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Infoblatt Hanse


Handelsrouten, Hansestädte, Kontore sowie Handelshöfe und weitere Niederlassungen der Hanse (Klett)

Die Hanse - Geschichte und Bedeutung

Die Hanse war ursprünglich ein Zusammenschluss norddeutscher Kaufleute. Sie bot ihren Mitgliedern Schutz im Ausland, vertrat ihre Handelsbelange gegenüber fremden Machthabern, verschaffte ihren Mitgliedern Handelsprivilegien (Zollbefreiung) und entschied Streitigkeiten ihrer Mitglieder durch eine eigene Gerichtsbarkeit, die von den Ältesten, den sog. Oldermännern, ausgeübt wurde. Nach 1450 wurde sie zu einem Städtebund umgewandelt. In ihrer Glanzzeit gehörten der Hanse ca. 200 Städte von Holland bis Finnland an.

Die Entstehung der Hanse

Die Hanse entstand zweigleisig. Während im Kölner Raum Kontakte mit Westeuropa geschmiedet wurden, bildeten Kaufleute aus Lübeck, westfälischen und sächsischen Städten den Bund der "Gotlandfahrer“. Ende des 12. Jahrhunderts entstand eine Niederlassung deutscher Kaufleute im russischen Nowgorod. 1230 unterzeichneten Lübeck und Hamburg einen Vertrag zur Handelskooperation. Nach und nach kamen mehrere Städte aus dem Ostseeraum hinzu. Wegen dieser Konzentration auf das Baltikum wurde Lübeck als "das Tor zur Ostsee“ der Kopf der Hanse. Weitere große Kontore (Niederlassungen) der Hanse entstanden in London, Brügge und Bergen. Auf den Gebieten zwischen diesen Städten hielten die Kaufleute der Hanse ab Mitte des 13. Jahrhunderts ein fast vollständiges Handelsmonopol.

Aufgaben der Hanse

Neben der Vertretung von Handelsinteressen wurde deren Durchsetzung mit Hilfe politischer Macht zunehmend wichtiger. So wurden im Laufe der Hanse-Geschichte auch Kriege geführt. Den Höhepunkt bildete der Krieg, den die Hansestädte 1364 bis 1370 gegen Waldemar IV. von Dänemark führten. Letztlich wurden auch Kriege für die Durchsetzung der kaufmännischen Interessen eingesetzt, wenn Verhandlungen und Handelsboykotte nicht zum Erfolg führten. Im 14. Jahrhundert vergrößerte die Hanse ihren Einflussbereich nach Süddeutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Dabei hatte die Hanse vor allem in Süddeutschland, England und Holland mit erheblichem Widerstand gegen ihr Handelsmonopol zu kämpfen.

Das Ende der Hanse

Die Hanse war eine lose Interessenvereinigung. Sie wurde ohne Satzung und gemeinsame Kasse geführt und ihr Handeln nur durch unregelmäßig stattfindende Hansetage (zumeist in Lübeck) bestimmt. Ihre größte Macht erreichte die Hanse nach dem Sieg über Dänemark 1370. Ab dieser Zeit ging der Einfluss der Hanse zurück, was vor allem auf die zunehmend eigenständige Wirtschaftspolitik der beteiligten Staaten und das Aufkeimen erfolgreicher Handelshäuser wie der Fugger zurückzuführen ist. Diese konnten mit ihren kombinierten Waren- und Geldgeschäften wesentlich flexibler handeln, ihre Geschäfte waren um einiges einträglicher, da sie auch Geld verliehen und dafür Zinsen einstrichen. 1630 schlossen die Städte Lübeck, Hamburg und Bremen ein engeres Bündnis, doch auch der letzte Hansetag 1669 konnte die Hanse nicht erhalten. Sie versank nach über 400 Jahren in der Bedeutungslosigkeit.



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