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Infoblatt Mais


Mais (Klett)

Mais im Überblick

Einordnung

Der Mais wird mit wissenschaftlichem Namen Zea mays L. genannt. Er zählt wie Weizen, Hafer usw. zu den Süßgräsern und ist ebenso eine kohlenhydratliefernde Nutzpflanze.

Beschreibung

Der Mais ist ein einjähriges Gras. Der Halm ist mit Mark gefüllt und kann maximal bis zu 6 m hoch und 5 cm im Durchmesser werden.
Die 8 - 40 Blätter pro Pflanze sind lanzettförmig, 4 - 10 cm breit sowie zwischen 20 cm und 1,50 m lang.
Die Besonderheit der Maispflanze im Gegensatz zu den anderen Getreidearten besteht darin, dass sie einhäusig und getrennt geschlechtlich ist.
Die männliche Blüte befindet sich am oberen Ende des Halms (endständig). Es handelt sich hierbei um eine Rispe, die aus paarweise angeordneten Ährchen zu je zwei Blüten besteht.
In den Blattachseln stehen die weiblichen Blütenstände (Kolben). Sie sind von Hüllblättern (Lieschen) umgeben, an deren Spitze die langen Narben heraus treten.
In der Regel werden die Pflanzen windbestäubt, da die männlichen Blüten vor den weiblichen reifen.
Die Früchte sind Nussfrüchte. Sie können unterschiedlich gefärbt sein, gelb, weißlich, rot oder auch blau. Auch ihre Form wie die des ganzen Kolbens kann sehr verschieden sein.
Maiskörner sind reich an Eiweiß (9 - 10 %), aber arm an essentiellen Aminosäuren (Lysin, Tryptophan), deshalb ist Mais biologisch nicht vollwertig. Die einseitige Ernährung mit Mais kann zur Vitaminmangelkrankheit Pellagra führen.

Herkunft / Verbreitung / Anbaugebiete

Die Wildform der Maispflanze ist nicht bekannt, aber ihr Ursprung wird in Mexiko vermutet. Mais ist schon sehr früh kultiviert worden. Die ältesten Maisreste hat man in Höhlen Südmexikos gefunden und auf 5000 - 3400 v. Chr. datiert. Der Mais ist schon sehr früh von den Indianern kultiviert worden und spielte eine große Rolle in ihrer Mythologie.
Die Spanier brachten den Mais zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach Europa, wo er zunächst nur seines Aussehens wegen bestaunt und erst ab dem 17. Jahrhundert angebaut wurde. Der Mais verbreitete sich über Italien, den Balkan und Russland nach Indien und China. Seit dem II. Weltkrieg wird Mais zunehmend in der ganzen Welt angebaut, aber vorwiegend nur als Viehfutter. Die Hauptanbaugebiete sind heute u. a. die USA, China, Brasilien, Mexiko, Frankreich, Südafrika und Indien.

Anbau / Standortansprüche

Der Mais ist eigentlich eine Pflanze der Tropen und Subtropen, einige Sorten gedeihen aber auch in den gemäßigten Breiten. Sein Temperaturoptimum liegt bei 30 °C, er verträgt keinen Frost. Mit Niederschlägen zwischen 500 und 700 mm kann die Pflanze auskommen. Bei Wassermangel kann sich der Mais durch Einrollen der Blätter etwas schützen, doch ist eine ausreichende Wasserversorgung während der Blütezeit notwendig, da sonst die männlichen Blüten steril werden können. Mais hat keine besonderen Ansprüche an die Bodenqualität.

Züchtung

Beim Mais kann man aufgrund der jahrtausendelangen Kultur viele Sorten unterscheiden, wobei man aber sagen muss, dass sich die grundsätzlichen botanischen Merkmale nur geringfügig geändert haben. Nach den Kornmerkmalen kann man unterscheiden zwischen Hartmais, Zahnmais, Puffmais, Stärkemais, Wachsmais und Zuckermais.
In jüngster Zeit werden auch ertragreiche Hybridmaissorten gezüchtet, deren Saatgut aber immer wieder neu gekauft werden muss.

Ernte und Lagerung

Der Mais ist reif, wenn die Blätter vergilben und sich die Maiskörner nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen lassen. Die Hüllblätter gehen zur Erntezeit auch ein wenig an der Spitze auseinander.
Die Ernte erfolgt entweder per Hand, indem die Kolben abgebrochen werden oder mit einem Maispicker, wie in den USA oder Kanada, der alle Erntearbeiten vom Schneiden bis zum Lösen der Körner vom Kolben durchführt.
Die Körner werden anschließend auf einen Wassergehalt von 15 % getrocknet.

Verarbeitung

Eine große Bedeutung hat der Mais in vielen Ländern als Futtermittel entweder in Körnerform, als Grünfutter oder als Silage aus gehäckselten Pflanzenresten.
Zuckermais hat Zucker statt Stärke (wie das verwandte Zuckerrohr) und wird unreif als Gemüsemais gegessen.
Die reifen Körner können zu Gries gemahlen und dann als Brei (Polenta) gegessen oder zu Fladen (Tortillas) verarbeitet werden. Maismehl wird auch, vermischt z. B. mit Weizenmehl, zu Maisbrot verarbeitet. Auch kann aus den Körnern Maisstärke (Maizena, Mondamin) gewonnen werden, die in Pudern, als Füll- und Bindemitteln in Tabletten, für Klebstoffe oder in Puddingpulvern Verwendung findet. Mais wird außerdem weiter verarbeitet zu Popcorn, Cornflakes oder auch Maiskeimöl. Maiskeimöl ist durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E ein hochwertiges Pflanzenöl.
Getrocknete Maisgriffel werden in der Volksmedizin als harntreibendes Mittel eingesetzt oder auch gegen Nieren- und Blasensteine, Hepatitis, Herzleiden mit Atemnot, Magenschmerzen, Rheuma und Gicht. Die Indianer Brasiliens rauchen die Maisgriffel als Rauschmittel.
In Mittel- und Südamerika stellt man aus Mais Maisbier her, in Brasilien dient die Pflanze auch zur Herstellung von Methanol als Autokraftstoff.
Die Pflanzenreste können zu einem Baustoff verarbeitet werden, der sich wie Holz verwenden lässt, der aber widerstandsfähiger und nicht brennbar ist. Die Hüllblätter dienen auch als Ausgangsmaterial für die Zigarettenpapierherstellung.

Wirtschaftliche Bedeutung

2010 wurden weltweit 844 Millionen Tonnen Mais produziert. Somit führt Mais die Rangliste in der Weltgetreideproduktion vor Weizen und Reis an, was seine wirtschaftliche Bedeutung mehr als verdeutlicht. Mais wird vielseitig genutzt und hat eine große Bedeutung in der menschlichen Ernährung und als Viehfutter, wie oben beschrieben wurde. In Mexiko z. B. ist er Hauptnahrungsmittel, in den USA werden hingegen nur 5 % der produzierten Menge für die menschliche Ernährung verwendet.

Literatur

FRANKE (1997): Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der Gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen. Stuttgart.
Urania Pflanzenreich. Blütenpflanzen 2. (1994). Leipzig.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Anett Siebert
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 11.06.2012


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