fünf Kontinente symbolisieren (oben: blau = Europa, schwarz = Afrika, rot = Amerika, unten: gelb = Asien, grün = Australien) und wurde erstmals 1914 in Paris gehisst.
Im Laufe der Zeit stieg die Zahl der Wettkämpfe immer weiter an, waren es bei den ersten Spielen in Athen 1896 noch 43, so wurden bei den Sommerspielen 2000 in Sydney schon 300 Wettkämpfe ausgetragen. Seit 1996 gibt es eine Beschränkung der Teilnehmerzahl, die Obergrenze liegt seitdem bei 10.000 Athletinnen und Athleten und 5.000 Offiziellen. Die Dauer der Spiele sollte dabei nicht länger als 16 Tage sein.

Zeremonien

Traditionsgemäß beginnen die Olympischen Spiele mit einer großen Eröffnungsfeier. Dabei ziehen die Athleten in das Stadion ein. Angeführt werden sie, zu Ehren der Gründernation der Olympischen Spiele, von der griechischen Mannschaft. Die Mannschaft des ausrichtenden Landes der Spiele kommt zum Schluss ins Stadion. Danach werden die Olympische Hymne gespielt und die Olympische Flagge gehisst. Ein Sportler und ein Kampfrichter sprechen den Olympischen Eid und die Spiele werden offiziell für eröffnet erklärt. Anschließend wird die Olympische Fackel in das Stadion gebracht, die dann Tag und Nacht während der Olympischen Spiele brennt. Sie wurde im griechischen Olympia durch Sonnenstrahlen entzündet und durch Staffelläufer durch alle Kontinente zum Austragungsort getragen.
Während der Spiele werden Zeremonien abgehalten, in denen man die drei Ersten eines jeden Wettbewerbs ehrt. Sie stehen auf einem Podest und erhalten ihre Gold-, Silber- und Bronzemedaille. Die Landesflaggen der Athleten werden gehisst und die Nationalhymne des Siegers wird gespielt. Das Ende der Spiele bildet eine große Schlussfeier, während der die Olympische Flagge an den Bürgermeister des nächsten Austragungsortes übergeben wird.

Politische Konflikte während der Spiele

Bereits seit der Antike sollte während der Olympischen Spiele der Olympische Friede herrschen, doch in der Neuzeit konnten durch politische Konflikte die Spiele oftmals nicht ausgetragen werden. So fielen die 1916 für Berlin geplanten Spiele wegen des Ersten Weltkrieges aus und die Sommerolympiaden der Jahre 1940 (geplant in Tokio, später Helsinki) und 1944 (geplant in London) wurden wegen des Zweiten Weltkrieges abgesagt. Die von Coubertin eingeführte Idee vom friedlichen Fest der Jugend der Welt und eine Förderung der internationalen Freundschaft wurde teilweise auf eine harte Probe gestellt.
Eines der traurigsten Kapitel der Olympischen Geschichte war die Geiselnahme 1972 bei den Spielen in München. Palästinensische Terroristen nahmen israelische Sportler als Geiseln und forderten die Freilassung von 200 inhaftierten Palästinensern. Eine Befreiungsaktion scheiterte, elf israelische Geiseln wurden getötet.
Auch die Spiele von Montreal (Kanada) 1976 wurden von politischen Konflikten beeinflusst und betrafen einen Großteil der afrikanischen Nationen. Diese forderten den Ausschluss Neuseelands, weil die neuseeländische Rugbymannschaft kurze Zeit zuvor in Südafrika gespielt hatte. Südafrika war zu dieser Zeit international wegen seiner Apartheidpolitik geächtet.
1980 beschlossen die USA an den Spielen in Moskau (ehemalige UdSSR) aus Protest gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans nicht teilzunehmen. Über 60 Nationen schlossen sich dem Boykott der Spiele an. 1984 blieb die UdSSR den Spielen in Los Angeles (USA) mit der Begründung fern, die Sicherheitsmaßnahmen würden nicht ausreichen; 15 weitere Ostblock-Staaten folgten ihrem Beispiel.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit

Sommer Winter


1900 Paris
1904 Saint Louis
1908 London
1912 Stockholm
1916 Berlin (*)
1920 Antwerpen
1924 Paris Charmonix
1928 Amsterdam Sankt Moritz
1932 Los Angeles Lake Placid
1936 Berlin Garmisch-Partenkirchen
1940 Helsinki/Tokio (*)
1944 London (*)
1948 London Sankt Moritz
1952 Helsinki Oslo
1956 Melbourne (**) Cortina d'Ampezzo
1960 Rom Squaw Valley
1964 Tokio Innsbruck
1968 Mexiko Grenoble
1972 München Sapporo
1976 Montreal Innsbruck
1980 Moskau Lake Placid
1984 Los Angeles Sarajevo
1988 Seoul Calgary
1992 Barcelona Albertville
1994 Lillehammer
1996 Atlanta
1998 Nagano
2000 Sydney
2002 Salt Lake City
2004 Athen
2006 Turin
2008 Peking
2010 Vancouver
2012 London
2014 Sotschi

(*) ausgefallen
(**) Die Reiterspiele wurden 1956 aufgrund der Quarantänebestimmungen in Australien nach Stockholm verlegt.

Literatur

Wissen digital - Enzyklopädie 2003.
Jordan, B.: Die Olympischen Spiele. Hamburg 1996.
Fischer Weltalmanach 2004



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2005
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 04.02.2014


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