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Infoblatt Kaffee


Kaffeebohnen (Corel Stock Photo Library)

Kaffee - das beliebteste Getränk der Deutschen

Laut Kaffeeverband trinkt jeder Deutsche pro Jahr ca. 150 Liter Kaffee. Damit ist Kaffee noch vor Bier das beliebteste Getränk der Deutschen. Wo aber kommt unser Kaffee eigentlich her und wie wird aus der roten Kaffeekirsche ein aromatisches Getränk?

Herkunft und Kaffeearten

Kaffee wächst nur in tropischen und subtropischen Gebieten zwischen 23° nördlicher und 25° südlicher Breite. Er benötigt eine Jahresdurchschnittstemperatur von 17 bis 23 °C, eine jährliche Niederschlagsmenge von 1.500 bis 2.000 mm und gute Bodenverhältnisse. Ihren Ursprung hat die Kaffeepflanze in Afrika und zwar im Südwesten Äthiopiens, in der heutigen Provinz Kaffa. Hier im Bonga Forest findet man immer noch wildwachsende Kaffeesträucher, von denen vermutlich alle ca. 10 Milliarden Coffea-Arabica-Sträucher auf der ganzen Welt abstammen. Heute sind Brasilien, Vietnam, Indonesien und Kolumbien die weltweit größten Kaffeeproduzenten.
Wirtschaftliche Bedeutung haben vor allem zwei Kaffeearten: Coffea Arabica und Coffea Canephora (Robusta genannt). Der Arabica ist ein Hochlandkaffee, der insbesondere in Lateinamerika, Ostafrika und Indien angebaut wird. Aufgrund seines milden Aromas und geringen Koffeingehalts macht er 70 % der Weltkaffeeproduktion aus. Der Robusta dagegen ist eine besonders ertragreiche und schädlingsresistente Kaffeeart, die hauptsächlich in Westafrika und Asien, aber auch in Brasilien wächst. Dieser im Tiefland angebaute Kaffee hat einen höheren Koffeingehalt als der Arabica und schmeckt deshalb leicht bitter. Meist wir er mit Arabica vermischt und bei der Herstellung von löslichem Kaffee verwendet. Allgemein lässt sich sagen, dass die Kaffeebohne mit zunehmender Anbauhöhe an Qualität gewinnt.

Anbau und Verarbeitung


Kaffeeernte in Kolumbien (Rother)

Der Kaffeeanbau und besonders die Ernte sind sehr arbeitsintensiv: Mit Jäten, Beschneiden, Düngen und Bewässern der Kaffeeanpflanzungen ist man das ganze Jahr über beschäftigt . Nachdem die Setzlinge aus dem Saatbeet in die Plantage ausgepflanzt worden sind, dauert es ungefähr vier Jahre, bis die Kaffeepflanzen das erste Mal blühen. Erst 9 bis 12 Monate später sind die ersten Kaffeekirschen reif. 10 bis 20 weitere Jahre können maximale Ernterträge erreicht werden. Um den Ertrag zu steigern und die Ernte zu erleichtern, müssen die Kaffeesträucher auf einer Höhe von 1,5 bis 2 m gehalten werden. Da man häufig Blüten und reife Kirschen an einem Ast findet, ist es schwierig, die Ernte zu mechanisieren. Nur auf den großen Plantagen in Brasilien werden Maschinen eingesetzt, die die Äste kämmen und die herunterfallenden Kirschen aufsammeln. Ansonsten ist die Kaffeeernte Handarbeit.
Nach der Ernte werden die Kaffeekirschen sofort verarbeitet, weil sie kaum lagerfähig sind. Der Kern der Kirschen, d. h. die Kaffeebohnen, müssen vom Fruchtfleisch befreit werden. Dies geschieht entweder durch das trockene Verfahren oder das wesentlich aufwändigere nasse Verfahren. Beim trockenen Verfahren werden die Kirschen so lange in der Sonne getrocknet, bis sich das Fruchtfleisch (Pulpe) ohne Rückstände von den Bohnen abschälen lässt. Für das nasse Verfahren ist das Vorhandensein von Wasser notwendig, da man 130 bis 150 Liter Wasser für die Herstellung von 1 kg Rohkaffee benötigt. In Wassertanks werden die Kirschen gereinigt und anschließend im Entpulper die Bohnen vom Fruchtfleisch getrennt. Im Fermationsbecken wird dann durch Gärung die Pergamenthaut von der Kaffeebohne gelöst. Nach der Fermation wird der Kaffee wieder gewaschen und danach getrocknet. Zuletzt werden die fehlerhaften Bohnen aussortiert und der fertige Rohkaffee zum Verkauf in Säcke abgefüllt. In den meisten Anbauregionen wird der Kaffee nicht von der eigenen Bevölkerung konsumiert, sondern meist per Schiff exportiert. Die größten Kaffeeimporteure sind die USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Italien.

Röstkaffeeproduktion

Nachdem der Rohkaffee in den Häfen der Verbraucherländer angekommen ist (in Deutschland sind das Hamburg und Bremen), wird er weiter zu den Röstereien transportiert. Erst durch das Rösten wird der Kaffee vom Rohstoff zum Genußmittel. Dazu werden oft entweder vor oder nach dem Rösten Kaffeebohnen unterschiedlicher Herkunft, Sorten und Qualität gemischt, um den gewünschten Geschmack zu erreichen. Allein einige besonders hochwertige Arabica-Sorten bleiben unvermischt und werden als Spitzenkaffees verkauft. Beim Röstvorgang verlieren die Bohnen ihre restliche Feuchtigkeit, werden braun und dehnen sich aus. Nach dem Abkühlen werden die ganzen oder bereits gemahlenen Bohnen luftdicht verpackt und kommen anschließend ins Ladenregal.

Literatur

BAUM, H. / Offenhäusser, D. (1994): Kaffee: Armut - Macht - Märkte. Ein Produkt und seine Folgen. Unkel.
KLINGHOLZ, R. (2003): Wo die wilde Bohne wächst. In: Geo H. 1, S. 44-60.
TRANSFAIR/MISEREOR (2000): Kaffee. Aachen.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Sabine Reitzki
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 12.06.2012


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