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Infoblatt Nationalpark Sächsische Schweiz


Überblick zum Nationalpark

Gründungsjahr: 1990
Größe: 9.350 ha
IUCN-Kategorie: II
Bundesland: Sachsen
Geographische Lage: 30 km südöstlich von Dresden, Teil des Elbsandsteingebirges
Zielbahnhof: Bad Schandau

Naturraum und Ökosystem

Der Nationalpark Sächsische Schweiz schützt eine in Mitteleuropa einzigartige Erosionslandschaft der Kreidezeit, die von der Elbe in 100 Millionen Jahren geschaffen wurde. Bizarre Felsgebilde aus Kreidesand, tief eingeschnittene Täler, Tafelberge, Steilwände und Schluchten kennzeichnen das Elbsandsteingebirge. Bis zu 450 m beträgt der Höhenunterschied zwischen der Talsohle und den Bergspitzen. Der Naturraum der Sächsischen Schweiz ist geprägt durch einen Wechsel von Wald und Offenlandschaften durchsetzt mit dem Fließgewässersystem der Elbe.
In der Kreidezeit reichte das Meer bis an den Fuß des heutigen Erzgebirges. Aus den Ablagerungen der Kalkschalen der Meerestiere und den Sedimenten aus dem Erzgebirge entstand durch den Druck des Meerwassers ein mächtiges Sandsteinpaket. Später hob sich der Meeresboden und das Meer zog sich zurück. Eine mächtige Sandsteinplatte wurde freigelegt, die fortan den Kräften der Erosion und Krustenbewegungen ausgesetzt war. Letztlich führten die Hebung der Erzgebirgscholle zu einem größeren Gefälle der Flüsse, was zur Folge hatte, dass tiefe Durchbruchtäler und Schluchten entstanden. Verstärkt wurden diese Prozesse durch mehrere Eiszeiten. Markant sind vor allem die Basaltkegel ehemaliger Vulkane, die als einzelne Erhebungen aus weiträumigen Ebenheiten herausragen.

Fauna und Flora

Ähnlich vielfältig wie das Relief der Sächsischen Schweiz ist auch die Zusammensetzung der Fauna und Flora. Auf den kargen Felsriffen ist die Tier- und Pflanzenwelt völlig anders als etwa in den tiefeingeschnittenen Tälern. Eine charakteristische Erscheinung ist das sog. Kellerklima, bei dem sich das Klima umkehrt (unten kalt, oben warm). Dadurch wachsen in den tiefsten Schluchten Fichten, während auf den Basaltkuppen Buchen-Mischwälder gedeihen, die sonst kaum in einer solchen Höhe vorkommen. Der kleinräumige Biotopwechsel wird fortgesetzt durch Moose, Farne und Flechten, die im Umfeld der Felslandschaften gedeihen. Im Nationalpark können außerdem seltene Tierarten wie Luchse, Fischotter, Siebenschläfer und Wanderfalken beobachtet werden.

Nutzung

Die Sächsische Schweiz ist eines der ältesten Wandergebiete in Deutschland. Ein weit verzweigtes Wegenetz kann gegenwärtig von Radfahrern und Wanderern genutzt werden. Nach Ausweisung als Nationalpark wurden zwar einige Wege und Felsen aus Artenschutzgründen gesperrt, dennoch können sich Kletterer in vielen Bereichen des Nationalparks austoben. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Wege und Routen nicht missachtet werden. Die Elbe ist ein weiteres attraktives Fremdenverkehrsziel, hier kann beispielsweise gerudert oder ein Ausflug mit einem Raddampfer unternommen werden.


Im Kontext:
Infoblatt Nationalparks in Deutschland



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