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Infoblatt Weinanbau in Rheinland Pfalz - Neustadt a. d. Weinstraße


Deutsche Weinstraße: Verlauf, Siedlungsflächen und landwirtschaftliche Spezialkulturen (Klett)

Informationen zur Deutschen Weinstraße und zur Weinherstellung

Neustadt liegt am Fuß des Haardtgebirges in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Rheinhessen-Pfalz. Neben Papier-, Textil- und Metallindustrie sind vor allem Weinbau und Weinhandel wirtschaftlich dominant. Neustadt beheimatet eine Landes-Lehr- und -Versuchsanstalt für Forstwirtschaft, Wein- und Gartenbau.

Die Deutsche Weinstraße

Die Deutsche Weinstraße ist eine Fremdenverkehrsstraße durch das Rheinpfälzer Weinbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Meist dicht am Pfälzer Wald verlaufend, führt sie durch Weinorte und entlang von dicht bewachsenen Weinbergen und üppigen Obstgärten. Sechs von dreizehn Weinanbaugebieten liegen in Rheinland-Pfalz: Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen und Pfalz. Die bestockte Rebfläche beträgt insgesamt ca. 64.500 ha. Von den ca. 105.000 ha in Deutschland besitzt Rheinland-Pfalz damit den größten Anteil. In besonders geschützten Lagen gedeihen hier sogar südländische Früchte wie Mandeln, Feigen, Esskastanien und Kiwis. Viele Urlauber kommen in diese schöne Weinbaulandschaft und genießen in ihren Ferien hier "ein Stück vom Glück". Doch dafür müssen die Menschen, die hier leben, viel arbeiten. Zwar nutzen viele Winzer inzwischen moderne Maschinen, um im Herbst die Weintrauben zu ernten, aber viele Arbeiten müssen immer noch von Hand erledigt werden. So ist das ganze Jahr etwas zu tun. Die meisten Winzer liefern ihre Trauben an eine Winzergenossenschaft. Sie nimmt ihnen viele Arbeiten ab, z. B. Keltern, Lagern, Abfüllen. So lassen sich Kosten sparen.
Doch warum liegt hier das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands? An der Deutschen Weinstraße herrschen gute Bedingungen für den Weinbau: milde Winter, früher Frühlingseinzug und hohe Temperaturen im Sommer. Denn die Hänge der Haardt, die das Tiefland gegen Westen begrenzen, schützen das Gebiet vor kalten Winden. Auch die Böden können die Wärme der Sonne gut speichern. Wandert oder fährt man die Haardt entlang, kann man die großen Flächen sehen, auf denen die verschiedensten Rebsorten angepflanzt sind. An der Weinstraße werden viele verschiedene Rebsorten angebaut. Neben Wein werden aber auch andere Produkte hergestellt, u. a. Winzersekte, Traubenkernöl, Weinessig oder einfach nur frische Trauben.

Weinherstellung

Das Herstellungsprinzip von Wein ist einfach: Die reifen Weintrauben enthalten Zucker, Weinsäure und Äpfelsäure. In den Traubenhüllen sitzen die Farbstoffe, je nach Sorte gelblich, rot oder dunkelblau. Die Traubenkerne enthalten Eiweiß und ein hochwertiges Speiseöl sowie in der Samenschale Gerbstoffe. Nach der Traubenernte (an der Weinstraße von September bis November) werden die Trauben in einer Mühle vorsichtig gequetscht. Diese Maische wird dann gepresst, um den Most zu gewinnen. Der Rohmost wird anschließend gefiltert und geklärt (die Trübstoffe setzen sich ab), um ihn von Samen, Schalen und anderen Bruchstücken zu befreien. Normalerweise kann man diesen Most einfach sich selbst überlassen: Hefen, die auf den Traubenschalen sitzen und bei der Mostherstellung nicht abgetrennt wurden, übernehmen die alkoholische Gärung. Zu Beginn der Gärung sind noch die verschiedensten Hefen im Most enthalten. Mit Zunahme des Alkoholgehaltes während des Gärprozesses sterben fast alle Hefen ab, nur die Weinhefe, die für die alkoholische Gärung verantwortlich ist, überlebt. Die Weinhefe ist eine alkoholtolerante Hefe, die in der Lage ist, den Zucker im Most in Alkohol umzuwandeln. Neben Alkohol entsteht bei der Gärung auch Kohlensäure, was man an dem Blubbern in den Gärröhrchen sehen kann. Die Kohlensäure nimmt in etwa das 50-fache Volumen des Mostes an und sammelt sich in den Weinkellern am Boden, da sie schwerer als Luft ist. Daher besteht im Gärkeller Erstickungsgefahr!



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 31.03.2012


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