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Infoblatt Sonnenfinsternis


Totale Sonnenfinsternis (MEV)

Definition, Voraussetzungen, Arten, Verlauf, Auswirkungen

Definition

Von einer Sonnenfinsternis (Eklipse) spricht man, wenn die Sonne vom Mond ganz oder teilweise verdeckt wird. Sie wird dort wahrgenommen, wo der Schatten des Mondes auf die Erde trifft.
Dieses astronomische Ereignis resultiert aus den Größenverhältnissen und Abständen von Erde, Mond und Sonne. Dadurch, dass Sonne und Mond von der Erde aus etwa gleichgroß erscheinen, kommt es zu einer Sonnenfinsternis, wenn der Mond in seiner Umlaufbahn um die Erde genau zwischen Erde und Sonne durchläuft.
Im Gegensatz zur Mondfinsternis, bei der der Mond tatsächlich nicht leuchtet, da er sich von der Sonne aus gesehen hinter der Erde befindet, ist die leuchtende Sonne bei der Sonnenfinsternis nur vom Mond abgeschirmt. Sie wird lediglich für den Betrachter auf der Erde vom Mond verdeckt. Verglichen mit der Mondfinsternis könnte man statt von einer Sonnenfinsternis also besser von einer "Erdfinsternis" sprechen.

Voraussetzungen


Sonnenfinsternis (Klett)

Da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Ekliptik) und die Umlaufbahn des Mondes um die Erde leicht gegeneinander geneigt sind (um 5°), kann es nur in einer bestimmten Konstellation zu einer Sonnenfinsternis kommen:

  1. Es ist Neumond und der Mond befindet sich zwischen Sonne und Erde. Hierbei ist der Erde die Nachtseite des Mondes zugewandt. Er ist also von der Erde aus nicht zu sehen.
  2. In dieser Mondphase muss die Mondbahn die Ekliptik gleichzeitig genau schneiden. Sonne, Mond und Erde befinden sich nun auf einer Gerade, der Schatten des Mondes wird auf die Erde geworfen.

Sonnenfinsternisarten

Durch die unterschiedliche Länge und Geometrie des Mondschattens entstehen vier verschiedene Typen von Sonnenfinsternissen:

  1. Bei einer totalen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond die Sonne für den Betrachter auf der Erde für wenige Minuten komplett. Besonders lange dauert die Totalität immer dann, wenn der Mond in Erdnähe und die Sonne in Erdferne ist. Dadurch wirkt für den Beobachter auf der Erde der Mond etwas größer und der Sonnendurchmesser etwas kleiner. Die Sichtbarkeit einer totalen Sonnenfinsternis ist auf einem bis zu 270 km breiten und bis zu 17.000 km langen Streifen auf der Erde begrenzt, man nennt ihn Totalitätsbereich. Der Beobachter einer totalen Sonnenfinsternis befindet sich im Kernschatten des Mondes. Nur während einer totalen Sonnenfinsternis kann man die Sonnenkorona, die "Atmosphäre" der Sonne, mit bloßem Auge von der Erde aus sehen. Es sieht aus, als lege sich ein heller Ring um den Mond.
    Für einen bestimmten Ort auf der Erde tritt eine totale Sonnenfinsternis nur extrem selten ein. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland war am 11. August 1999 zu sehen, die nächste wird erst wieder am 3. September 2081 zu sehen sein.
  2. Wenn die Sonne durch den Mond nur teilweise verdeckt erscheint, spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis. Diese ist im Bereich des Mondhalbschattens zu sehen, ein auf der Erde einige tausend Kilometer großes Gebiet. Der Mond schneidet dabei die Erdbahn nicht exakt. Deswegen zieht er, von der Erde aus gesehen, etwas über oder unter der Sonne vorbei. Solange nicht ein Großteil der Sonne verdeckt wird, bleibt die partielle Sonnenfinsternis oft unbemerkt. Weltweit kann man durchschnittlich alle paar Jahre eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Übrigens: Auch eine totale Sonnenfinsternis erscheint außerhalb des Totalitätsbereiches partiell.
  3. Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist zu sehen, wenn der Mond sich im erdfernen Teil seiner Erdumlaufbahn befindet. Er erscheint für den Beobachter auf der Erde folglich nicht mehr groß genug um die Sonne zu verdecken. Der Kernschattenbereich des Mondes trifft hier nicht auf die Erdoberfläche auf, da der Abstand zwischen Erde und Mond zu groß ist. Befinden sich Sonne, Mond und Erde genau auf einer Geraden, bleibt in dieser erdfernen Position des Mondes der äußere Rand der Sonne sichtbar.
  4. Eine hybride Sonnenfinsternis erscheint in der Mitte ihres Verlaufes kurz als totale Sonnenfinsternis. Ansonsten ist sie als ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen, denn der Kernschatten des Mondes erreicht nur in einem kleinen Bereich die Erdoberfläche. Nämlich dort wo der Abstand zwischen Erde und Mond am kleinsten ist.

Verlauf

Bei einer Sonnenfinsternis bewegt sich der Mondschatten mit dem Tagesverlauf über die Erde. Eine totale Finsternis ist an einem Ort maximal sieben Minuten und 33 Sekunden zu sehen. Man kann die Sonnenfinsternis also zu verschiedenen Uhrzeiten an verschiedenen Orten der Erde beobachten. Der Bereich der totalen Abdeckung macht hierbei nur einen verhältnismäßig kleinen Streifen aus. Die partielle Abdeckung der Sonne ist in einem weitaus größeren Gebiet sichtbar.

Auswirkungen

Eine Sonnenfinsternis wirkt sich auch auf das Wettergeschehen aus. Je mehr von der Sonne verdeckt ist, desto stärker sind diese Auswirkungen. Es kommt beispielsweise zu Temperaturabkühlung, zu veränderten Windverhältnissen und zu einer veränderten Wolkenbildung. Vor und nach einer Sonnenfinsternis kann es zu starken Windböen kommen.
Auch Tiere und Pflanzen reagieren auf die veränderte Situation einer Sonnenfinsternis. Während der Finsternis ist zu beobachten, dass sich Blüten verschließen und Tiere verstummen.

Beobachtung einer Sonnenfinsternis

Wichtig bei der Beobachtung einer Sonnenfinsternis ist eine entsprechende Schutzbrille, da das Sonnenlicht die Augen schwer schädigen kann. Die Verdunkelung der Sonne täuscht über die Wirkung der Strahlung hinweg. Sobald die Sonne nicht mehr hundertprozentig verdeckt ist besteht eine Gefährdung für das Auge. Bei einer Beobachtung mit dem Teleskop oder einem Fernglas werden unbedingt spezielle Filter benötigt.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Sophia Rieck
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2006
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 01.04.2012


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