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Infoblatt New York


Megacity und größte Stadt der USA

Lage und Kennzahlen

New York ist zum einen der Name eines Bundesstaates, zum anderen der einer Stadt. Zur besseren Unterscheidung wird die Metropolregion auch als New York City (NYC) bezeichnet. Der Spitzname der Stadt ist "Big Apple". Diese Bezeichnung ist bereits über 100 Jahre alt. Im Jahr 1909 titulierte ein Autor die Stadt so, weil er "gerne denkt, dass der Big Apple einen unausgewogenen Anteil des nationalen Saftes bekommt". New York liegt an der Ostküste der Vereinigten Staaten am Hudson River. Der Name leitet sich von der englischen Grafschaft Yorkshire und ihrer Hauptstadt York ab (s. u.).
New York gilt als bevölkerungsreichste Stadt der USA, die mehr als doppelt so viele Einwohner wie die zweitgrößte Stadt Los Angeles hat. Nach der Abgrenzung der Metropolitan Statistical Area gehören zur New York-Northern New Jersey-Long Island MSA 23 Countys mit 18,897 Mio. Einwohnern (2010); im Jahre 2000 waren es 18,323 Mio. und 1990 16,846 Mio. Das bedeutet eine Zunahme um 2,051 Mio. oder etwa 12 % seit 1990, was den wirtschaftlichen Stellenwert des Ballungsraumes unterstreicht.
New York City als Kern der Agglomeration gliedert sich in fünf Verwaltungsbezirke (boroughs): Manhattan, Brooklyn (Kings), Queens, Bronx und Richmond (Staten Island). Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 1.214,4 km² (inklusive Wasserflächen). Hier leben derzeit 8,2 Mio. Menschen (Stand 2010), ein weiterer Anstieg auf 9,1 Mio. bis 2030 wird prognostiziert. Mit etwa 10.300 Einwohnern pro km² und im Kernbereich Manhattan etwa 27.000 pro km² ist die Bevölkerungsdichte entsprechend hoch. Weitere Merkmale sind eine überdurchschnittliche Zahl von Einpersonenhaushalten (etwa 40 %), die höchsten Durchschnittseinkommen der Region (Manhattan mit etwa 126.000 US-$) sowie die überdurchschnittlich große Armut mit einem Anteil von über 18 % aller Einwohner. Ferner sind sämtliche Bevölkerungsgruppen mit einem hohen Minderheitenanteil vertreten: 46 % Weiße, 26,3 % Schwarze, 12,3 % Asiaten und 0,7 % Indianer. Fast ein Drittel aller Juden der USA lebt hier. Charakteristisch für New York sind die ethnischen Viertel, in denen bestimmte Nationalitäten dominieren – am bekanntesten sind China Town, Little Italy und Harlem.
Im Jahr 2001 trat der Republikaner Michael Bloomberg die Nachfolge von Rudolph Giuliani als Bürgermeister an; im Jahr 2009 wurde Bloomberg, inzwischen als unabhängiger Kandidat, für eine dritte Amtszeit gewählt.

Kurze Geschichte der Stadtentwicklung

Der italienische Seefahrer Giovanni da Verrazano erreichte im Jahr 1524 als erster Europäer den Bereich der heutigen Weltmetropole New York. 1609 befuhr der englische Entdecker Henry Hudson mit seiner Flotte den nach ihm benannten Hudson River. Die Holländische Westindische Kompanie erwarb für die Küstengebiete von New Jersey bis nach Neuengland die exklusiven Handelsrechte. Zunächst begannen Holländer mit den einheimischen Indianern lukrativen Fellhandel zu betreiben. Die eigentliche Kolonisation begann mit den ersten holländischen Siedlern im Jahr 1624. Auf dem heutigen Gebiet von Manhattan entstand Nieuw Amsterdam, welches von 1624 bis 1664 Verwaltungssitz der niederländischen Kolonie Nieuw Nederland war. Um sich gegen die fortdauernden Überfälle der Ureinwohner zu schützen, ließ der Generaldirektor Petrus Stuyvesant 1653 einen Wall auf Manhattan errichten. Heute verläuft an dessen Stelle die Wall Street. Im selben Jahr erhielt die Siedlung das Stadtrecht. Etwa 1.500 Menschen leben zu dieser Zeit in der wachsenden Siedlung. Die englische Krone übernahm 1664 kampflos die Herrschaft über die holländische Kolonie. Das Gebiet wurde administrativ geteilt und es entstanden die englischen Kolonien New York und New Jersey. Zu Ehren des englischen Herzogs von York wurde Nieuw Amsterdam in New York umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten waren die Stadt und ihre Einwohner aktiv an den Bestrebungen zur Unabhängigkeit beteiligt. Die Briten verließen 1783 nach Anerkennung der US-amerikanischen Unabhängigkeit die Stadt New York. Von 1788 bis 1790 war New York die Hauptstadt der USA. Die Stadt verlor den Titel aber an Philadelphia, welches ihn dann bis zur Fertigstellung der neuen Hauptstadt Washington D.C. für eine Dekade innehatte. Ein wichtiger Meilenstein für die Stadtentwicklung New Yorks war die Gründung des New York Stock Exchange im Jahr 1792, der heute größten Wertpapierbörse der Welt. Anfang des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Wachstum der Stadt an der Südspitze Manhattans. Stadtplaner konstruierten das gitterförmige Straßenmuster, mit der einzigen unregelmäßigen Ausnahme des Broadways, welcher teilweise einem alten Indianerpfad folgt. Einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Stadt, als im Jahr 1825 der Eriekanal fertig gestellt wurde. Damit wurde New York über den Hudson River mit den Großen Seen und somit dem Mittleren Westen verbunden. Die Stadt wurde zum größten Warenumschlagplatz an der amerikanischen Ostküste. Mitte des 19. Jahrhundert wurde mit dem Bau eines großen Volksparks begonnen, dem Central Park. Als grüne Lunge New Yorks nimmt er heute etwa 5 % der Fläche Manhattans ein.
In den folgenden Jahrzehnten nahm der Strom der Immigranten immer weiter zu. Die Stadt wuchs explosionsartig. Es kamen vor allem Iren, Italiener, Deutsche, Russen und andere Nationalitäten, die sich in der Neuen Welt Hoffnung auf ein besseres Leben machten. Zwischen 1892 und 1954 kamen etwa zwölf Millionen Einwanderer auf Ellis Island an, einer vorgelagerten Insel in den Gewässern von New York. Einige Einwanderergruppen hatten ihre eigenen Stadtteile (z. B. Little Italy). Viele Einwanderer verbrachten Jahre in New Yorker Elendsquartieren. Es kam zu gewalttätigen Konflikten, wie beispielsweise den „Draft Riots“. Bei diesen bürgerkriegsähnlichen Unruhen wurde die Stadt im Juli 1863 in das schlimmste Chaos ihrer Geschichte gestürzt. 1898 schlossen sich die fünf Stadtteile Manhattan, Brooklyn, Richmond (heute Staten Island), die Bronx und Queens zum heutigen Greater New York zusammen. Der wirtschaftliche Aufschwung war auch im Stadtbild erkennbar. Noch vor 1900 entstanden die Brooklyn Bridge, Metropolitan Opera, Freiheitsstatue (ein Geschenk von Frankreich) und Carnegie Hall (Konzerthalle). Um die Jahrhundertwende galt New York als das industrielle Zentrum der Vereinigten Staaten von Amerika. Zu diesem Zeitpunkt lebten hier bereits etwa 3,5 Millionen Einwohner. 1913 wurde der erste Wolkenkratzer, das Woolworth Building (241 m), fertig gestellt. Bis 1929 war es das höchste Gebäude New Yorks. Es folgten u. a. das Empire State Building (381 m), das Chrysler Building (319 m) und das Rockefeller Center (250 m). In den 1920er-Jahren erlebte New York durch einen Wirtschaftsboom "die Wilden Zwanziger". Diese Zeit wurde durch den Schwarzen Freitag am 29.10.1929, als es zum Börsenkrach kam, jäh beendet. Die folgende weltweite Wirtschaftskrise traf New York besonders hart. Die Arbeitslosigkeit stieg sprunghaft an und die Kriminalität nahm deutlich zu. Nach dem 2. Weltkrieg folgte eine kurze Phase des Aufschwungs. Im Jahr 1947 wurde in New York eine internationale Zone ausgewiesen, auf der von 1947 bis 1950 der Sitz der 1945 gegründeten Vereinten Nationen in einem gläsernen Wolkenkratzer errichtet wurde.
Seit den 1950er-Jahren hatte New York finanzielle Schwierigkeiten, sodass beispielsweise die Unterhaltung der infrastrukturellen Einrichtungen problematisch wurde. In den 1960er-Jahren verstärkten sich wie überall in den USA die Rassenunruhen und im Verlauf der 1970er-Jahre hatte die Kriminalität extreme Ausmaße angenommen; die Arbeitslosigkeit der schwarzen und lateinamerikanischen Bevölkerung stieg. 1975 war New York bankrott. Obdachlosigkeit und Drogenhandel spitzten sich in den 1980er-Jahren weiter zu. Ganze Stadtviertel verfielen, da die besser gestellte Schicht an den Rand der Stadt zog. Mit der sog. "Nulltoleranzstrategie" des Bürgermeisters Rudolph Giuliani konnte die Kriminalitätsrate erheblich eingedämmt werden und die soziale Situation der Stadt wurde entschärft. Dadurch stieg die Einwohnerzahl in den 1990er-Jahren um 1 Million auf über 8 Millionen.
Am 11.09.2001 erlebte die Stadt durch Terroranschläge auf das World Trade Center (WTC) ihre schwärzeste Stunde. Es starben fast 3.000 Menschen und die beiden Twin Towers des WTC sowie einige Nebengebäude kollabierten. Die freie Stelle wird seitdem "Ground Zero" genannt. Seit Februar 2007 wird dieser revitalisiert: Nach dem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind, der später von Michael Arad noch verändert wurde, baut man ein Mahnmal inmitten von fünf Bürowolkenkratzern, wobei das Mahnmal 2012 fertig gestellt sein soll, die fünf Wolkenkratzer sollen bis 2014 errichtet sein. Unter dem Bürgermeister Michael Bloomberg überwand die Stadt ihr 9/11-Trauma; außerdem wurde durch die Fortsetzung der harten Linie die Kriminalitätsrate weiter gesenkt, sodass New York inzwischen als sicherste Großstadt der USA gilt.

Wirtschaft und Infrastruktur

New York ist eines der wichtigsten und größten Wirtschaftszentren in den USA. Laut Fortune Ranking haben von den 500 größten Unternehmen weltweit 18 ihren Firmensitz am Standort New York. Neben London und noch vor Hongkong sowie Singapur und Tokio zählt New York zu den größten Finanzplätzen der Welt. Als inoffizielle Hauptstadt der Finanzwelt sind im Banken-, Immobilien- und Versicherungssektor etwa eine halbe Million Beschäftigte tätig. Das Hauptgeschäftszentrum liegt im Bereich der Wall Street in Manhattan, welche oft auch als Synonym für die gesamte US-amerikanische Finanzindustrie verwendet wird. Rund um die Wall Street sind zahlreiche Banken und die noch immer weltweit größte Wertpapierbörse, die New York Stock Exchange, angesiedelt. Wie sich die weltweiten Finanzkrisen seit 2007 auf den Finanzplatz New York dauerhaft auswirken werden, ist derzeit noch nicht endgültig abzusehen.
Die Global City New York ist weiterhin ein bedeutender Medienstandort. Die großen Medienkonzerne wie Time Warner und Viacom, Plattenfirmen, Produktionsstudios und die Zentralen bzw. Niederlassungen von vier großen US-amerikanischen Fernseh-, Film- und Radionetzwerken (ABC, CBS, NBC und Fox) sind hier zu finden. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist außerdem die High-Tech-Industrie. Der Ballungsraum besitzt einen entscheidenden Standortvorteil, so verbindet das Transatlantische Kabel von New York aus Amerika und Europa miteinander. Der Knotenpunkt des Hochgeschwindigkeitsnetzes zieht viele Telekommunikations- und Softwareunternehmen an. Ein weiterer Wachstumsmarkt ist nach wie vor der Tourismus. Im Jahr 2010 kamen 48,8 Millionen Gäste nach New York. Etwa 31,5 Milliarden US-Dollar ließen die Touristen als Ausgaben in der Stadt. Offiziell gibt es für die Besucher dabei 89.600 Hotelbetten.
Die Stadt besitzt zwei große Flughäfen, den John F. Kennedy International Airport (JFK) und LaGuardia Airport. Ein weiterer Flughafen ist der Newark Liberty International, der jedoch nicht auf dem offiziellen Stadtgebiet von New York liegt. Der Flughafen JFK ist einer der größten Airports der Welt. Jährlich werden hier ca. 42 Mio. Passagiere abgefertigt. Weiterhin verfügt New York noch über zwei bedeutende Bahnhöfe für den Zugverkehr. Darunter das Grand Central Terminal, das mit 44 Bahnsteigen und 67 Gleisen als größter Kopfbahnhof der Welt gilt. Der Nahverkehr in New York ist sehr unamerikanisch organisiert. So besteht in der Millionenstadt eines der ältesten und größten Untergrundbahnennetze der Welt. Die New York City Subway hat eine Länge von 337 km und umfasst 24 Linien sowie 468 Stationen. Täglich befördert die U-Bahn über 4,9 Millionen Passagiere. New York hat außerdem ein gut ausgebautes Busnetz. 4.300 Busse fahren auf 217 Linien. Durch die Lage im und am Hudson River gibt es zahlreiche Fähren. Das Straßennetz in Manhattan ist gitterförmig aufgebaut. Es ist durchnummeriert und in Ost und West aufgeteilt, was die Orientierung erleichtern soll.




Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Nancy Allmrodt, Mirko Ellrich, Christian Neuhaus
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 28.02.2012


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