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Infoblatt Klimakonferenz Paris 2015


(CC-BY-SA-4.0 Creative Commons)

Die 21. UN-Klimakonferenz fand Ende 2015 in Paris statt. Dem Treffen wurde besondere Bedeutung beigemessen, weil dabei ein rechtsverbindliches Nachfolgeabkommen für das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden sollte. Am Ende einigten sich alle 195 Staaten auf das Abkommen von Paris, welches die Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2 °C vorsieht.

Vereinbarungen

1. Die globale Erwärmung soll auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt werden. Die Staaten sollen sich anstrengen, das Ziel von 1,5 °C Erderwärmung zu erreichen, um die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

2. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts soll ein Gleichgewicht erreicht sein zwischen den Treibhausgasemissionen und der -absorption durch sogenannte CO2-Senken wie Meere, Wälder oder auch unterirdische CO2-Speicher. Damit sollen die Nettoemissionen auf null gesenkt werden.

3. Die Staaten sollen alle fünf Jahre möglichst verschärfte Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen vorlegen. Sie einigten sich auf Berichtspflichten und Transparenzregeln. 2018 wird erstmals überprüft, ob die Pläne zur Erreichung des Fernziels (der Begrenzung auf eine Erwärmung von 1,5 °C) ausreichen.
Da der Ausstoß von Treibhausgasen im Kontext der Armutsbekämpfung steht, müssen ärmere Länder nicht genauso hohe Ansprüche erfüllen wie reichere Länder. Industrieländer sollen die Führung übernehmen und sich feste Ziele setzen; Schwellenländer sollen dazu ermutigt werden.

4. Die Staaten haben anerkannt, dass der Klimawandel etwa durch den Anstieg des Meeresspiegels, durch Dürren und Unwetter vermehrte Schäden hervorruft. Sie sollen Maßnahmen treffen, um die Risiken und Auswirkungen abzufedern. Dabei sollen ärmereStaaten unterstützt werden, z. B. durch Frühwarnsysteme, Klimarisikoversicherungen und den Austausch moderner Technologie.
Bereits bei der 18. UN-Klimakonferenz in Doha 2012 hatten sich die Staaten darauf geeinigt, dass der grüne Klimafonds 100 Milliarden US-Dollar umfassen soll. Industriestaaten sollen diese Summe ab 2020 jährlich zur Verfügung stellen, um bedrohte Regionen abzusichern und deren Energieversorgung umzustellen.
Einen rechtlichen Anspruch sollen geschädigte Staaten gegenüber den Hauptverursachern des Klimawandels, den großen Industriestaaten, jedoch nicht bekommen. Ein möglicher Ausgleich sowie die Schäden und Verluste durch den Klimawandel werden Gegenstand weiterer Verhandlungen sein.

Ratifizierung

Am 22. April 2016 wurde das Abkommen von Paris in New York von den Staatschefs unterzeichnet. Der Weltklimavertrag sollte aber erst in Kraft treten, wenn mindestens 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der Treibhausgasemissionen verursachen, verbindlich zugestimmt (den Vertrag ratifiziert) hatten. Dieses Ziel war im Oktober 2016, also ein Jahr nach der Unterzeichnung, geschafft. Das Pariser Abkommen konnte somit am 4. November 2016 in Kraft treten.


Im Kontext:
Infoblatt Kyoto-Protokoll
Infoblatt Klimawandel
Klimawandel – was jeder von uns tun kann
Infoblatt Klimakonferenz Marrakesch 2016



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