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Infoblatt Köln


Köln (MEV)

Die Wirtschafts- und Kulturmetropole im Überblick

Lage und Kennzahlen

Köln ist die viertgrößte Stadt in der Bundesrepublik Deutschland und größte Stadt in Nordrhein-Westfalen. In Köln leben 1.027.500 Einwohner (Stand 2010). In den 1970er Jahren wurde bereits durch Eingemeindungen kurzzeitig die Millionengrenze erreicht, die aufgrund von späteren Ausgliederungen wieder unterschritten wurde. Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt die Einwohnerzahl von Köln wieder kontinuierlich zu und mittlerweile zählt die Stadt wieder eine Bevölkerung über eine Million. Über die weitere Einwohnerentwicklung gibt es unterschiedliche Prognosen. Eine Studie besagt einen deutlichen Rückgang bis 2020, während eine andere Studie einen weiteren Anstieg bis mindestens zum Jahr 2025 voraussagt. Die Stadt Köln ist in neun Stadtbezirke sowie 86 Stadtteile unterteilt. Das Stadtgebiet erstreckt sich sowohl rechts- als auch linksrheinisch. Der Siedlungsschwerpunkt ist das linksrheinische Ufer.
Köln liegt am Rhein unmittelbar nach dessen Austritt aus dem Rheinischen Schiefergebirgen, und muss daher immer wieder gefährliche Hochwasser fürchten.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die meisten Beschäftigten (393.500, Stand 2010) arbeiten im Dienstleistungssektor. Hier boomte in den letzten Jahren neben dem Mediensektor insbesondere die Versicherungs- und Gesundheitsbranche.
Köln ist eine typische Einpendlerstadt. Viele Beschäftigte arbeiten also in Köln, haben aber ihren Wohnsitz im Umland der Stadt. Etwa 215.000 Menschen pendeln jeden Arbeitstag nach Köln (Stand 2007). Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2010 im Durchschnitt 9,5 Prozent; das bedeutet, das 49.294 Personen arbeitslos gemeldet waren.

Wirtschaftlicher Entwicklungspfad

Die Stadt Köln kann auf eine fast 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. Seit jeher spielen Handel und Handwerk eine große Rolle für die Stadt. Besonders die Lage am Rhein, an einem der wichtigsten Handelswege im römischen Reich, begünstigte den raschen Aufstieg zu einer Wirtschaftsmetropole. Über die Jahrhunderte hinweg konnte Köln seine Bedeutung als Statthalter- und Verwaltungssitz ausbauen. Im Mittelalter wurde Köln zur Hansestadt und entwickelte sich zur damals größten Stadt Deutschlands. Die rheinische Verkehrslinie hatte ihren Hauptstützpunkt in Köln, wo Waren umgeschlagen wurden und Kaufleute in die Welt zogen. Im Spätmittelalter erhielt Köln das Stapelrecht, das der Stadt ein Vorkaufsrecht auf die auf dem Rhein transportierten Waren sicherte. Der Dreißigjährige Krieg verschonte Köln weitgehend, ganz im Gegenteil verdiente die Stadt an der Waffenproduktion und am Waffenhandel. Im 18. Jahrhundert wurde das älteste noch in der Gegenwart existierende Unternehmen, das „Farina gegenüber“, gegründet. Bis heute wird hier das weltberühmte Kölnisch Wasser („Eau de Cologne“) hergestellt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Köln nach Berlin zu einem wichtigen Finanzplatz in Preußen. Während der Industrialisierung prägte vor allem die Automobilindustrie die wirtschaftliche Entwicklung. So liegen die Anfänge der deutschen Automobilproduktion u. a. in Köln. Beispielsweise entstand hier das erste reine Motorenwerk der Welt. Bekannte Namen der ersten Stunden der Automobilproduktion wie Otto Cie (Otto-Motoren), Deutz und Horch sind mit dem Standort Köln verbunden. Im Jahr 1929 konnte die Ansiedlung von Kölns größtem Arbeitgeber, die Ford-Werke, verkündet werden. Auch Toyota (mit Hauptsitz in Köln), Volvo, Mazda, Citroën, DAF, die Deutsche Renault AG, die Renault Lkw Deutschland GmbH sind in der Kölner Automobilregion verwurzelt. Bis heute der größte Arbeitgeber in Köln ist Ford ist mit 18.500 Beschäftigten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Entwicklung des wirtschaftlichen Pfades von Köln spiegelt sich in der heutigen Wirtschaftsstruktur wieder. So ist Köln nach wie vor ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ist der größte Umschlagplatz für kombinierten Ladungsverkehr im europäischen Binnenland. In Köln befindet sich der zweitgrößte Binnenhafen Deutschlands mit einem Umschlag von ca. 12,6 Mio. Tonnen (Stand 2010). Der nah gelegene Flughafen Köln-Bonn zählt mit einem Aufkommen von 656.000 Tonnen zu den wichtigsten Frachtflughäfen in Deutschland. Seit langem gehört Köln zu einem der bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkte in Europa. Mehrere internationale Hochgeschwindigkeitsverbindungen führen nach und von Köln zu den wichtigsten Metropolen in Westeuropa und Deutschland. Das Straßennetz ist ebenfalls gut ausgebaut. Ein Autobahnring umgibt die Stadt. Zehn Autobahnen führen in alle Himmelsrichtungen und ermöglichen einen Anschluss an europaweite Märkte. Die Stadt Köln hat nicht nur eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur durch die Anbindung via Wasser, Luft, Schiene und Straße, sondern auch eine äußerst verkehrsgünstige Lage mitten in Europa. Das sind wichtige Voraussetzungen für die Weiterentwicklung als Wachstumsregion.
Der Wirtschaftsraum Köln wird von vielen Branchen geprägt, wobei einige Wirtschaftszweige den Standort besonders prägen. Dazu gehören die besagte Automobilindustrie, die Medienwirtschaft, die Chemie- und Pharmabranche, Biotech und Life Science, Logistik, Verwaltung sowie nicht zuletzt der Einzelhandel. Die Bedeutung als Handelsstandort findet sich in den zahlreichen Messen wieder, außerdem haben große Einzelhandelsketten wie Rewe und Kaufhof ihren Hauptsitz in Köln. Weiterhin arbeiten ca. 134.000 Mitarbeiter bei 900 Industrieunternehmen im Kölner Raum, das entspricht zehn Prozent aller Industriebeschäftigten in Nordrhein-Westfalen. Die Forschungslandschaft wird durch elf öffentliche und private Hochschulen bestimmt. Die Stadt Köln zählt zu den drei größten Hochschulstädten in Deutschland und beherbergte 2010 72.218 Studierende. Wichtige Verbände, Vereine und kirchliche Organisationen haben ihren Sitz in Köln. Die selbsternannte Kulturmetropole ist mit einem Aufkommen von ca. 2,6 Touristen allein im Jahr 2010 ein wahrer Touristenmagnet und ist nicht zuletzt als Karnevalshochburg bekannt.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Mirko Ellrich, Wiebke Hebold
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2003
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 24.07.2012


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