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Infoblatt Die sieben Weltwunder der Antike


Briefmarke mit den sieben Weltwundern der Antike

Erläuterung der sieben Weltwunder

Außer den Pyramiden von Gise gibt es heute kein antikes Weltwunder mehr im Original zu bestaunen. Die erste sog. Weltwunder-Liste soll zwischen 150 und 120 v. Chr. von dem griechischen Dichter Antipatros aus Sidon verfasst worden sein. Warum er diese Liste erstellte, ist nicht bekannt.

Pyramiden von Gise

Die Cheops-Pyramide diente als Grabmal für den ägyptischen Pharao Khufu aus der 4. Dynastie, auch bekannt als Cheops (so sein griechischer Name). Die Pyramide bildet, zusammen mit ihren Schwestern der Chephren-Pyramide und der Mykerinos-Pyramide, das letzte noch existierende Weltwunder der Antike.
Das Datum der Fertigstellung der Cheops-Pyramide wird auf 2680 v. Chr. (altägyptische Hochkultur) geschätzt. Sie ist die früheste und größte der drei großen Pyramiden in Gise.
Ursprünglich war sie 147 m hoch. Für fast 4.000 Jahre war sie damit das höchste Bauwerk ihrer Zeit. Heute ist sie an ihrer Spitze nur noch 137 m hoch.
Die Pyramiden gelten als eines der größten Kulturdenkmäler der Menschheit und wurden 1979 von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Die hängenden Gärten

Die hängenden Gärten der Semiramis oder die hängenden Gärten von Babylon, wie sie heute korrekt genannt werden, lagen in der Stadt Babylon, die im Zweistromland im heutigen Irak lag. Es handelte sich dabei aber nicht um aufgehängte Gärten – diese Bezeichnung dürfte eher auf einen Übersetzungsfehler beruhen, denn das lateinische "pensilis" hat zwar diese Bedeutung, kann aber auch "balkonartig" heißen. Die Gärten von Babylon blühten auf einem terrassenförmig ansteigenden Bauwerk.
Sie wurden wahrscheinlich auch nicht, wie überliefert durch König Nebukadnezar für seine sagenumwobene Gattin Königin Semiramis (um 775 v. Chr.) angelegt, sondern erst um 600 v. Chr. von dem babylonischen König Nebukadnezar II. erbaut. Die hängenden Gärten waren auf einem Quadrat mit einer Seitenlänge von 100 m angelegt. Die Terrassen erreichten eine Höhe von ca. 25 bis 30 m.

Der Artemistempel in Ephesos

356 v. Chr. brannte der alte Tempel nieder und in derselben Nacht wurde Alexander von Makedonien, später "der Große" genannt, geboren. Der Brand wurde daher als Zeichen empfunden. Die Epheser begannen einen neuen Tempel zu bauen und als 331 v. Chr. Alexander der Große nach Ephesos, einer Stadt am Mittelmeer, kam, ließ er den neuen Tempel auf seine Kosten fertig stellen.
Der Tempel wurde der Königin Artemis geweiht, die als die Beschützerin der Gebärenden, des jungen Lebens, der Jagd, der Jungfrauen, der Tiere und der frischen Pflanzen galt. Artemis wurde auch mit Pfeil und Bogen dargestellt und Wasser, Quellen, Sümpfe und wässrige Niederungen waren ihr heilig.

Das Mausoleum in Halikarnassos

Ein Grabmal, das für alle Zeiten seinen Ruhm verkünden sollte, bestellte sich der um 360 v. Chr. in der persischen Provinz Karien regierende Statthalter Fürst Mausolos. Die besten Baumeister und Bildhauer wurden mit dieser Aufgabe betraut. Der reiche Fürst erlebte die Fertigstellung des Grabtempels jedoch nicht mehr.
Auf einer Grundfläche von 33 mal 39 m errichtet, erhob sich das Grabmal fast 50 m hoch. Fünf Stufen trugen eine bis zur halben Höhe reichende Mauer. Auf ihr begann erst der eigentliche Grabtempel, von Säulen umgeben und mit einem stufenförmigen Dach versehen.
Es fiel im 13. Jahrhundert einem Erdbeben zum Opfer.
An der Stelle des antiken Halikarnass(os) befindet sich die Touristenmetropole Bodrum, an der Westküste der Türkei. Der heutige Begriff Mausoleum stammt von Mausolos' Namen ab.

Der Koloss von Rhodos

Es handelte sich hierbei um eine aus Erz gegossene Figur zu Ehren des Sonnengottes Helios. Sie soll 30 bis 40 m hoch gewesen sein, 70 t gewogen und breitbeinig auf zwei mächtigen Steinsockeln über der Hafeneinfahrt von Rhodos gestanden haben, eine brennende Fackel in der ausgestreckten Hand.
Den Beschluss, die Statue ihres Schutzgottes gießen zu lassen, fassten die Rhodier, der Überlieferung zufolge, nach ihrem Sieg über den Makedonierkönig Demetrios Poliorketes im 4. Jh. v. Chr. Demetrios hatte die Insel längere Zeit belagert, war dann aber erfolglos wieder abgezogen.
Der Bildhauer Chares begann 291 v.Chr. mit den ersten Entwürfen. 12 Jahre später war das große Werk vollendet. Es stand nur etwas über 50 Jahre lang auf seinem Platz. Ein Erdbeben erschütterte Rhodos und ließ den Koloss ins Meer stürzen. Teile der mächtigen Fußröhren blieben auf den Sockeln stehen, die man später verkaufte.

Der Pharos von Alexandria

Der Leuchtturm von Alexandria, um 300 bis 280 v. Chr. von dem griechischen Architekten Sostratos auf einer der ägyptischen Hafenstadt vorgelagerten Halbinsel errichtet, galt als eine der größten technischen Leistungen des Altertums. Auf einem rechteckigen Unterbau erhob sich bis zu einer Höhe von etwa 130 m ein achteckiger, schlanker Aufsatz. Auf der obersten Plattform brannte nachts ein mit Holz und Pech gespeistes Feuer.
1375 zerstörte ein Erdbeben die Überreste der Turmes. Pharos nannte man ihn nach der Halbinsel, auf der er stand – sein Name blieb erhalten, nach seinen Ruinen hat man vergeblich gesucht.

Die Zeusstatue von Olympia

Es handelte sich hierbei um ein aufgestelltes Bildnis des Zeus. Die Statue wurde in 22 bis 32 Jahren (Baubeginn 430 v. Chr.) von dem griechischen Bildhauer Phidias (vom ihm ist auch die Statue der Athena Parthenos auf der Akropolis in Athen) geschaffen und galt als sein größtes Meisterwerk. Vom Aussehen der Statue weiß man nur wenig. Aus Beschreibungen antiker Autoren, die die Statue gesehen haben, ist bekannt, dass sie eine Höhe von 12 bis 15 m gehabt haben soll. Sie soll aus einem Gerüst aus Eisen, Gips und Holz und außen mit Gold, Edelsteinen Ebenholz und Elfenbein reich verziert gewesen sein. Bei den Griechen galt jeder als unglücklich, der die Statue nicht gesehen hatte. Wie sie zerstört wurde, weiß niemand.

Literatur

Peter A. Clayton, Martin J. Price: Die Sieben Weltwunder
Hans Reichardt: Was ist was?, Bd.81, Die Sieben Weltwunder



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Christine Reinke
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 10.06.2012


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