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Infoblatt Stromboli


Informationen zum Stromboli / Italien

Basisdaten zum Stromboli

Lage: Insel Stromboli im Tyrrhenischen Meer, ca. 55 km westlich des italienischen Festlands und ca. 65 km nördlich von Sizilien (38°47' nördliche Breite, 15°12' östliche Länge)
Höhe: etwa 924 m, Kegelbasis zwischen 1.500 und 2.000 m unter dem Meeresspiegel
Vulkantyp: Stratovulkan
Tektonische Umgebung: Subduktionszone
Letzter Ausbruch: 15. März bis 2. April 2007
Erster historischer Ausbruch: durchgehende Aktivität seit mindestens 2.500 Jahren; folgenschwerster dokumentierter Ausbruch im September 1930

Das Eruptionsverhalten des Stromboli

Der Stromboli – auch "Leuchtturm des Mittelmeeres" – zeichnet sich vor allem durch seine stetigen Ausbrüche aus. Anhand historischer Aufzeichnungen konnten diese Aktivitäten bis zu 2.500 Jahren zurückverfolgt werden. In der Regel handelt es sich dabei um kleinere Explosionen in Abständen von wenigen Minuten bis mehrere Stunden, bei denen eine meist geringe Menge Lava bis zu einer maximalen Höhe von etwa 150 m ausgeworfen wird. Diese Eruptionen sind Folge in der 'Düse' des Schlots aufsteigender Gasblasen, die dann explodieren. Da diese Art vulkanischer Tätigkeit typisch für den Stromboli ist, wird sie generell als strombolianische Eruption bezeichnet.
Für Vulkanologen ergibt sich durch die permanente Aktivität der Vorteil, dass sie mit dem Stromboli ein ideales Testfeld für die Erprobung neuer Instrumente haben. Doch auch für Touristen ist der Vulkan vor allem aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer Eruption ein beliebtes Ziel.
Sehr selten sind dagegen starke Eruptionen des Stromboli, sie treten in Abständen mehrerer Jahre bis Dekaden auf. Dennoch geht von ihnen eine latente Gefahr aus, da sie lediglich mit sehr unscheinbaren Vorzeichen einhergehen. Eine besondere Bedrohung stellt diese Tatsache für die Touristen, die sich im Gipfelbereich des Vulkans aufhalten, dar, da diese von einem größeren Ausbruch überrascht werden könnten. Doch auch durch kleinere Ausbrüche wurden Touristen in der Vergangenheit immer wieder verletzt oder getötet.
Eine weitere Gefahr ergibt sich aus der instabilen Sciara del Fuoco, der "Feuerstraße", über die die Lava ins Meer fließt. Von ihr gingen immer wieder Bergstürze aus, durch die Tsunamis ausgelöst wurden.

Der bisher schwerste Ausbruch fand am 11. September 1930 statt, bei dem in Folge einer gewaltigen Eruption ein pyroklastischer Strom den Ortsteil San Bartolo traf. Mehrere Personen fanden bei dem Ausbruch den Tod, die Angaben variieren von drei bis sechs Opfern.
Die enorme Gefahr, die von Tsunamis ausgeht, offenbarte sich am 30. Dezember 2002. Zwei Tage nach Beginn des Ausbruchs gingen von der Sciara del Fuoco zwei Bergstürze ab, die ein Volumen von bis zu 5 Mio. m³ hatten. Der dadurch ausgelöste Tsunami zerstörte zahlreiche Häuser in Küstennähe auf Stromboli, forderte jedoch keine Opfer. Die Insel wurde daraufhin für die Dauer von etwa zwei Monaten vollkommen evakuiert.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Kristian Uhlenbrock
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 02.05.2012


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