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Infoblatt Carl Zeiss Jena


Carl Zeiss Jena - von den Anfängen bis heute

Die Gründer

Im Jahre 1846 gründete Carl Zeiss eine optische Werkstatt in Jena. In ihr wurden hauptsächlich optische Geräte für die Universität hergestellt und repariert. Ab 1867 beteiligte sich der Mathematiker Ernst Abbe am Unternehmen. Abbe entwickelte eine Theorie (Abbe’sche Theorie), die besagt, dass die Bildqualität eines Mikroskops auch von der Beugung des Lichtes am Objekt beeinflusst und dass das Auflösungsvermögen durch die Wellenlänge des Lichtes begrenzt wird. Seine Erkenntnisse waren Grundlage für die Weiterentwicklung und Verbesserung optischer Präzisionsinstrumente. 1884 gründeten Zeiss und Abbe gemeinsam mit Otto Schott das Jenaer Glaswerk Schott & Genossen. Nach Zeiss' Tod 1888 wurde Abbe zum Alleininhaber der Zeiss-Werke. 1891 übergab er die Firma der von ihm gegründeten Carl-Zeiss-Stiftung und führte umfangreiche soziale Reformen ein (u. a. bezahlten Urlaub, Gewinnbeteiligungen, Pensionen, Acht-Stunden-Arbeitstag). Abbe starb am 14. Januar 1905 in Jena.

Zeiss West und Ost

Während der Trennung Deutschlands in DDR und BRD wurden auch die Zeiss-Werke in VEB Carl Zeiss Jena und Carl Zeiss Oberkochen getrennt. Seit 1991 sind sie wieder unter dem Namen Carl Zeiss vereint. Das Unternehmen wurde in den Folgejahren neu strukturiert. Laser für die Augenheilkunde, Mikroelektronische Systeme und Spektralsensorik kamen nach Jena. Die Bereiche Molekulare Medizin und Projektionsdisplays entstanden neu. Das wachstumsstarke Geschäft mit Lithografie- und Laseroptik stärkte den Standort zusätzlich, und ein Teil des Zeiss-Forschungszentrums kam nach Jena. Die thüringische Großstadt wurde neben der Zentrale in Oberkochen (Baden-Württemberg) zum zweiten wichtigen Standort in der Carl-Zeiss-Gruppe. Seit dem Jahr 2000 schreibt die Zeiss-Tochter in Jena wieder schwarze Zahlen.

Besondere Produkte

Die Zeiss-Werke in Jena machten sich von Beginn an einen Namen mit der Konstruktion von Kameras und Mikroskopen. Jedoch ist das Produktspektrum des Unternehmens im Laufe der Zeit immens angewachsen. Besonders hervorzuheben ist die Planetariumstechnik, die erstmals 1923 im Deutschen Museum in München zum Einsatz kam. Seit 1926 steht auch in Jena ein Planetarium mit Zeiss-Projektor. Fast alle größeren Planetarien weltweit sind heute mit Planetariumstechnik von Zeiss ausgestattet. Während des Kalten Krieges versorgte der VEB Carl Zeiss Jena alle Staaten des Warschauer Paktes mit optischer Wehrtechnik, u. a. den hochauflösenden Kameras für Spionagesatelliten und Zieloptiken für U-Boote.
Aktuell gliedert sich das Unternehmen in die Bereiche Halbleitertechnik, Industrielle Messtechnik, Mikroskopie, Medizintechnik, Augenoptik und Markenoptik/Optronik.

Unternehmensgruppe Zeiss

Zeiss ist heute eine weltweit führende Unternehmensgruppe der optischen und optoelektronischen Industrie mit mehr als 24.000 Beschäftigten, davon ca. 10.000 in Deutschland. Sie ist mit rund 45 Produktions- sowie über 50 Service- und Vertriebsstandorten in über 30 Ländern vertreten. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Oberkochen in Baden-Württemberg. Die Carl-Zeiss-Stiftung mit Sitz in Heidenheim an der Brenz und Jena ist alleinige Eigentümerin der Unternehmen Carl Zeiss AG in Oberkochen und Schott AG, einem Hersteller von Spezialglas und Glaskeramik in Mainz.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig, Wiebke Hebold
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 22.08.2012


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