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Höhenschichten von Japan und Korea


zusammenfassende Darstellung der Höhenschichten von Japan und Korea

Die Länder Japan und Korea befinden sich im östlichsten Teil Asiens, wobei sich Korea auf einer Halbinsel befindet und mit der Eurasischen Festlandsfläche verbunden ist. Japan hingegen setzt sich aus mehreren großen und kleineren Inseln zusammen, welche im Westen vom Japanischen Meer und im Osten vom Pazifischen Ozean umschlossen werden. Nord- und Südkorea werden vom Gelben und Japanischen Meer umschlossen und im Nordwesten durch China begrenzt. Die Oberflächenformungen der beiden Gebiete unterscheiden sich aufgrund der geologischen und tektonischen Voraussetzungen deutlich voneinander. Der Untergrund Koreas besteht aus einem relativ stabilen und alten Grundgebirgsschild, wobei die Japanischen Inseln, die sich entlang der Tiefseegräben Ryukyugraben und Japangraben erstrecken, ein stark erdbebengefährdetes Gebiet darstellen. Weiterhin befindet sich eine Vielzahl von tätigen Vulkanen auf den verschiedenen Inseln.

Die nachfolgenden Erläuterungen zu den Höhenschichten untergliedern sich in die Gebiete:

  • Japanische Inseln (Hokkaido, Honshu, Shikoku, Kyushu und Ryukyu-Inseln)
  • Nord- und Südkorea (Mandschurei und Koreanische Halbinsel)

Japanische Inseln


Japan: Höhenschichten (Klett)

Japan setzt sich aus den Hauptinseln Hokkaido, Honshu, Shikoku, Kyushu sowie den Ryukyu-Inseln zusammen. Es ist das am kompliziertesten gebaute und eines der vulkanisch aktivsten Gebiete Asiens. Auf der Landesfläche Japans verteilen sich 58 tätige Vulkane, die aktiv zur Oberflächengestaltung der Landschaft beitragen. Für die heutige Reliefgestaltung Japans ist vor allem die Faltung der Landmassen während der alpidischen Gebirgsbildung sowie die Kontinentalplattenbewegung maßgeblich. Diese wechselvolle geologische Vergangenheit ist verantwortlich für die Vielfältigkeit der japanischen Naturlandschaft. So kommt es zum Wechsel zwischen Hochgebirgen mit alpinen Charakter, tiefen Schluchten, eingesenkten Ebenen und ausgedehnten Tieflandsbereichen entlang größerer Flüsse.

Auf der Insel Hokkaido erstreckt sich entlang der Nord-Süddiagonalen eine Gebirgskette mit Höhen um 2.000 m. Dabei ist dieses Gebiet durch erdinnere Kräfte und durch die Tätigkeit des fließenden Wassers stark gegliedert. Der gesamte östliche Teil der Insel ist überwiegend vulkanisch geprägt. Der westliche Teil der Insel ist ebenfalls mit einer Reihe von Vulkanen besetzt, die Höhen bis zu 1.800 m erreichen.

Im nördlichen Honshu lassen sich verschiedene Gebiete differenzieren. Im Nordosten befindet sich ein kristalliner Gebirgskomplex, welcher in Einzelberggruppen zerlegt ist, die bis zu 2.000 m Höhe erreichen. Im nordwestlichen Teil erstrecken sich von Nord nach Süd zwei Parallelketten, die durch querverlaufende Senken zerlegt sind. Einzelne Vulkankegel erreichen Höhen bis zu 2.200 m, wobei die Quersenken (Flusstäler) um 200 bis 500 m variieren. Südlich daran schließt sich die Ebene von Kanto an, die den Fluss Tone und die Megastädte Tokio, Yokohama und Kawasaki beherbergt. Die Höhenbereiche der Ebene und der sich anschließenden Halbinsel Boso liegen weitestgehend unter 100 m.

Im mittleren Teil der Hauptinsel Honshu (westlich der Kanto-Ebene) erhebt sich ein Hochgebirgskomplex mit Höhen bis zu 3.300 m, der durch verschiedene Flüsse stark zerschnitten ist. Der westliche Teil des Komplexes, das Hida-Gebirge, wird auch als Japanische Alpen bezeichnet und weist einen reichhaltigen Schatz an hochalpinen Formen auf. Hier befinden sich auch die großen Vulkane wie beispielsweise der Fudschijama (3.776 m) und der Shirane (3.189 m). Der Südwestliche Teil von Honshu wird durch das Chugokugebirge eingenommen, wobei sich die mittleren Höhen um 1.400 m bewegen. Nur Küsten und Flusstäler lassen sich zu den Tieflandsbereichen zählen.

Die Insel Shikoku besteht vorwiegend aus gefalteten, Nordost-Südwest streichenden Kämmen, die knapp 2.000 m erreichen. Die Kämme werden durch Täler und Senken voneinander getrennt.

Die südlichste größere Insel Japans (Kyushu) wird durch ein mittleres eingeebnetes Bergland mit Höhen um 1.700 m charakterisiert. Auch hier befinden sich einige Vulkane, die jedoch nicht die großen Höhen wie auf Honshu erreichen.

Südlich von Kyushu schließen sich die Ryukyu-Inseln an. Es sind relativ kleine und weit verstreute Inseln, deren Höhen 500 m nicht überragen.

Nord- und Südkorea

Die Fläche Nord- und Südkoreas nimmt den südöstlichen Teil der Mandschurei (Gebirgsgebiet im Nordosten Chinas) und die Koreanische Halbinsel ein. Der nördliche Teil von Nordkorea weist einen ausgeprägten Hochgebirgscharakter auf. Er setzt sich aus einer Reihe Nordost-Südwest ausgerichteter Gebirgskämme zusammen, dessen mittlere Höhen zwischen 2.000 und 2.500 m liegen. Auf der Grenze zu China befindet sich der Paitoshan mit 2.744 m. Er markiert den höchsten Berg der Mandschurei. Tieflandsbereiche lassen sich nur an der Küste und nordöstlich von Pjöngjang finden.

Die Rumpffläche der Halbinsel Korea zeigt eine asymmetrische Aufwölbung, d. h. der Kamm der Aufwölbung und somit auch die höchsten Erhebungen befinden sich über der Ostküste der Halbinsel. Die Hauptkette an der Ostküste ist stark zerschluchtet und weist Höhen um 1.500 m auf. Nach Westen hin verflacht sich das stark zerschnittene Gebirge zunehmend in verschiedenen Abstufungen. Die vielen Flüsse haben tiefe und weite Täler geschaffen und folgen der Abdachung zur stark gegliederten Westküste. Es dominieren hier überwiegend sanfte Hügel und Tieflandsbereiche, die zwischen 100 und 1.000 m liegen. Ausnahme bilden die Erhebungen rund um den Chirisan (1.915 m) im Süden der Halbinsel. Der Chirisan markiert damit gleichzeitig die höchste Erhebung der Koreanischen Halbinsel.

Literatur

Knippert, U. & S. Wagner (Hrsg.) (2003): Alexander-Kombiatlas. Gotha.
Machatschek, F. (1955): Das Relief der Erde. Versuch einer regionalen Morphologie der Erdoberfläche. Band II. Berlin.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Wolfgang Koppe
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.11.2011


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