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Infoblatt Eisbär


Eisbär (Corel-Corporation)

Anpassung an die Kälte, Lebensweise, Bedrohung

"Der König der Arktis"

So wird der Eisbär oft genannt, und das zu Recht. Er ist das größte und stärkste Raubtier im Nordpolargebiet. Bis zu 3 m lang und 800 kg schwer können männliche Eisbären werden. Ein durchschnittlicher Eisbär ist immerhin 2,5 m lang und 500 kg schwer, die Weibchen sind etwas kleiner. Die Inuit nennen den Eisbären "Nanuk" - "großer Jäger". Man schätzt, dass es in der Arktis etwa 20.000 von ihnen gibt.
Wie lebt der Eisbär in der lebensfeindlichen Welt der Arktis?

Anpassung an die Kälte

Wer in der Arktis lebt, muss der Kälte trotzen können. Der Eisbär ist mit seinem gesamten Körper hervorragend an das Leben in einer kalten Umwelt angepasst.
Sein dichtes weißes Fell isoliert gut vor der Kälte, denn die Haare sind hohl. Die Haut ist schwarz und kann dadurch Wärmestrahlung der Sonne besonders gut aufnehmen. Darunter sorgt eine bis zu 10 cm dicke Fettschicht für weiteren Kälteschutz. Seine breiten Pranken verhindern das tiefe Einsinken im Schnee und sind mit Ausnahme der Zehenballen behaart. Die Ohren sind klein und ebenfalls dicht mit Fell besetzt. Die Temperatur in Pranken und Ohren ist deutlich niedriger als im Körperinneren geregelt, sodass dort kein großer Wärmeverlust für den Körper entsteht.

Wie lebt der Eisbär?


Eisbärin mit ihrem Jungen (Corel-Corporation)

Die meiste Zeit des Jahres lebt der Eisbär als Einzelgänger. Hauptsächlich zur Paarungszeit zwischen April und Juni trifft man die Eisbären auch in Gruppen an. Um zu überleben, sind die Tiere fast immer auf Nahrungssuche. Sie sind gute Läufer, sie legen am Tag Entfernungen bis zu 60 km zurück. Sie sind auch ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Am liebsten jagen sie am offenen Wasser von Eisschollen aus die Robben, ihre Lieblingsspeise. Mit einem einzigen Prankenhieb versuchen die Eisbären, die Robben an deren Atemlöchern im Eis zu erlegen. Doch längst nicht alle Beutezüge sind erfolgreich und oft müssen die Eisbären wochenlang hungern. Ein Glücksfall ist es für die Eisbären, wenn sie einen gestrandeten Wal finden. Dann kann man meist eine große Gruppe von Tieren beim tagelangen Fressen beobachten. Im Winter, wenn sich das arktische Eis ausdehnt, wandern die Eisbären in Richtung Süden in die Tundra und im Sommer wieder Richtung Norden. Außer von Robben ernähren sie sich von Fischen, Muscheln, Krebsen und Vogeleiern; auch pflanzliche Nahrung wie Beeren und Gräser nehmen sie zu sich.

Wie zieht die Eisbärin ihre Jungen groß?

Im November suchen die trächtigen Eisbärinnen Gebiete mit tief verschneiten Talmulden auf. Dort graben sie eine Höhle in den Schnee, in der sie im Dezember oder Januar ihre Jungen zur Welt bringen. Meist sind es zwei, manchmal auch drei oder vier Nachkommen. Sie sind bei der Geburt nackt und blind, nicht größer als ein Meerschweinchen und wiegen nur ein halbes Kilo. Bis zum Frühjahr bleibt die Bärenmutter mit ihren Kleinen in der Schneehöhle und lebt nur von ihren Fettreserven. Dann sind die Eisbärenkinder so groß, dass sie die Höhle mit ihnen zusammen verlassen kann. Zwei Jahre bleiben die Jungbären bei ihrer Mutter und lernen alles, was sie zum Überleben in der Arktis brauchen. Danach geht jedes Tier seinen eigenen Weg.

Ist der Eisbär bedroht?

Eisbären haben außer dem Menschen keine natürlichen Feinde und stehen in den meisten Gebieten unter Naturschutz. Trotzdem sind sie bedroht - durch die Erwärmung der Erde, den vom Menschen verursachten Klimawandel. In den letzten Jahren geht das Eis der Arktis immer mehr zurück. Die Eisbären verlieren dadurch große Teile ihres wichtigsten Jagdrevieres - die Packeis-Schollen auf dem Meer.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Eberhard Pyritz
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2009
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 27.05.2012


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