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Infoblatt Trier im Zeichen der Römer


Karte des römischen und des mittelalterlichen Triers (Klett)

Historische Entwicklung und heutiges Erscheinungsbild der Stadt Trier

Die Stadt Trier und ihr Umland gehören zu den ältesten deutschen Kulturlandschaften. Bereits seit mehr als 2.000 Jahren wird in der Region gesiedelt und gewirtschaftet. Seine frühe Blüte hatte der Trierer Raum zur Zeit der Römer, zu Beginn des 19. Jahrhunderts geriet er jedoch in eine Randlage, die verkehrsmäßige Isolation und wirtschaftliche Stagnation zur Folge hatte. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Region lagen von Alters her bei Weinbau und Landwirtschaft. Sie sind auch heute noch eine der wesentlichen Säulen des Trierer Erwerbslebens.

Geschichte

Zahlreiche urgeschichtliche Funde weisen darauf hin, dass der Raum der Stadt Trier bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. "Augusta Treverorum“, das heutige Trier, wurde 16 v. Chr. von den Römern unter Kaiser Augustus in der Nähe eines Stammesheiligtums der keltischen Treverer gegründet. Die Ruinen des 30.000 Menschen fassenden Amphitheaters am Petersberg und die des riesigen Bäderpalastes der Barbarathermen in der Nähe der Mosel sind beredte Zeugen für das stark pulsierende Leben des römischen Triers im 1. Jahrhundert nach Christus.
Im Jahre 293 ernannte Kaiser Diokletian die zu dem Zeitpunkt Treviris genannte Stadt zur römischen Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Reiches. Aus dieser Zeit stammen viele historische Bauwerke, wie die mächtige Porta Nigra, die Römerbrücke oder die Basilika. Die Porta Nigra ist das imposanteste römische Bauwerk nördlich der Alpen und das unbestrittene Wahrzeichen von Trier. In ihrer monumentalen Wirkung sucht sie unter den römischen Stadttoren ihresgleichen. Ihr Name bedeutet "Schwarzes Tor“.
Etwa um die gleiche Zeit entwickelte sich hier ein Zentrum des Christentums, Teile des Domes stammen noch aus römischer Zeit. Im 5. Jahrhundert von den Franken erobert, kam Trier bei der karolingischen Reichsteilung von 870 zum ostfränkisch-deutschen Reich. Im 12. Jahrhundert wurden die Trierer Erzbischöfe gleichzeitig Kurfürsten. Sie machten Trier zur Hauptstadt ihres Kurstaates, die bis zu dessen Auflösung an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert Zeiten hoher Blüte und tiefen Niedergangs erlebte. Nach kurzer Zeit in französischem Besitz gehörte Trier 1815 zu Preußen und nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Trier heute

Heute ist Trier mit seinen rund 105.000 Einwohnern Bezirkshauptstadt des Regierungsbezirks Trier, Bischofs- und Universitätsstadt. Die Baudenkmäler sind steinerne Zeugen aus der Römer- und Kurfürstenzeit. Sie zeigen uns heute noch die stattlichen Ausmaße der prachtvollen Römerstadt.
Kulturell gesehen ist Trier ein Freilichtmuseum der europäischen Baukunst mit Bauten aus römischer, romanischer und gotischer Zeit sowie der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus.
Auch der für Triers Wirtschaft besonders wichtige Weinbau geht auf die Römer zurück. Trier ist der Mittelpunkt des Weinbaugebiets an Mosel, Saar und Ruwer. Zudem ist die Römerstadt Standort namhafter Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Textilindustrie, der Feinmechanik, des Baugewerbes sowie des Kunsthandwerks. Nachdem in den 70er Jahren Eisenbahnverbindungen mit Köln, Koblenz und Saarbrücken hergestellt waren und so der Zugang zu den Industriegebieten an Ruhr und Saar hergestellt war, konnte sich eine beachtliche Kleinindustrie wie Gerbereien, Eisengießereien, Tuch-, Tabak-, Zigarren- und Zigarettenfabriken entwickeln, welche das wirtschaftliche Leben der Stadt erneut belebten. Am Moselschifffahrtsweg befinden sich heute ein Industrie- und Umschlaghafen sowie ein Güterverkehrszentrum. Touristisch gesehen ist Trier ein abwechslungsreiches Reiseziel für Gäste aus aller Welt, ein beliebter Tagungs- und Kongressplatz sowie Ferien- und Erholungsort.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 30.04.2012


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