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Infoblatt Mailand


Mailänder Dom (Photodisc)

Die italienische Metropole im Überblick

Mailand ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens. Die gleichnamige Provinz hatte 2011 etwa 3,16 Millionen Einwohner und im Ballungsraum "Grande Milano" leben sogar ca. 7,5 Millionen Menschen. Mailand ist eine typische italienische Stadt, mit einem Ausländeranteil von nur sechs Prozent.

In Mailand leben Geschichte und Gegenwart besonders intensiv miteinander. Die Stadt wurde um 400 v. Chr. von den Kelten gegründet und 200 Jahre später von den Römern erobert. Nach 500 Jahren römischer Herrschaft wurde Mailand während der Völkerwanderung von den Goten und Langobarden erobert und weitgehend zerstört. Unter der Langobardenherrschaft konnte sich die Stadt dann neu entwickeln. Sie wurde zu der wichtigsten Metropole im Handel zwischen dem Mittelmeerraum und den Ländern nördlich der Alpen. Regiert wurde die Stadt seit dem 11.Jahrhundert vom Adelsgeschlecht der Visconti. Unter ihrer Herrschaft übernahm Mailand die führende Rolle im lombardischen Städtebund, einem Zusammenschluss unabhängiger Handelsstädte, der mächtig genug war, sich erfolgreich mit dem Kaiser anzulegen.
In dieser Zeit wurde der Bau des prunkvollen Mailänder Doms begonnen, 500 Jahre dauerte es bis zu seiner Vollendung. Der Dom besteht komplett aus Marmor, das Kirchendach ist öffentlich zugänglich und offenbart zwischen zahllosen Türmchen und Figuren einen Rundumblick über die Stadt.
Als der letzte männliche Visconte starb, übernahm dessen Schwiegersohn, Graf Sforza, die Macht. Die Familie Sforza ließ Mailand zur führenden Stadt der italienischen Renaissance ausbauen. Sogar Leonardo da Vinci wurde hierher geholt. Er konstruierte die Schleusen für das Kanalsystem Navigli und schuf in der Kirche Santa Maria delle Grazie eines der berühmtesten Wandbilder der Welt, "Das Abendmahl". Aus der Zeit der Renaissance finden sich unzählige Paläste in der Stadt. Ab 1525 gehörte Mailand zu Österreich und fiel nach einem Befreiungskrieg 1859 an Italien zurück.

Am Platz vor dem Dom befindet sich die riesige, prunkvolle Einkaufspassage Galleria Vittorio Emmanuele II. Sie ist im Jugendstil erbaut und gilt als Pionierin solcher Art von Passagen. Ihren Namen hat sie von dem ersten italienischen König. Hier finden sich die vornehmsten und teuersten Geschäfte der Stadt mit einem breiten Spektrum an Kleidung, Schuhwerk und Accessoires. Sie ist Treffpunkt der Highsociety aus aller Welt. Mailand ist neben Paris eine der Welthauptstädte der Mode.

Am Ende der Einkaufspassage steht eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, die Scala. Mailand ist die Kulturhauptstadt Italiens. Die zahlreichen Museen präsentieren berühmte Gemälde und kostbare Kunstgegenstände.
Auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist Mailand eine der bedeutendsten Städte Italiens. Hier liegt das Zentrum für Finanzen, Medien, Wissenschaften und Wirtschaft des Landes. Die Hälfte der 200 größten Firmen Italiens hat hier ihren Sitz, ergänzt durch zahllose internationale Unternehmen. Zu finden sind neben der Metallverhüttung und -verarbeitung der Fahrzeugbau (Alfa Romeo, mittlerweile in Turin), die Elektroindustrie, die Gummiproduktion (Reifenhersteller Pirelli) und die Textilindustrie. Die hohe Industriedichte hat aber auch Nachteile. In Mailand ist die Luftverschmutzung besonders hoch.
Dazu kommt noch ihre äußerst verkehrsgünstige Lage. Die Stadt bildet einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt des Landes, in dem sich die Nord-/Südverbindung über die Alpen und die Ost-/Westachse Norditaliens treffen. Mailand verfügt gleich über zwei internationale Großflughäfen in unmittelbarer Umgebung und den Orio al Serio Flughafen bei Bergamo überwiegend für Billig-Airlines.




Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Wiebke Hebold
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.07.2012


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