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Infoblatt adidas AG


Von der handwerklichen Produktion einer
kleinen Werkstatt in der mittelfränkischen Provinz zum Global Player.
Nach dem US-amerikanischen Konzern Nike ist adidas mittlerweile der
zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt.

Unternehmensgeschichte

Das offizielle Gründungsdatum der Firma adidas ist der 18. August 1949. Aber schon Jahrzehnte vorher hat der Gründer Adolf Dassler mit der Fertigung von Sportschuhen begonnen. Die Firmenbezeichnung adidas setzt sich aus seinem Spitznamen "Adi" und den ersten drei Buchstaben seines Nachnamens "Dassler" zusammen. Schon 1920 bastelte der junge Dassler aus einfachen Materialien einen Sportschuh in seiner heimischen Werkstatt in Herzogenaurach. Vier Jahre später stieg sein Bruder Rudolf Dassler in die Unternehmung ein. Das wichtigste Ziel war zunächst, dass jeder Athlet einer Sportart einen speziellen Sportschuh bekommen sollte. Bereits bei den Olympischen Spielen 1928 trugen einige Athleten Schuhe aus ihrer Werkstatt. Mitte der 1930er Jahre arbeiteten mehr als 100 Mitarbeiter in der Fertigung von Sportschuhen. Nach dem 2. Weltkrieg wagte Dassler den Neuanfang. Aus einfachsten Materialien, die in der Nachkriegszeit zur Verfügung standen, produzierte Dassler die neuen Sportschuhe. Mit der Namensgebung wurden auch die unverwechselbaren drei Streifen als Markenzeichen von adidas 1949 festgelegt. Aufgrund persönlicher Differenzen verließ Rudolf Dassler 1947 adidas und gründete in Herzogenaurach mit Puma sein eigenes Unternehmen. Den internationalen Durchbruch erlebte adidas im Jahr 1954, als bei der Fußball-WM die deutsche Mannschaft mit adidas-Schuhen Weltmeister wurde. Die deutsche Mannschaft trug Schuhe mit auswechselbaren Stollen – ein Novum in der Sportgeschichte.

In der weiteren Entwicklung der Unternehmensgeschichte setzte Dassler konsequent auf weitere Neuerungen. So wurden parallel zur rasanten Entwicklung des Sports die Produkte von adidas permanent verbessert und spezialisiert. Als erster Unternehmer führte Dassler die Produktwerbung mittels Persönlichkeiten aus dem Sport ein und startet so die weltweite Sportpromotion. In den 1960ern begann adidas mit der Herstellung von Textilien für den Sport. Im Alter von 78 Jahren verstarb Adi Dassler 1978 in Herzogenaurach. Die Leitung des Unternehmens übernahmen seine Frau und sein Sohn, welcher die Sportpromotion weiter ausbaute. Im Jahr 1989 wurde adidas in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In dieser Zeit erlebte das Unternehmen wirtschaftlich schwierige Zeiten. Die Ausrichtung auf eine jüngere Zielgruppe und Rückbesinnung auf die Prinzipien des Firmengründers, Spitzenprodukte in Topqualität herzustellen, brachte adidas wieder auf die Erfolgsspur. 1997 erfolgte der Ankauf des französischen Sportartikelherstellers Salomon. Das Unternehmen firmierte fortan als Adidas-Salomon AG. Ende 2005 wurde Salomon aufgrund hoher Verluste an ein finnisches Unternehmen veräußert. Anfang 2006 übernahm adidas den US-amerikanischen Konkurrenten Reebok, um dem Weltmarktführer Nike näher zu kommen und den Umsatz an Sportschuhen in den USA zu erhöhen. Die Tradition offizieller Ausrüster bei Fußball-Weltmeisterschaften zu sein, besteht bis heute. So rüstet adidas nach wie vor zahlreiche Nationalmannschaften bei den Fifa-Weltmeisterschaften mit seinen Produkten aus.

Kennzahlen und Standorte

Adidas bezeichnet sich selber als Global Player. Der Konzern ist weltweit an verschiedenen Standorten und Märkten präsent. Die Konzernzentrale hat nach wie vor ihren Sitz am Gründungsort Herzogenaurach. Der Konkurrent Puma hat ebenfalls seinen Firmenhauptsitz in der mittelfränkischen Kleinstadt. Hier befindet sich außerdem ein Adidas Factory Outlet, in welchem adidas als Hersteller seine eigenen Produkte direkt an den Endabnehmer verkauft. In der Unternehmenszentrale arbeiten 2.500 Mitarbeiter. Die Unternehmensfelder Design, Produktentwicklung und Forschung (z. B. Biomechanik, Materialtechnologie) sind in Portland/USA und in Scheinfeld bei Nürnberg angesiedelt. In Scheinfeld wird außerdem die letzte in Deutschland noch erhaltene Sportschuhproduktion betrieben. Über 170 eigene Tochterunternehmen weltweit sind für die verschiedenen Geschäftsfelder der adidas Gruppe verantwortlich. In der adidas Gruppe sind es über 40.000 Mitarbeiter beschäftigt (Stand 2011). Die Distribution und der Vertrieb der adidas Produkte wird weltweit in vier ausgewiesenen Regionen abgewickelt: Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien/Pazifik. In Nordamerika sind die Hauptstandorte Portland, Carlsbad (TaylorMade Golf) und Canton (Reebok). Im asiatischen Raum ist adidas in Japan, Südkorea und China sowie in Australien vertreten. In Asien befinden sich mittlerweile die meisten Produktionsstätten der adidas Produkte. Auch in Afrika hat adidas Standorte z. B. in Kapstadt/Südafrika und in Dubai. Die meisten Hauptstandorte betreibt das Unternehmen aber in Europa. Adidas ist in nahezu jedem EU-Land mit einem Tochterunternehmen präsent.

Produkte und Geschäftsfelder

Jedes Unternehmen hat in seinem Geschäftsplan verschiedene Produkte und Geschäftsfelder ausgewiesen. Die Unternehmungsentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess und so unterliegt die Ausrichtung auf bestimmte Produktfelder einem ständigen Wandel. Generell gliedert sich der Produktbereich von Sportartikelherstellern in Schuhe, Textilien und Zubehör. Gegenwärtig sind von adidas wichtige Marken: "adidas Sport Performance" (für sportspezifische Bedürfnisse) und "adidas Sport Style" (für junge Konsumenten von exklusiver Sportmode). Hinzu kommt der neue Unternehmensteil Reebok, welcher speziell auf die Bedürfnisse US-amerikanischer Konsumenten ausgerichtet ist. Weitere Marken sind TaylorMade (Golfausrüstung), adidas Golf (Golfbekleidung) und Ashworth (Lifestyle-SPortbekleidung). Der umsatzstärkste Absatzmarkt von adidas ist nach wie vor Europa. Hier sind vor allem die Produktbereiche Fußball und running wesentliche Umsatzbringer. In Nordamerika will adidas in den nächsten Jahren seinen Marktanteil erhöhen. Im asiatischen Raum soll die Marktführerschaft, wie bereits in Japan 2005 geschehen, erreicht werden. Auf dem schnell wachsenden Sportmarkt in Lateinamerika soll in den nächsten Jahren das starke Wachstum von adidas fortgesetzt werden.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Mirko Ellrich
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 15.06.2012


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