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Infoblatt Barcelona


Kathedrale Sagrada Familia (Creativ Collection)

Die spanische Metropole im Überblick

Barcelona ist die zweitgrößte Stadt in Spanien und die Hauptstadt von Katalonien. Katalonisch und Spanisch sind hier gleichberechtigte Sprachen. Heute hat die Stadt gut 1,7 Millionen Einwohner, davon gut 18 % Ausländer. Im gesamten Einzugsbereich der Metropolregion Barcelona leben etwa 5 Millionen Menschen (Statistische Angaben Stand 2011).
Gegründet wurde Barcelona von den Phöniziern aus Karthago, später eroberten die Römer die Stadt. Im 5. Jahrhundert wurde Barcelona von den Goten eingenommen und gehörte später zum Fränkischen Reich. Als die Mauren (muslimische Berber aus Nordafrika) im 8. Jahrhundert Spanien angriffen, besetzten diese die Stadt und der Kalif von Cordoba übernahm die Macht. Im Mittelalter war Barcelona die Hauptstadt des Königreiches Aragon. Während dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zu einer wichtigen See- und Handelsmacht. Im historischen Stadtkern stehen noch zahlreiche Gebäude aus dem Mittelalter.
Besondere Beachtung verdient der seit 1217 zwischen der Altstadt und dem Hafen gelegene Marcat de la Boqueria, eine riesige Markthalle mitten in der Stadt. Dieser Markt ist berühmt für seinen fangfrischen Fisch, das riesige Obst- und Gemüseangebot und für die erlesenen, feinen Süßwaren.

An der Straße, die Altstadt und Hafen verbindet, liegen zahllose Restaurants, Cafes und kleine Geschäfte. Am Ende wacht die Statue von Christoph Kolumbus über den alten Hafen und das Schifffahrtsmuseum Museu Maritim, in dem es mehrere originalgetreuen Nachbauten von Schiffen aus unterschiedlichen Perioden gibt. Hier kann man sowohl eine königliche Galeere aus dem Mittelalter als auch moderne Schiffe bewundern. Das Einkaufs- und Freizeitzentrum Maremagnum lockt mit unzähligen Geschäften, Diskotheken, Kinos und dem größten Aquarium Europas, dessen Schwerpunkt auf der Flora und Fauna des Mittelmeers liegt.
Im Nordosten der Stadt ragt Barcelonas Hausberg, der Tibidabo, 512 m in die Höhe. Seinen Gipfel kann man mit einer 100 Jahre alten Standseilbahn erreichen. Hier befindet sich die Kirche Sagrat Cor, die nach dem Vorbild von Sacre Coeur auf dem Montmatre in Paris erbaut wurde. Sie wird von einer riesigen Christusfigur aus Bronze gekrönt, die mit ausgebreiteten Armen über die Stadt aufs Meer blickt. Unterhalb der Kirche liegt ein 100 Jahre alter Freizeitpark mit verschiedensten Attraktionen.
Das Stadtbild Barcelonas macht deutlich, welch hohen Stellenwert moderne Kunst und Architektur hier genießen. Einer der berühmtesten modernen Architekten, Antoni Gaudi, schuf zahlreiche Gebäude, die sich durch ihre geschwungenen Linien beim vollständigen Fehlen gerader Kanten auszeichnen. Dazu gehören zum Beispiel die Kathedrale Sagrada Familia oder die Gebäude im Park Güell, die erst 2004 nach seinen Entwürfen fertig gestellt wurden. Trotzdem gehören sie bereits jetzt zum UNESCO-Welterbe.

Ein weiteres herausragendes Gebäude ist der Torre Agbar, ein 142 m hohes Bürogebäude der Wasserwerke Barcelona (Agua Barcelona). Der Turm hat über 4.400 Fensteröffnungen. Die Außenhaut besteht aus Aluminium, auf der Tausende von Glaslamellen in 40 verschiedenen Farbtönen angebracht sind. Dadurch ähnelt die Fassade der Haut eines Reptils und erzielt einen schillernden Farbeffekt. Es soll der Eindruck erweckt werden, dass es sich um eine riesige Wasserfontäne handelt.
Neben dem Zoo, dem Aquarium und Einkaufspassagen laden auch zahlreiche Museen zum Besuch ein. Den Malern Pablo Picasso und Jean Miro sind eigene Museen gewidmet. Kunst und Musik sind überall in der Stadt präsent.
Barcelona ist ferner ein Zentrum der Bildung. An den vier Universitäten und zahlreichen privaten Hochschulen der Stadt studieren junge Menschen aus aller Welt, es gibt sogar ein deutsches Gymnasium in der Stadt. 1992 hat Barcelona die Olympischen Sommerspiele ausgerichtet. Außerdem war die Weltausstellung hier zweimal zu sehen (1888, 1929). Unter der Schirmherrschaft der UNESCO wurde in der Stadt das erste Internationale Forum der Kulturen eröffnet, dessen Ziel die Förderung eines friedlichen Dialogs zwischen den Kulturen ist.




Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2007
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.09.2012


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