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Infoblatt Universität Bayreuth


Gründung, Universitätscampus, Auswirkungen

Das wichtigste Ereignis für die Stadt Bayreuth in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Gründung der Universität. Ende der 60er Jahre prognostizierte man für die kommende Zeit einen sprunghaften Anstieg der Studierendenzahlen. In der Folge entschied man sich für einige Universitätsneubauten.

Bayreuth wurde von der bayrischen Staatsregierung als neuer Universitätsstandort ausgewählt, um Oberfranken auch wirtschaftlich neue Impulse zu geben. Nicht zuletzt sollte durch den Neubau von Universitäten aber auch Bewegung in die Hochschul- und Studienreform gebracht werden, da die altehrwürdigen Bildungsstätten mit ihren über Jahrhunderte hergebrachten Strukturen nicht mehr unbedingt zeitgemäß erschienen. Unter anderem sollten die Ende der 60er Jahre von den Studierenden erstrittenen Mitbestimmungsrechte an den Universitäten umgesetzt werden. Diese Überlegungen führten damals bundesweit zum Neubau sog. "Reformuniversitäten". Ein weiteres Argument für eine Universität in Bayreuth war, dass die weiterführenden Schulen Oberfrankens Ende der 60er Jahre über ein hohes qualitatives und quantitatives Niveau verfügten. Demgegenüber stand eine mangelnde Versorgung dieses Raumes mit Studienplätzen.

Der Universitätscampus

Die ersten Bauten des Universitätscampus entstanden ab 1973 auf einer Freifläche im Stadtteil Birken. Die Universität Bayreuth ist deshalb eine echte Campus-Universität. Alle Gebäude und Einrichtungen befinden sich auf einem einzigen Gelände. Als erstes wurden die Gebäude der Geowissenschaften und Naturwissenschaften errichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurde bis heute das Campusgelände weiter ausgebaut. 1987 wurden die Universitätsbibliothek und das Sportzentrum fertig gestellt, 1992 das Gebäude für Geisteswissenschaften II. Anschließend wurden das Geoinstitut und die Verwaltungsbauten vervollständigt. Gegenwärtig sind zahlreiche weitere Gebäude im Bau, wie die Aufstockung bestehender Komplexe oder beispielsweise der Neubau eines Laborgebäudes für Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Neubau des Forschungsgebäudes "Polymer Nanostructures".

Effekte des Universitätsbaus

Die neu gebaute Universität hatte seit ihrem ersten Betriebsjahr 1975 weit reichende Auswirkungen auf den oberfränkischen Raum und die Stadt Bayreuth. Heute ist die im Stadtteil Birken gelegene Universität mit etwa 1.200 Arbeitsplätzen der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt (Stand 2010).
Zusätzlich wurde in den 70er Jahren verstärkt Wohnraum für die Studierenden gebaut. Das Studentenwerk Oberfranken errichtete mehrere über die Stadt verstreut gelegene Wohnheime, um den Studierenden Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen. Hinzu kamen mit der Zeit immer mehr allein oder in Wohngemeinschaften wohnende Studierende, was dem privatwirtschaftlichen Immobilienmarkt Bayreuths einen echten Aufschwung bescherte.
Das Ausgabeverhalten der Studierenden und Beschäftigten der Universität kam in großem Maße der Wirtschaft Bayreuths zu Gute. Vorsichtige Schätzungen gingen bereits Mitte der 90er Jahre von einer Summe von rund 20 Millionen Euro aus, die der Bayreuther Wirtschaft aus dieser Quelle jährlich zufließen.
Die Bedeutung der Universität für das positive, wissenschaftlich aufgeschlossene Image der Stadt wurde auch bald von den Stadtvätern erkannt. In der Folge wurde die "Festspielstadt Bayreuth", die ihr Image bis dato im Wesentlichen aus den Wagner-Festspielen bezogen hatte, umbenannt in "Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth".



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig, Wiebke Hebold
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.07.2012


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