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Infoblatt Nationalpark Bayerischer Wald


Überblick zum Nationalpark

Gründungsjahr: 1970 (1997 erweitert)
Größe: 24.217 ha
IUCN-Kategorie: II
Bundesland: Bayern
Geographische Lage: Zentraler Teil des Bayerischen Waldes, stellt zusammen mit dem östlich angrenzenden Böhmerwald das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas dar
Zielbahnhof: Grafenau/Zwiesel

Naturraum und Ökosystem

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 als erster Nationalpark in Deutschland ausgewiesen. Geschützt wurde damit eine einmalige Wald- und Mittelgebirgslandschaft, die gemeinsam mit dem östlich angrenzenden Böhmerwald in Tschechien das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas darstellt. Annähernd 95 % der Fläche des Schutzgebietes besteht aus nadelholzdominiertem Wald, der z. T. noch sehr ursprünglich und urwaldähnlich ist. In den nassen Talmulden mit nächtlichem Kaltluftstau gedeihen Aufichtenwälder. An Hanglagen kommen dagegen meist Bergmischwälder vor, die sich aus Fichten, Tannen, Buchen und Bergahorn zusammensetzen. In den Hochlagen ab 1.200 m überwiegen Bergfichtenwälder. Zur Naturraumausstattung zählen außerdem ausgedehnte Moore, naturbelassene Bäche, nacheiszeitliche Blockhalden und ein Eiszeitsee, der Rachelsee. 1997 wurde die Nationalparkfläche erweitert.

Fauna und Flora

Das Artenspektrum der Tier- und Pflanzenwelt ist typisch für mitteleuropäische Bergwälder. Dazu zählen beispielsweise Arten wie Rothirsch, Reh, Wildschwein, Fuchs, Dachs, Marder und auch Fischotter. Unter den mehr als 50 Waldvogelarten sind auch seltene Exemplare wie Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzspecht, Weißrückenspecht, Dreizehenspecht und Rauhfußkauz. Wiedereingebürgert wurden z. B. Uhu, Habichtskauz und Kolkraben. Dagegen sind der Luchs, der Wanderfalke und der Schwarzstorch natürlich wieder zurückgekehrt. Die Pflanzenwelt des Nationalparks wird hauptsächlich durch Arten der Wald- und Moorgesellschaften bestimmt.

Nutzung

Im Nationalpark Bayerischer Wald ist eine wirtschaftsbestimmte Nutzung von Naturgütern ausgeschlossen. Lediglich Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen der an den Nationalpark angrenzenden Waldgebiete sind unter Umständen gestattet. So sollen Naturereignisse wie Sturmwurf, Schneebruch und Insektenbefall annähernd ungehindert stattfinden dürfen. Damit soll das Nationalparkziel vom Wirken der natürlichen Umweltkräfte und ungestörter Dynamik der Lebensgemeinschaften erfüllt werden. Besucher sind im Schutzgebiet dennoch herzlich willkommen. Dem Gast stehen zahlreiche Wander-, Ski- und Radwege zur Verfügung. Besuchereinrichtungen für Erholung und Bildung ergänzen das Freizeitangebot im Bayerischen Wald.


Im Kontext:
Infoblatt Nationalparks in Deutschland



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