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Infoblatt Flughafen Berlin Brandenburg (BER)


Großflughafen Berlin Brandenburg

Welche bestehenden Flughäfen sind von diesem Projekt betroffen?

Die Region Berlin-Brandenburg verfügt derzeit über drei Flughäfen: den Urlauberairport Schönefeld südöstlich Berlins im Bundesland Brandenburg sowie die innerstädtischen Airports Tegel und Tempelhof.
Schönefeld, der ehemalige Zentralflughafen der DDR, wird für etwa zwei Milliarden Euro zum Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, ausgebaut. Schrittweise werden dafür die innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel geschlossen.

Welche Baumaßnahmen sind Kern des Projekts?

Die bestehende südliche Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld wird zur BER-Nordbahn ausgebaut und von 3.000 auf 3.600 m verlängert werden. Die BER-Südbahn wird mit einer Länge von 4.000 m neu gebaut.

Wie erfolgt der Anschluss anderer Verkehrsträger?

Die Verkehrsanbindung des neuen Großflughafens soll durch einen Autobahnanschluss an den äußeren Autobahnring (A 113) sowie ein Airport-Shuttle, Intercity-, Intercityexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Anschlüsse gewährleistet werden. Der Bund will sich wahrscheinlich doch stärker an der Verkehrsverbindung des Großflughafens beteiligen als zunächst vorgesehen.

Über welche Kapazitäten verfügt der neue Flughafen?

Momentan (2010) hat Berlin ein Passagieraufkommen von etwa 22,3 Mio. Fluggästen/Jahr. Die Startkapazität des neuen Flughafens beträgt 22 - 25 Mio. Passagiere. Die Kapazitäten sind schrittweise auf bis zu 40 Mio. Passagiere/Jahr erweiterbar.

In welchem Zeitrahmen soll das Projekt realisiert werden?

Die Zeitplanung sieht vor, den neuen Flughafen bis 2011 in Betrieb zu nehmen. Allerdings war dieser Zeitpunkt und die damit verbundene Schließung von Tegel von Beginn an fragwürdig.
Mitte 2010 entschied der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft, dass der Flughafen entgegen der ursprünglichen Planungen tatsächlich erst sieben Monate später am 03. Juni 2012 eröffnet werden soll. Begründet wurde die Maßnahme mit der Insolvenz einer Firma, die am Innenausbau mitgewirkt hat sowie mit neuen EU-Sicherheitsstandards für Gepäckscanner, die daher weitaus mehr Platz benötigen.
Nach weiteren Verzögerungen wird aktuell von einer Eröffnung des Flughafens nicht vor dem Jahr 2015 ausgegangen.

Chronik


  • Mai 1991: Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF)

  • Mai 1994: Eröffnung des Raumordnungsverfahrens mit Prüfung der Standorte Schönefeld-Süd, Sperenberg und Jüterbog-Ost

  • Juni 1996: Konsensbeschluss zum Ausbau des Flughafens Schönefeld

  • September 1998: Auswahl des von Hochtief angeführten Konsortiums

  • Februar 2001: Genehmigung durch die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission. Das Konsortium firmiert jetzt als Berlin-Brandenburg International Partner (BBIP)

  • Juli 2001: Das Bieterkonsortium von Hochtief und IVG legt ein gemeinsames Angebot für den geplanten Bau und Betrieb des Großflughafens vor.

  • August 2002: Laut einer Absichtserklärung soll der Großflughafen privat gebaut und von den Investoren 99 Jahre auf eigene Rechnung betrieben werden.

  • Mai 2003: Der Verkauf der Berliner Flughäfen an das Bieterkonsortium scheitert. Die BBF-Gesellschafter beenden das Vergabeverfahren. Die öffentliche Hand will den Flughafen jetzt in Eigenregie bauen.

  • 2003: Beginn bauvorbereitender Maßnahmen

  • 2004: Planfeststellungsbeschluss - das Projekt ist somit genehmigt, beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig werden ca. 4.000 Klagen gegen den Bau eingereicht

  • 2004/2005: Abschluss der Umsiedlungen

  • Februar 2005: Der Landesentwicklungsplan zum BBI wird vom Oberverwaltungsgericht Frankfurt/Oder für unwirksam erklärt.

  • April 2005: Verfügung des Baustopps durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig

  • Februar 2006: Verhandlungsbeginn der vier ausgewählten Musterklagen gegen das Projekt

  • März 2006: Der Bau des BBI wird genehmigt, allerdings muss der Schallschutz über die bisherigen Planungen hinaus verstärkt werden, von 00:00 bis 05:00 herrscht ein weitgehendes Nachtflugverbot

  • Juli 2006: drei Klägergruppen reichen je eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein

  • ab 2006 Baubeginn des BBI (erster Spatenstich am 05.09.2006) und Schließung des Flughafens Tempelhof

  • März 2008: Abweisung der Verfassungsbeschwerden durch das Bundesverfassungsgericht, das Projekt am Standort Schönefeld ist nun juristisch nicht mehr zu verhindern

  • Mitte 2011: Da die Bezeichnung 'BBI' von der IATA (International Air Transport Association) schon an den Flughafen Biju Patnaik im indischen Bhubaneswar vergeben war, wurde die Bezeichnung in Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, geändert

  • Mitte 2012: prognostizierte Inbetriebnahme des BER bei gleichzeitiger Schließung von Tegel (ursprünglich für den 30. Oktober 2011 vorgesehen)

  • Mai 2012: Der geplante Eröffnungstermin im Juni 2012 konnte aufgrund technischer Probleme und verschiedener Planungsfehler nicht eingehalten werden. Eine Eröffnung des Flughafens ist nach derzeitigem Stand nicht vor 2015 zu erwarten.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Jens Aßmann, Kristian Uhlenbrock
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2002
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 07.02.2014


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