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Infoblatt Nationalpark Berchtesgaden


Überblick zum Nationalpark

Gründungsjahr: 1978
Größe: 20.808 ha
IUCN-Kategorie: II
Bundesland: Bayern
Geographische Lage: Südlich von Bad Reichenhall, im Südosten von Bayern
Zielbahnhof: Berchtesgaden

Naturraum und Ökosystem

Der Nationalpark Berchtesgaden zählt zu den ältesten Schutzgebieten und ist Deutschlands einziger Hochgebirgsnationalpark. Mit der Ausweisung als Nationalpark soll ein Ausschnitt der Alpenwelt geschützt werden, die besonders vielfältig in ihrer Naturraumausstattung ist. Im Herzen liegt der bekannte Königssee, der in eine Hochgebirgslandschaft eingebettet ist, deren Gesteine vorwiegend aus Kalksedimenten bestehen. Der Königssee besitzt Trinkwasserqualität, was für die Naturbelassenheit des Nationalparks spricht. Zu den alpinen Ökosysteme im Nationalpark gehören neben den Felsregionen und Schuttflächen auch Matten sowie Latschen- und Grünerlenflächen.

Fauna und Flora

Die vielfältigen Lebensräume bedingen eine ebensolche Verschiedenheit der Tier- und Pflanzenwelt. Charakteristische alpine Tierarten wie Reh, Rot- und Gamswild, Murmeltier, Schneehase, Auer- und Birkwild, Schnee und Haselhuhn, Steinadler und Alpensalamander kommen in der Berchtesgadener Alpenwelt vor. Der Steinbock war vermutlich im Nationalpark nicht heimisch und wurde erst in den 30er Jahren eingebürgert. "Unerwünschte" Tierarten, weil sie als Nahrungskonkurrenz oder als Bedrohung für den Menschen empfunden wurden, sind bereits seit dem 19. Jahrhundert ausgerottet. Dazu gehören die Raubwildarten Bär, Wolf, Luchs, Gänse- und Bartgeier. Diese Tiere wurden nicht nur direkt bekämpft, sondern auch ihre Lebensräume wurden durch menschliche Eingriffe zunehmend eingeengt bzw. zerstört. Einer Wiedereinbürgerung dieser Tierarten stehen genau diese Gründe entgegen. Trotz Schutzstatus sind die erforderlichen großräumigen und unzerschnittenen Lebensräume nicht gegeben. Langfristig ist eventuell mit einer natürlichen Zuwanderung aus dem benachbarten Österreich zu rechnen.
Der Höhenunterschied von rund 2.000 m zwischen den Tallagen und den Gipfeln bewirkt eine klimatische Differenzierung der Pflanzenwelt, die sich schematisch nach Höhenstufen gliedern lässt. In den Tieflagen bis ca. 700 m wachsen natürlicherweise Buchenmischwälder mit Vertretern von Rotbuche, Bergahorn, Gemeine Esche und Bergulme. Vielfach sind an die Stelle der Mischwälder jedoch Fichtenforste getreten, die durch menschliche Anpflanzungen entstanden sind. Die sich anschließende montane Vegetationsstufe bis 1.400 m besteht vorwiegend aus Bergmischwäldern mit Buchen, Tannen, Fichten und Bergahornen, wobei der Fichtenanteil mit der Höhe natürlicherweise zunimmt. Ab einer Höhe bis 2.000 m wird die obere Waldstufe von Fichten, Lärchen und Zirben geprägt. Diese Zone geht über in die alpine Stufe, in der Zwergstrauchheiden, Latschen- und Grünerlengebüsche, Rasengesellschaften und die Alpenrose vorkommen. Die nivale Stufe des ewigen Eises und Schnees ab 2.800 m wird aufgrund der zu geringen Höhe der Berge im Nationalpark nicht erreicht. Höchster Gipfel ist der Watzmann mit 2.713 m.

Nutzung

Trotz rigider Vorschriften sind in der sog. Pflegezone des Nationalparks traditionelle Nutzungen weiterhin möglich. So darf beispielsweise die Almwirtschaft der Einzelhöfe weiter betrieben werden und am Königssee sind die Fischerei und die Schifffahrt gestattet. Letztere dient vor allem dem Tourismus in der Berchtesgadener Alpenwelt. Die touristische Erschließung begann bereits Ende des19. Jahrhunderts. Heute ist der Fremdenverkehr Haupterwerbszweig und fast jeder in der Region erzielt sein Einkommen direkt oder indirekt durch das Gastgewerbe. Besonders stark ist der Sommertourismus ausgebildet, hier stehen dem Gast ein gut ausgebautes Wanderwegenetz zur Verfügung. Als Schutzmaßnahme vor einer Überbelastung ist der Individualverkehr im Nationalpark nur eingeschränkt genehmigt.


Im Kontext:
Infoblatt Nationalparks in Deutschland



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