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Infoblatt Bergbau


Diamanten-Tagebau in Mirny (Andreas Heitkamp)

Einleitende Informationen zum Thema Bergbau

Was ist Bergbau?

Als Bergbau wird der Abbau wirtschaftlich verwertbarer Bodenschätze in Bergwerken bezeichnet. Zum Bergbau gehören das Auffinden der Lagerstätten (Prospektion), die geologische Erkundung (Exploration), eine Wirtschaftlichkeitsabschätzung, die Erschließung (Ausrichtung) der Lagerstätte (Baumaßnahmen wie Verkehrserschließung, Versorgung mit Wasser und Energie etc.), der eigentliche Abbau und die Förderung der Bodenschätze und beim Tagebau die Rekultivierung des ehemaligen Bergbaugebietes. Feste Stoffe werden im Tage- oder Untertagebau gewonnen, Erdgas und Erdöl werden durch Bohrungen gefördert. Abgebaut werden Energierohstoffe, Salze, Phosphate, Schwefel, Stickstoffmineralien, Edelsteine, Steine und Erden.

Prospektion und Exploration

In der Frühzeit des Bergbaus war man auf zufällige Funde angewiesen. So drangen an bestimmten Stellen Bodenschätze wie Erdöl oder Braunkohle von allein an die Oberfläche, die man von dort aus abbauen konnte. Die Ursache für solche Phänomene waren günstige Schichtungen und Verwerfungen der Erdkruste. Heute werden Lagerstätten gezielt gesucht. Dafür stehen eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Methoden zur Verfügung. Geologische, geophysikalische, geochemische, mineralogische und lagerstättenkundliche Untersuchungs- und Kartiermethoden werden von den Ergebnissen der Fernerkundung (von Flugzeugen und Satelliten aus) ergänzt. An die Prospektion schließt sich die Exploration an. Bohrungen, Probeschürfungen und detaillierte Laboranalysen geben ein genaueres Bild. Diese Phase wird bestimmt von wirtschaftlichen und praktikablen Erwägungen.

Tagebau

Im Tagebau werden vor allem Braunkohle, Steine und Erden und einige Erze gewonnen. Die Ausrichtung beginnt beim Tagebau mit der Entfernung der Deckschichten, dann muss das Grundwasser bis zur Arbeitstiefe abgesenkt werden. In Steinbrüchen wird mit Hilfe von Sprengungen und Baggern gearbeitet. Tagebaue sind oft geprägt von besonders großen technischen Anlagen wie etwa den Schaufelradbaggern des Braunkohlentagebaus in der Lausitz.

Untertagebau

Im Untertagebau werden z. B. Steinkohle, verschiedene Erze und Edelsteine gewonnen. Der Untertagebau ist mit zunehmender Tiefe wesentlich arbeitsintensiver als der Tagebau. Kann der Stollen nicht direkt von einem Hang waagerecht in einen Berg getrieben werden, muss durch Schächte Tiefe gewonnen werden. Ein gutes Beispiel für besonders tiefe Schächte sind die Steinkohlegruben des Ruhrgebietes. Von den Schächten aus werden seitwärts Stollen angelegt, die z. B. direkt in die Kohleflöze hineinreichen. Auch der Abbau untertage ist heute weitestgehend mechanisiert. Hobel, Schrapper und Schrämmaschinen ermöglichen sehr hohe Förderleistungen bei vergleichsweise geringem Personaleinsatz. Das gebrochene Material gelangt über Band- und Kettenförderer zum Schacht, wo es in Körben zu Tage gefördert wird. Während ein Teil der Lagerstätte bereits abgebaut wird, geht die Exploration anderer Teile weiter. Die Art des abgebauten Rohstoffs und des umgebenden Gesteins entscheidet über die Sicherungsmaßnahmen in der Grube. Im Salzbergwerk bleiben Salzsäulen als Stützpfeiler stehen, im Steinkohlebergbau werden hydraulische Stempel verwendet. Je tiefer die Grube wird desto schwieriger wird die "Bewetterung", die Versorgung mit Frischluft. Diese entscheidet auch ganz erheblich über das Risiko von "Schlagwettern", Explosionen durch frei werdende Gase oder Stäube.

Erdöl und Erdgas

Erdöl und Erdgas werden sowohl auf dem Land wie auch im Meer (Offshore) gefördert. Sie erfordern spezielle Fördermethoden durch Bohrlöcher. Heute werden sie nicht mehr nur durch lotrechte Bohrungen erschlossen, moderne Techniken ermöglichen sogar waagerechte Bohrungen oder Bohrungen "um die Ecke". Dringen Erdöl und Erdgas nicht durch den eigenen Druck (Gebirgsdruck) an die Oberfläche, müssen sie gepumpt werden. Offshore werden dazu auf dem Meeresboden verankerte oder schwimmende Ölbohr- und Förderplattformen verwendet. Erdöl und Erdgas gelangen dann durch am Meeresgrund verlegte Rohre (Pipelines) oder per Tankschiff an die Küste, wo sie in Raffinerien weiterverarbeitet werden. Die Offshore-Förderung von Erdöl stellt eine große Gefahr für das Meer dar. Bei Unfällen verlieren Bohrinseln große Mengen von Öl, Öltanker sind durch Kollisionen oder Stürme gefährdet. Sogar im störungsfreien Betrieb der Ölbohrplattformen gelangt fortlaufend Erdöl in das Meerwasser und bedroht Pflanzen und Tiere. Die Entsorgung von Ölbohrplattformen birgt weitere Risiken.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 28.11.2011


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