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Infoblatt Büsum


Geschichte, Wirtschaft, Nordseeheilbad

Geschichte

Büsum liegt an der Westküste Schleswig-Holsteins in Dithmarschen. Urkundlich erwähnt wurde Büsum erstmals 1140. "Biusne", wie es damals hieß, war eine Düneninsel im Wattenmeer und bestand aus den Ortschaften Süddorf, Mitteldorf und Norddorf. Die verheerende Sturmflut im Jahre 1362 riss den südlichen Teil der Insel ins Meer, durch weitere Sturmfluten in den Jahren 1436 und 1570 verschwand der mittlere Teil der Insel. Was die See im Süden nahm. spülte die Strömung im Norden wieder an. Mit dem Bau des Wahrdamms (heutige Straße von Oesterdeichstrich nach Reinsbüttel) wurde die Insel bis 1609 an das Festland angeschlossen. Größere Bedeutung erlangte Büsum erst nach dem Bau der Straße nach Heide 1872. Bei der letzten schweren Sturmflut 1962 wurden die Deiche vor Büsum schwer beschädigt, aber sie hielten. Mit Hilfe der neuesten Deichbautechnik wurden daraufhin die Deiche auf 45 m verbreitert und auf 8,50 m erhöht. Ein weiteres großes Bauwerk ist das 1982 fertig gestellte Sturmflutsperrwerk. Im Vergleich zur alten, 1939 erbauten 14 m breiten Schleuse besitzt das Sperrwerk eine Breite von 22 Metern, so dass Schiffe bis zu 8.000 Bruttoregistertonnen die Hafeneinfahrt passieren können. Heute leben in Büsum 5.014 Einwohner.

Wirtschaft

Ursprünglich war Büsum ein Fischerdorf, dessen Fischer sich unter anderem auf den Fang von Krabben spezialisiert hatten. Neben der Fischerei hat sich der Fremdenverkehr in all den Jahren zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde entwickelt. Während die Zahl der in Büsum beheimateten Kutter in den letzten Jahren zurückging, hat der Fremdenverkehr einen immer größeren Anteil an der Wirtschaft der Insel. Da die Schiffe größer und leistungsstärker geworden sind, ist die Fangmenge bis 2005 gleich geblieben bzw. konnte gesteigert werden, seit 2006 ist diese jedoch rückläufig.

Nordseeheilbad

Die Anfänge Büsums als Nordseeheilbad lassen sich bis ins Jahr 1818 zurückverfolgen. Als der Kirchspielsvogt Boysen 1828 feste Badehäuschen am Ufer errichtete, kamen die ersten Badegäste nach Büsum. Bereits 1883 gab es das erste Meerwasserwarmbad in Büsum, wenn auch Anfangs noch in Badewannen. 1889 wurde es in eine Badeanstalt umgewandelt und 1896 von der Gemeinde Büsum übernommen. 1883 wurde ein Eisenbahnanschluss nach Büsum gelegt und der Ort konnte sich rühmen, das erste Seebad in Deutschland mit eigenem Bahnhof zu sein. 1949 wurde Büsum vom Nordseebad zum Nordseeheilbad erklärt. Dies brachte einen ungeheuren Aufschwung und unzählige Kurgäste mehr nach Büsum. Der Rekord lag bisher bei 16.000 Kurgästen und mehr als 160.000 Tagesgästen, wobei die Kurverwaltung mit ihrem Kurgastzentrum und dem Kurmittelhaus meist erster Anlaufpunkt der Gäste war. Nach der Eröffnung der Liegehalle im Jahre 1956 folgte 1959 die Einweihung einer Kurmittelabteilung. Aus der Notwendigkeit des zunehmenden Fremdenverkehrs entwickelte sich eine moderne Infrastruktur. Der Bau des Meerwasser-Hallen-Wellen-Schwimmbades (welches heute "Wellarium" heißt) im Jahre 1967 war ein entscheidender Schritt zur Verlängerung der Badesaison. 1972 wurde in der Perlebucht ein Sandstrand aufgespült, der gezeitenunabhängige Badebecken enthält. So kann man auch bei Ebbe in der Nordsee baden. 1975 schließlich entstand ein neues Kurmittelhaus für die therapeutische Versorgung der Kurgäste. 2002 wurde das Gesundheits- und Thalassozentrum 'Vitamaris' eröffnet, 2008 folgte der Umbau des Kurparks zu einem 'Wohlfühlgarten mit Vital-Parcours'.



Quellenangaben:
Quelle: Geographie Infothek
Autor: Lars Pennig
Verlag: Klett
Ort: Leipzig
Quellendatum: 2004
Seite: www.klett.de
Bearbeitungsdatum: 06.01.2011


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