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Infoblatt Audi AG


Unternehmensgeschichte, Standorte und Kennzahlen

Kurze Unternehmensgeschichte

August Horch (1868 - 1951) gründete 1899 in Köln sein erstes Unternehmen: die Firma A. Horch & Cie. Sein erstes selbst entwickeltes Automobil wurde 1901 fertig gestellt. Im Jahr 1902 verlagerte Horch seinen Betrieb ins sächsische Vogtland, von wo er zwei Jahre später seinen Sitz nach Zwickau erneut verlegte. Aufgrund eines Streits zwischen Horch und dem Aufsichtsrat, verließ der Unternehmensgründer seine eigene Firma 1909. Er gründete daraufhin am gleichen Standort ein zweites Unternehmen. Horch verlor allerdings den Streit um die Namensrechte, so dass ein neuer Name her musste. Die Lösung war simpel, so übersetzte Horch seinen Namen ins Lateinische. "Audire" heißt "hören" und der Imperativ "Audi!", was "Hör zu!" oder eben "Horch!" bedeutet. Im Handelsregister von Zwickau wurde der neue Name der Firma im April 1910 wirksam. Im selben Jahr verließ das erste Kraftfahrzeug unter dem Namen Audi das Werk in Zwickau. Von Anfang an zeichneten sich die Automobile von Horch/Audi durch hohe Qualität, Luxus und technischen Fortschritt aus. So führte Horch 1921 beispielsweise die Linkslenkung ein, was bei Überholvorgängen eine bessere Einsicht gestattete. Bis Ende der 1920er Jahre wurde die Linkslenkung zum Standard in Deutschland. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und auf Betreiben der sächsischen Staatsbank schlossen sich die vier Unternehmen Horch (Zwickau), Audi (Zwickau), DKW (Zschopau) und Wanderer (Chemnitz) 1931/32 zusammen. Die vier sächsischen Automobilproduzenten firmierten fortan unter der neuen Bezeichnung Auto Union AG. Das Markenzeichen des neuen Unternehmens wurden vier verschlungene Ringe, was den Zusammenschluss der vier Firmen symbolisieren soll. Der Unternehmenssitz wurde 1936 von Zschopau nach Chemnitz verlegt.
Große Teile der Produktionsanlagen waren nach dem 2. Weltkrieg zerstört oder wurden als Reparationsgut demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Das Unternehmen wurde daraufhin am sächsischen Standort aufgelöst. Im August 1948 wurde die Auto Union AG aus dem Chemnitzer Handelsregister gelöscht. Am Standort Zwickau wurde die Automobilproduktion im VEB Automobilwerk Zwickau dennoch fortgesetzt. Später wurden diese Betriebsstätten mit dem ehemaligen Horch-Werk zu den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vereinigt. Bis 1991 wurde hier der Trabant produziert. Im bayerischen Ingolstadt wurde das Unternehmen im September 1949 unter altem Namen, aber rechtlich vollkommen neu gegründet. Mit Marschallplan-Hilfen und Krediten der bayerischen Staatsregierung konnten bereits im Gründungsjahr die ersten Kraftfahrzeuge produziert werden. Viele Mitarbeiter aus den alten Werken der sächsischen Standorte setzten sich in dieser Zeit nach Ingolstadt ab. Die ersten Personenwagen der Auto Union AG wurden 1950 unter dem Markennamen DKW gefertigt. 1958 übernahm der Stuttgarter Automobilhersteller Daimler-Benz AG die Mehrheit der Geschäftsanteile der Auto Union AG. Bis 1965 war die Auto Union AG eine 100prozentige Tochter von Daimler-Benz. In Ingolstadt wurde 1959 eine neue moderne Produktionsanlage eingeweiht. Im Dezember 1964 übernahm die Volkswagen AG die Mehrheit der Gesellschafteranteile der Auto Union GmbH. Seit 1966 ist das Unternehmen eine vollständige Tochter der Volkswagen AG. 1965 wurde der alte Name Audi für neue Modelle wiederbelebt. Erhalten blieben die vier Ringe als Firmenzeichen. Vier Jahre später kaufte die Volkswagen AG die NSU Motorenwerke AG Neckarsulm. Die baden-württembergische Stadt wurde Sitz der neuen Audi NSU Auto Union AG. 1985 erfolgte die Umbenennung in Audi AG. Fortan trugen Unternehmen und Produkte dieselbe Bezeichnung. Die Unternehmenszentrale wurde nach Ingolstadt verlagert. 1993 wurde das Produktionsnetzwerk um eine Fertigungsstätte in Györ (Ungarn) nach einem europaweiten Standortvergleich erweitert. Im Jahr 2000 wurden Audi, Seat und Lamborghini zur Audi-Gruppe zusammengefasst und bilden im Volkswagen-Verbund die sportlich orientierte Markengruppe.

Kennzahlen der Audi AG

Im Jahr 2010 wurden bei Audi über 1.150.000 Automobile und gut 1.700.000 Motoren produziert, ausgeliefert wurden insgesamt ca. 1.100.000 Fahrzeuge. In Deutschland wurden in den letzten zehn Jahren jährlich zwischen 235.000 und 258.000 Kraftfahrzeuge produziert. Der im Ausland gefertigte Anteil hat sich seit 1997 von 56,3 % auf gut 75 % erhöht. Die wichtigen Wachstumsmärkte des Ingolstädter Autobauers liegen demnach außerhalb Deutschlands, vor allem in Russland, China und Brasilien. Die Belegschaft bestand im Jahr 2010 durchschnittlich aus 56.400 Mitarbeitern.

Weltweite Standorte

An acht t Automobilstandorten produziert Audi laut eigener Werbung "Vorsprung durch Technik". Dies geschieht in homogenisierten Produktionsabläufen. Zum weltweiten Standortverbund zählen die beiden deutschen Audi Werke Ingolstadt und Neckarsulm sowie sechs Produktionsstätten in Ungarn, China, Belgien, Indien, Slowakei und Spanien.
Produktionsstandorte befinden sich vor allem in Europa sowie in den Wachstumsmärkten von Südamerika und Asien. In Deutschland produziert Audi am Stammsitz Ingolstadt und in Neckarsulm. In Ingolstadt befindet sich die größte Produktionsstätte des Automobilherstellers. Das Areal erstreckt sich über eine Fläche von rund zwei Millionen Quadratmetern, was ungefähr der Größe Monacos entspricht. Etwa 32.600 Mitarbeiter (Stand 2012) sind am Ingolstädter Standort beschäftigt. Damit macht Audi die Stadt nicht nur weltweit bekannt, sondern sorgt auch gemeinsam mit einem Netz aus zahlreichen Zulieferern am Standort dafür, dass die Automobilindustrie der wichtigste Arbeitgeber vor Ort ist. Das Werksgelände in Neckarsulm ist halb so groß wie das Ingolstädter Gelände. Auch in Neckarsulm ist Audi der größte Arbeitgeber: 13.500 Mitarbeiter (Stand 2012) sind beim Automobilproduzenten tätig. Beide Standorte profitieren von ihrer verkehrsgünstigen Lage und der Nähe zu den Metropolregionen Nürnberg und München (Ingolstadt) sowie Stuttgart und Rhein-Main (Neckarsulm).
Bei Brüssel (Belgien) befindet sich eine weitere Fertigungsstätte der Audi AG. Bis 2010 soll dieser Standort die Kapazitäten der Audi AG ergänzen. Schrittweise soll die Fertigungsstätte von einem Zuliefererwerk zu einem hochproduktiven Audi-Werk entwickelt werden. Ab 2010 wird hier die exklusive Fertigung des Modells Audi A1 erfolgen. Gegenwärtig arbeiten am belgischen Standort ca. 2.500 Mitarbeiter (2012).
In dem 1993 gegründeten Produktionsstandort in Györ (Ungarn) sind mittlerweile rund 6.000 Mitarbeiter tätig. Das Audi-Werk gilt als größter Exporteur und eines der umsatzstärksten Unternehmen Ungarns. Ein kontinuierlicher Ausbau der ungarischen Produktionsstätte ermöglicht die Herstellung der Motoren für die Audi-Modelle sowie die Endmontage der Modelle Audi TT und Audi TTS als Coupé sowie des Audi A3 Cabriolet (im Verbund mit dem Werk Neckarsulm).
In China ist die Audi AG an einem Joint Venture (Gemeinschaftsunternehmen) der VW AG und der FAW, einem chinesischen Automobilhersteller, beteiligt. Seit Anfang der 1990er Jahre werden in Changchun im Norden Chinas Fahrzeuge, Motoren und Getriebe gefertigt. Ende 2004 wurde in Shanghai eine zweite Produktionsstätte eröffnet. Hier lässt Audi an den chinesischen Markt angepasste Modelle produzieren.
Hinzu kommt der Produktionsstandort im italienischen Bologna, an dem etwa 1.000 Mitarbeiter die Modelle Lamborghini Gallardo sowie Lamborghini Murciélago fertigen.

Als zukunftsorientiertes Produktionsziel gelten der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen und die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Produkten und Produktionsstätten. Bis Ende 2012 reduziert Audi den CO2-Wert seiner Modelle um rund 20%. Die standort- und unternehmensbezogenen spezifischen CO2-Emissionen sollen bis 2020 um 30% sinken. Im Sinne einer ressourcenschonenden Logistik gelangen 70% der Fahrzeuge auf der Schiene an ihren Bestimmungsort. Darüber hinaus arbeiten alle Standorte der AUDI AG nach dem neuen Umweltmanagementsystem der Europäischen Union.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Mirko Ellrich
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.05.2012


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