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Infoblatt Ford Deutschland


Unternehmensgeschichte, Kennzahlen und Standorte

Der amerikanische Automobilkonzern Ford Motor Company, kurz Ford, ist nach Toyota und General Motors der drittgrößte Kraftfahrzeughersteller der Welt. In Deutschland hat der US-amerikanische Konzern seit den 1920er Jahren ein eigenes Tochterunternehmen, welches als "Ford Deutschland" bezeichnet wird.
Seit am 18. August 1925 die Ford-Werke AG in Berlin gegründet wurde, sind über 30 Millionen in Deutschland gefertigte Ford-Fahrzeuge auf die Straße gekommen. An diesem Erfolg arbeiten 67.500 Beschäftigte in ganz Europa. In manchen Jahren wurden 20 neue Produkte eingeführt.

Kurze Unternehmensgeschichte

Im Jahr 1903 wurde von Henry Ford in Detroit (Michigan/USA) die Ford Motor Company gegründet. Mit radikalen Konzepten wurde durch H. Ford die Großfertigung von Automobilen revolutioniert. So wurde zum Beispiel das Fließband im Sinne einer Fertigungsstraße eingeführt, viele Einzelteile standardisiert und als austauschbar konstruiert. So konnten die Mitarbeiter deutlich mehr Autos produzieren. Außerdem zahlte das Unternehmen seinen Beschäftigten höhere Löhne, damit diese sich die produzierten Autos auch leisten konnten. Auf diese Weise wurde der massenhafte Absatz von Automobilen angekurbelt und das Zeitalter der Massenproduktion eingeleitet. Diese Strategie von Ford in den USA war so erfolgreich, dass im August 1925 die Ford Motor Company Aktiengesellschaft in Berlin gegründet wurde. Damit wagte sich der US-amerikanische Hersteller in das Mutterland des Autobaus mit namhaften Konkurrenten wie Opel und Daimler. Bereits 1931 schloss das Berliner Werk aber wieder. Stattdessen lief am neuen Standort in Köln im gleichen Jahr die Produktion wieder an. Innerhalb weniger Jahre konnte die Produktion deutlich gesteigert werden. In 1939 wurde der Name in Ford-Werke AG umgewandelt. Während des zweiten Weltkriegs produzierten die Ford-Werke u. a. auch für die deutsche Wehrmacht, was mit einem hohen Anteil von Aktien in deutscher Hand begründet wurde. In den 1950er Jahren konnte die Produktion mit neuen Modellen wieder erheblich ausgeweitet werden. Anfang der 1960er Jahre wurde die Ford-LKW-Produktion in Köln aufgrund schlechter Absatzzahlen eingestellt. Die deutschen Ford-Modelle tragen seit 1976 wieder die sog. blaue Ford-Pflaume als Markenzeichen. 1989 wurde der 20-millionste Ford aus deutscher Produktion hergestellt. Im Jahr 2000 feierte Ford Deutschland sein 75-jähriges Jubiläum. Seit November 2004 firmiert Ford Deutschland als Ford-Werke GmbH, was eine Umwandlung der Rechtsform des Unternehmens bedeutete.

Kennzahlen und Standorte von Ford Deutschland

Seit 1931 befindet sich in Köln der Sitz von Ford Deutschland. Im Jahr 1998 wurde Köln auch zum Sitz von Ford Europa. Produktionsstandorte befinden sich in Köln, Saarlouis und im belgischen Genk. Am Standort Köln werden beispielsweise die bekannten Modelle Fiesta und Fusion und in Saarlouis der Ford Focus hergestellt. Weitere europäische Produktionsstandorte befinden sich z. B. in Valencia (Spanien), Dagenham (Großbritannien) und in der Türkei, diese gehören aber nicht zu Ford Deutschland.
Seit den 1970er Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter bei Ford Deutschland deutlich zurückgegangen. Während Ford 1972 noch 54.300 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 5,8 Milliarden DM beschäftigte, waren es 1990 nur noch 50.100 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 20,754 Milliarden DM. Die Produktivität konnte in diesem Zeitraum also erheblich gesteigert werden. Die Produktivität in einem Autowerk kann z. B. durch neue, computergestützte Automaten verbessert werden. Ende 2004 waren ca. 28.000 Mitarbeiter in Deutschland für Ford tätig. In 2007 blieb die Zahl der Mitarbeiter an den deutschen Standorten weitgehend konstant. Gegenwärtig arbeiten ca. 17.300 Beschäftigte in Köln; davon alleine 4.100 im Fiestazentrum.
In Köln-Merkenich befindet sich das Entwicklungszentrum von Ford – die Ideenschmiede – sowie das Europäische Teilezentrum, in dem Ersatzteile für ganz Europa gelagert und verschickt werden. Bei Ford in Saarlouis arbeiten über 6.500 Beschäftigten und im angeschlossenen Zuliefererpark weitere 2.000 Mitarbeiter.
In Aachen befindet sich das Institut für Forschung für nachhaltige Mobilität und Verkehrssicherheit der Ford AG. Hier arbeiten rund 250 Wissenschaftler aus über 25 Nationen an zukunftsweisenden Möglichkeiten.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Mirko Ellrich
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2008
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 27.04.2012


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