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Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich

Die Sicherheitsfrage steht über allem


M1 Stade de France in Paris Saint-Denis
(shutterstock.com, Yuri Turkov)

Vom 10. Juni bis zum 10. Juli findet in Frankreich die
Fußball-Europameisterschaft 2016 statt. Sie ist in zweifacher Hinsicht
eine Fußball-EM der Rekorde: Erstmals nehmen die Nationalmannschaften
aus 24 Ländern teil – so viele wie noch nie. Und zweitens sind die
Sicherheitsmaßnahmen auf einem Niveau, das es so noch nicht gegeben hat.
Denn in Frankreich herrscht seit den Terroranschlägen von Paris im
November 2015 der Ausnahmezustand.

Frankreich – das Gastgeberland der EM


M2

Einige Daten zu Frankreich:

Staatsform: Republik
Fläche: ca. 544 000 km² (ohne Überseebesitzungen)
Einwohnerzahl: 66,3 Millionen
Bevölkerungsdichte: 103 EW/km²
Bevölkerungsentwicklung: +0,4% (2014)
Wirtschaftsleistung 2013 je EW:  37 580 US-Dollar
Währung: Euro (EUR)
Mitgliedschaft in bedeutenden internationalen Vereinigungen: EU, NATO, G7, G20, OECD, WTO

Frankreich ist der drittgrößte Staat in Europa nach Russland und der Ukraine und damit der größte Staat innerhalb der Europäischen Union. Von der Bevölkerungszahl her liegt er innerhalb der EU an zweiter Stelle hinter der Bundesrepublik Deutschland mit 81 Millionen Einwohnern und knapp vor Großbritannien mit fast 65 Millionen Einwohnern. Wirtschaftlich gesehen ist Frankreich die fünftstärkste Volkswirtschaft der Welt. Eine wesentliche Rolle dabei spielt der Tourismus, denn Frankreich ist mit jährlich rund 83 Millionen Besuchern das meistbereiste Land der Welt.

Während der Kolonialzeit im 17. und 18. Jahrhundert hatte Frankreich eine führende Rolle in Europa und der Welt und besaß nach England das zweitgrößte Kolonialreich aller Zeiten. Die zum Teil heute noch zu Frankreich gehörenden Kolonialgebiete lagen vor allem in Nordamerika, in Nord- und Westafrika sowie in den Inselreichen des Pazifik und der Karibik.

Vor allem aus Nordafrika sind in den letzten Jahrzehnten viele Einwanderer aus Algerien, Marokko und Tunesien nach Frankreich gekommen. Sie ließen sich überwiegend im Südosten Frankreichs und im Großraum Paris nieder. Die zum Teil fehlgeschlagene Integration und eine hohe Arbeitslosenquote vor allem jüngerer Migranten führten in den vergangenen Jahren zu immer stärkeren sozialen Problemen. Protestaktionen und gewaltsame Aufstände in den Vororten von Paris gingen durch die Medien. Die Auseinandersetzungen der jüngeren Zeit werden u. a. der Radikalisierung zahlreicher Migranten im Zuge des sich verbreitenden Islamismus zugeschrieben. Einen besonderen Einschnitt bildeten die schweren Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris, die in Frankreich zur Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen auf vielen Ebenen führten. Unter anderem gibt es verstärkte Personenkontrollen auf Flughäfen, Bahnhöfen und an wichtigen Plätzen des öffentlichen Lebens. Auch an den Landesgrenzen wurden Kontrollen eingeführt und damit das Schengen-Abkommen der EU teilweise außer Kraft gesetzt.

Höchste Stufe bei Sicherheitsmaßnahmen zur EM

Die 51 Spiele der Europameisterschaft in Frankreich sind auf insgesamt zehn Stadien verteilt, die in den letzten Jahren für die EM zum Teil neu gebaut, zum Teil modernisiert und vergrößert wurden. Sie liegen im Norden und Süden Frankreichs, was im Land zu der Kritik führte, dass die Bevölkerung des französischen Westens, des Zentrums und des Ostens beim Besuch der Stadien benachteilig wäre. Ursprünglich waren die Städte Straßburg und Nancy auch unter den Kandidaten gewesen.  Die Entscheidung fiel schließlich für folgende zehn Spielstätten:

Ort

Stadionname

Kapazität

Paris

Parc des Princes

51 000

Paris Saint-Denis

Stade de France

81 000

Lens

Stade Bollaert-Delelis

45 000

Lille Villeneuve-d’Asq

Stade Pierre-Mauroy

50 000

Lyon Décines-Charpieu

Stade de Lyon

59 000

Saint-Ètiennes

Stade Geoffroy-Guichard

42 000

Bordeaux

Stade de Bordeaux

42 000

Toulouse

Stadium de Toulouse

41 000

Marseille

Stade Vélodrome

67 000

Nizza

Stade de Nice

36 000

Kleine Steckbriefe der EM-Spielorte

Paris
Hauptstadt Frankreichs und mit Abstand die größte Stadt des Landes. Zentrum der Region Ile-de-France, an der Seine gelegen. Fläche 105 km², Einwohnerzahl 2 230 000, in der Metropolregion (Banlieue) 12,4 Millionen.

Saint-Denis
Stadt ebenfalls in der Region Ile-de-France unmittelbar nördlich von Paris gelegen, gehört zur Metropolregion Paris. Fläche 12,4 km², Einwohnerzahl 109 000.

Lens
Französische Kleinstadt etwa 200 km nördlich von Paris in der Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie. Fläche 11,7 km², Einwohnerzahl 31 700, liegt aber mit den Nachbarstädten Liévin und Douai zusammen in einem Ballungsraum von 550 000 Einwohnern.

Villeneuve-d’Asq
Stadt unmittelbar östlich der Großstadt Lille an der Grenze zu Belgien in der Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie. Fläche 27,5 km², Einwohnerzahl 62 000.

Décines-Charpieu
Gemeinde in der östlichen Metropolregion von Lyon (500 700 Einwohner, Metropolregion 2 189 000 Einwohner) in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Fläche 17,0 km², Einwohnerzahl 26 800.

Saint-Ètiennes
Hauptstadt des südfranzösischen Départements Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes im Zentralmassiv, etwa 50 km südwestlich von Lyon. Fläche 80,0 km², Einwohnerzahl 172 000.

Bordeaux
Größte Stadt im Südwesten Frankreichs in der Region Aquitaine-Limousin-Poitou-Charente am Übergang der Garonne in die Trichtermündung Gironde. Fläche 49,4 km², Einwohnerzahl 244 000.

Toulouse
Hauptstadt des Departements Haute-Garonne in der Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées, an der Garonne gelegen. Fläche: 118,3 km², Einwohnerzahl 458 000, in der Metropolregion 1 250 000 Einwohner.

Marseille
Zweitgrößte Stadt Frankreichs und wichtigste Hafenstadt, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur an der Mittelmeerküste gelegen. Fläche 240,6 km², Einwohnerzahl 855 000, in der Metropolregion 1 350 000.

Nizza
Hafenstadt in Südwestfrankreich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur unmittelbar westlich des Fürstentums Monaco und nur 30 km von der italienischen Grenze entfernt. Fläche 71,9 km², Einwohnerzahl 342 000.


Im Kontext:
Infoblatt Paris



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