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Infoblatt Dattelpalme


Dattelpalme (Klett)

Dattelpalme im Überblick

Einordnung

Die Dattelpalme, mit wissenschaftlichem Namen Phoenix dactylifera L., gehört, wie die Kokospalme und die Ölpalme, zu der Familie der Palmen (Arecaceae). Sie zählt zu den Obst liefernden Nutzpflanzen.

Beschreibung

Die Dattelpalme ähnelt in ihrem Aussehen der Kokospalme. Sie ist 15 bis 30 m hoch und besitzt einen unverzweigten Stamm. An dessen Ende befinden sich zwischen 30 und 40, bis zu 4 m lange Fiederblätter, die zwischen drei und sieben Jahre alt werden können. Insgesamt kann eine Dattelpalme ein Alter von 200 Jahren erreichen.
Die Dattelpalme ist eine zweihäusige Pflanze. In den Blattachseln wachsen, von einem Hochblatt umgeben, rispenförmige Blütenstände mit 400 - 500 unscheinbaren weißen Blüten. Die weiblichen Blüten besitzen jeweils drei nicht miteinander verwachsene Fruchtknoten. Jede männliche Blüte hat sechs Staubblätter.
Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemogamie). In Kulturen werden die Blüten aber künstlich bestäubt, indem man z. B. die männlichen Blütenstände über die weiblichen ausschüttelt.
Von den drei Fruchtknoten entwickelt sich meistens nur einer zur Frucht. Hierbei handelt es sich um eine etwa 5 cm lange, fleischige Beere mit dunkelbrauner, glänzender Schale und einem länglichen harten Samen. Die Frucht besteht zu 60 - 80 % aus Kohlenhydraten und zu 2 % aus Reservezellulose und Eiweiß. Weiterhin sind Vitamin A und B12, Calcium, Phosphor, Eisen und Cumarin zu nennen.

Herkunft / Verbreitung / Anbaugebiete

Das Ursprungsgebiet der Dattelpalme ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Region um den Golf von Persien. Von dort aus dehnte sie sich bis Marokko und Nordindien aus. Die Dattelpalme entwickelte sich wahrscheinlich aus der Walddattelpalme (Phoenix sylvestris), einer Schmuckpalme, deren Beeren recht geschmacklos sind, die aber Palmsaft liefert.
Die Dattel wurde schon sehr früh genutzt und in Kultur genommen, wie bildliche Darstellungen aus Babylonien um 3000 v. Chr. zeigen. Die Dattel gedeiht auch in Oasen, denn durch ihre tiefreichenden Wurzel kann sie dort im Gegensatz zu anderen Pflanzen das Grundwasser erreichen. Heute wird die Dattelpalme auch in den USA (Kalifornien, Texas, Arizona), Mexiko, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Australien und Südspanien angebaut.

Anbau / Standortansprüche

Dattelpalmen besitzen Wurzeln, die an Sumpf- oder Wasserpflanzen erinnern. Man sagt, dass Dattelpalmen am besten gedeihen, wenn sie "mit dem Fuß im Wasser und mit dem Kopf in der sengenden Sonne" stehen. Es sollte in den Anbaugebieten eine mittlere Sommertemperatur von 30 °C herrschen und ausreichend Wasser vorhanden sein. Auch ist die Dattelpalme ziemlich salztolerant.
In der Nordsahara werden Dattelpalmen vielfach in Trichteroasen kultiviert, denn dort sind sie vor Sandstürmen geschützt. Die Palmen bilden hier keinen hohen Stamm aus, abgeschnittene Palmwedel werden vielfach zu Windschutzzäunen zusammengesteckt.
In Kultur werden auf 30 - 50 weibliche Dattelpalmen meistens nur 1 - 2 männliche gepflanzt, da die Zahl bei künstlicher Bestäubung ausreichend ist. Da der Pollen aber über Monate fruchtbar bleibt, werden männliche "Zuchtpalmen" auch gesondert gezogen und deren Pollen auf Märkten verkauft.
Außer der künstlichen Bestäubung wird die Pflanze aber vorwiegend durch Schösslinge, die von der Stammbasis abgehauen werden, vegetativ vermehrt. Nach einem Jahr werden diese ausgepflanzt und nach vier bis fünf Jahren beginnen sie zu fruchten. Diese Methode der vegetativen Vermehrung ist vorteilhafter, da bei Bestäubung auch immer 50 % männliche Pflanzen entstehen.

Züchtung

Zur Gattung Phoenix zählen 13 Arten, von denen die meisten aber als Zierpflanzen verwendet werden.

Ernte, Lagerung und Verarbeitung

Die Erträge pro Baum betragen meistens zwischen 10 und 150 kg. Die Früchte werden bei der Ernte meist einzeln gepflückt. Sie werden dann getrocknet, bis sie entweder weich, halbweich oder hart sind. Eine weiche Dattel hat einen Wasseranteil von 20 %. Durch den hohen Zuckergehalt konserviert sich die Dattel bei der Trocknung selbst und ist dadurch sehr lange haltbar.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Produktion an Datteln betrug im Jahre 2010 7,86 Mio. t, wobei Ägypten mit 1,35 Mio. t (ca. 17,2 % der Welternte) den größten Anteil hatte.
Die Dattel ist eine wichtige Nahrungsgrundlage in den Oasen Nordafrikas und in den Trockenlandschaften in Südwestasien. Doch werden dort nicht so sehr die süßen, sondern eher die Sorten angebaut und gegessen, die viel Stärke enthalten. Datteln besitzen in solchen Gebieten die gleiche Bedeutung wie Getreide in unseren Breiten.
Die süßen Früchte werden frisch oder getrocknet, zum Rohgenuss oder z. B. auch in Gebäck, gegessen. Außerdem wird aus den Früchten auch Dattelmus oder ein Sirup gewonnen, der unter dem Namen Dattelhonig bekannt ist. Aus dem Dattelhonig lässt sich auch Zucker oder "Arrak" (Dattelschnaps) gewinnen.
Das Öl der Samen wird auch als Speiseöl verwendet. Aus dem Stammsaft wird in vielen Ländern Zucker gewonnen. Die Blätter der Dattelpalme kann man für Flechtarbeiten und zur Dachabdeckung nutzen, die Stämme dienen auch als Bauholz.
Der Dattel wird auch Heilwirkung nachgesagt: Sie wird in der Volksmedizin gegen Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute und auch generell gegen Halsschmerzen verwendet.

Literatur

FRANKE (1997): Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der Gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen. Stuttgart.
Urania Pflanzenreich. Blütenpflanzen 2. (1994). Leipzig.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Anett Siebert
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 12.06.2012


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