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Infoblatt Leben in der Mongolei


Lage, Beschreibung, Nomadenleben

Der Staat

Die Mongolei ist mit 1,6 Mio. km² etwa 4,3-mal so groß wie Deutschland.
Flächenmäßig ist die Mongolei also durchaus kein kleiner Staat. Sie liegt aber zwischen zwei "Riesen" – Russland, dem größten Staat der Erde und China, dem drittgrößten Staat der Erde.

Die Landesnatur


In der mongolischen Steppe (Gerstner)

Der größte Teil des Landes besteht aus Steppengebieten, also mehr oder weniger bewachsene Grasländer. Aber auch Hochgebirgsregionen und Wüstengebiete nehmen große Regionen des Landes ein. Nur etwa ein Zehntel des Gebietes ist bewaldet. Die Mongolei ist ein Hochland, die durchschnittliche Höhe beträgt 1.580 Meter.

Das Klima

Durch die Lage im zentralasiatischen besitzt die Mongolei eines der extremsten Klimate weltweit. Aufgrund des trockenen, ausgeprägten kontinentalen Klimas schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres sehr stark: Im Winter liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen bei −25 °C, im Sommer bei +20 °C. Der mittlere Jahresniederschlag erreicht 200 bis 220 Millimeter und nimmt von über 400 mm im Norden des Landes auf weniger als 100 mm im Süden der Wüste Gobi ab. Im Jahresgang fallen 80 % bis 90 % der Niederschläge von Mai bis September. Auch die Temperaturdifferenzen zwischen Nacht und Tag sind ungewöhnlich hoch und erreichen bis zu 32 °C. Die Winter in der Mongolei sind insgesamt sehr lang, äußerst kalt und eher trocken. Die wenigen Niederschläge fallen eher im Sommer, in dem es sehr heiß werden kann.

Die Bevölkerung

Im Jahr 2010 lebten rund 2.756.000 Einwohner in der Mongolei, davon etwa eine Million in der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator), der "Stadt der roten Helden". In der Mongolei leben also weniger Einwohner als in Berlin und das auf einer Fläche, die über viermal so groß ist wie Deutschland. Damit gehört die Mongolei zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde. Fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes ist sehr arm, 43 % haben dauerhaft nicht genügend zum Essen.

Nomaden

Ein großer Teil der Bevölkerung lebt nomadisch, d. h. die Menschen haben keinen festen Wohnsitz, sondern ziehen mit ihren Herden umher. Je nach Gegend ziehen die Nomaden etwa drei- bis zehnmal im Jahr um, in den Wüstengebieten sogar bis zu zwanzigmal. Die Nomaden leben direkt von den Erzeugnissen ihrer Tiere: Kühe, Yaks, Kamele, Schafe, Ziegen und Pferde.

Nutztiere


Frauen melken eine Herde Yaks (Fabel)

Alle Tiere werden optimal genutzt. Yaks werden gemolken; sie geben zwar nur etwa zwei Liter Milch am Tag, diese Milch ist mit einem Fettgehalt von 8 % aber sehr nahrhaft. Yakmilch wird getrocknet oder zu Butter und Käse verarbeitet. Außerdem dienen Yaks als Last- und Zugtiere, vor allem die Bullen tragen auch schwere Lasten mühelos. Ihr getrockneter Kot dient als Brennmaterial. Einmal jährlich werden die Yaks geschoren, aus der Wolle werden Decken, Zeltbahnen und Seile hergestellt. Yakfleisch kann getrocknet jahrelang aufbewahrt werden. Dann bleiben natürlich noch die Häute der Yaks, die etwa doppelt so dick sind wie die von Rindern.
Da die Tierherden oft der ganze Besitz vieler Familien sind, haben viele Nomadenfamilien ihre Herden ständig vergrößert. Das führte in manchen Gebieten zu einer Überweidung. Die Pflanzen wurden so stark abgefressen, dass sie sich nicht wieder richtig erholen konnten.

Ernährung

Fleisch sowie Milch und Milcherzeugnisse sind die wichtigsten Speisen der Mongolen. Die Mongolei ist damit sicherlich kein empfehlenswertes Urlaubsland für Vegetarier.

Schule

Da viele mongolische Familien als Nomaden leben, werden die Kinder als Hilfskräfte gebraucht. Vor allem die Söhne werden deshalb oft aus der Schule genommen. Andere Familien schicken die Kinder zu Verwandten in die Städte, damit sie dort regelmäßig in die Schule gehen können. Für die armen Familien ist der Schulbesuch der Kinder außerdem noch ein finanzielles Problem. Die Schule kostet zwar keine Gebühren, aber Bücher, Schulkleidung und Hefte müssen bezahlt werden.
"Fahrende Lehrer" besuchen die verschiedenen Jurten und bringen den Kindern das Wichtigste bei. Außerdem laufen im Radio Schulfunksendungen.

Jurte


Traditionelle Jurte (Gerstner)

Die Nomaden leben in Jurten, zeltähnlichen Behausungen. Eine Jurte ist ein Holzgerüst, über das Decken aus Filz gelegt werden.
Eine Jurte passt abgebaut auf zwei Kamele oder einen Geländewagen. Beim Aufbau wird zunächst der Holzboden ausgelegt, darüber kommen dann sofort die Möbel, die vielleicht nicht durch die schmale Tür der Jurte passen. Anschließend folgt das Holzgerüst der Jurte. Auf die Seiten und das Dach werden dann Wollfilz und andere Stoffe gelegt.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Regina Woste
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 04.04.2012


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