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Infoblatt Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer


Überblick zum Nationalpark

Gründungsjahr: 1990
Größe: 13.750 ha
IUCN-Kategorie: II
Bundesland: Hamburg
Geographische Lage: Wattenmeer der westlichen Elbmündung
Zielbahnhof: Cuxhaven, von dort aus via Schiff, zu Fuß oder mit dem Wattpferdewagen

Naturraum und Ökosystem

Der schützenswerte Naturraum im Hamburgischen Wattenmeer besteht vornehmlich aus dem ständig freifallenden Wattenmeer, der Dauerflutzone und den Salzwiesen. Einmalig sind aber auch die Düneninseln mit ihrer natürlichen Dynamik. Die historische Inselkulturlandschaft des Nationalparks wird im Wesentlichen von drei Inseln bestimmt. Das bekannteste Eiland davon ist "Neuwerk" mit ca. 40 Bewohnern. Außerdem gehören noch die Düneninsel "Scharhörn" und die künstlich aufgespülte Insel "Nigehörn" dazu. Gemeinsam mit den beiden Nationalparks Schleswig-Holsteinisches und Niedersächsisches Wattenmeer gehört dieses Schutzgebiet zu der größten zusammenhängenden Wattlandschaft der Erde. Es erstreckt sich von der niederländischen Nordseeküste bis hinauf nach Dänemark. Als Großlebensraum wird das Watt einer Gezeitenküste wie an der Nordsee zweimal täglich überflutet und wieder trockengelegt. Es sind aber nicht allein die Gezeiten, die das Wattenmeer ausmachen, sondern es spielen noch andere Faktoren eine entscheidende Rolle. Die spezielle Ökologie des Wattenmeers an der Nordsee entsteht erst aus dem Zusammenspiel der Gezeiten, dem gemäßigten Klima, den vorgelagerten Inseln und Strandwällen sowie deren feinen Bodenmaterialien. Beispielsweise kann an einer steilen Felsenküste das herankommende Wasser nicht ruhig "auslaufen" und das Sediment ablagern. Im Tropenklima entstehen an ruhigeren Gezeitenküsten Mangrovenwälder statt wie an der Nordsee die Salzwiesen.

Fauna und Flora

Durch die Einzigartigkeit der natürlichen Bedingungen und der Ungestörtheit der Insellandschaften hat sich bis dato die einmalige Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Die nächstgelegenen Großstädte sind Cuxhaven und Hamburg, die mehr als 105 km Luftlinie von der Insel "Neuwerk" entfernt liegen. Aufgrund der Stadtferne und geringen Besiedlung können im Bereich des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer mehr als 2.000 Tierarten bestehen, von denen 250 ausschließlich in den Salzwiesen des Wattenmeers vorkommen. Das Schutzgebiet gilt als eines der vogelreichsten Gebiete in Mitteleuropa, denn es wird als Rastplatz von unzähligen Zugvögeln genutzt. Ferner befinden sich auf den Inseln bedeutende Brut- und Nistplätze von Seevögeln. Die Düneninsel "Scharhörn" gilt als Vogelinsel und hier kann eine der größten Seeschwalbenkolonien in Mitteleuropa beobachtet werden. Weitere Wattbewohner sind zahlreiche Fischarten, die im Wattenmeer der Nordsee ihre Kindestube haben, darunter Schollen, Heringe und Seezungen. Aber auch Meeressäuger wie Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale können im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer beobachtet werden.

Nutzung

Im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ist eine wirtschaftliche Nutzung weitgehend ausgeschlossen. Erlaubt sind lediglich nachhaltiger Tourismus, Fischerei und auf wenigen Flächen auch extensive Landwirtschaft. Da auf der Insel "Neuwerk" keine Autos fahren dürfen, sind Ausflüge nur per pedes oder mit dem Pferdewattwagen möglich. Weitere touristische Aktivitäten sind Schifffahrten, geführte Wattwanderungen zu den Vogel- und Salzwiesen sowie Ausflüge zu den Seehundbänken. Die Insellandschaften des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer besuchen jährlich ungefähr 120.000 Urlauber.


Im Kontext:
Infoblatt Nationalparks in Deutschland



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