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Infoblatt Klimakonferenz Marrakesch 2016


Klimakonferenz Marrakesch 2016 (CC-BY-3.0 Creative Commons (UNclimatechange))

In der Zeit vom 7. bis 18. November 2016 fand in Marokko die 22. UN-Klimakonferenz (COP) statt. Ein Jahr, nachdem das Pariser Abkommen beschlossen worden war, sollten in Marrakesch erste Schritte für dessen Umsetzung festgelegt werden – denn wie genau das Ziel erreicht werden soll, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius und möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, ist noch nicht klar. Die nationalen Klimaschutzziele, die von den Ländern bisher vorgelegt wurden, erreichen das globale Ziel zusammengerechnet noch lange nicht.

Im Kampf gegen die Erderwärmung kamen in Marrakesch mehr als 190 Staaten zusammen. Nach dem Klimaabkommen von Paris ging es dabei vor allem um Details wie konkrete Vorhaben und Zeitpläne. Außerdem spielte die Frage eine Rolle, wie die Einhaltung der nationalen Klimaschutzzusagen in Zukunft regelmäßig überprüft werden kann.

Große Erwartungen in Marokko

Auch wenn man sich einig darüber war, dass bei der Konferenz nur Zwischenschritte vorbereitet werden sollten, galt das Treffen als bedeutend, als „Klimakonferenz auf afrikanischem Boden“, die besonders auf Maßnahmen abzielt, die der Anpassung an die Folgen des Klimawandels dienen. Außerdem als „COP of Action“, bei der wichtige Schritte gemacht werden sollten, um die Umsetzung des Pariser Abkommens voranzutreiben.

Letztlich hat ein anderer Faktor diese Klimakonferenz geprägt: Die Präsidentschaftswahl in den USA, über deren Folgen Unsicherheit herrschte. Die Ländervertreter versicherten, dass das Klimaabkommen auch nach einem Austritt der USA ohne Probleme weiterlaufen würde und alle Länder betonten, dass sie weiter hinter dem Abkommen und dessen Zielen stehen.

So hat die Staatengemeinschaft eine Erklärung verfasst, in der sie noch einmal die Wichtigkeit des Pariser Abkommens und des Kampfes gegen den Klimawandel betont. Denn auch wenn das Pariser Abkommen ohne die USA weiterbestehen würde, würde dessen Umsetzung beschädigt werden. Im letzten Jahr haben immerhin 111 Staaten in Rekordgeschwindigkeit das Abkommen ratifiziert, sodass es vier Jahre früher als erwartet in Kraft treten konnte.

Einigungen und Vorhaben

Neben dieser Erklärung haben die Länder sich in Marrakesch darauf geeinigt, ihre nationalen Klimaschutzziele ab dem kommenden Jahr regelmäßig zu überprüfen und bis 2018 Pläne zur Verstärkung vorzulegen. Bis 2018 sollen auch Transparenzregeln vereinbart werden, nach denen Länder ihre zukünftigen Klimaschutzpläne gestalten, damit diese besser miteinander vergleichbar sind. Schließlich beziehen sie bisher unterschiedliche Sektoren ein, in denen CO2 entsteht, oder sie berücksichtigen verschiedene Zeiträume, sodass ein direkter Vergleich und eine Bewertung zwischen den Ländern sehr schwierig ist.

Die Konferenz in Marokko hat mit ihren Ergebnissen zwar erste Schritte hin zu einem gemeinsamen Klimaschutzfahrplan gemacht, aber viele Länder sind trotzdem nicht zufrieden, da die meisten kritischen Entscheidungen auf die kommenden zwei Jahre vertagt wurden und nur ein grober Zeitplan festgelegt wurde. Doch die Konferenz hat auf anderer Ebene viel mehr geliefert: Einzelne Staaten und auch immer mehr Regionen und Gemeinden legen neue Initiativen vor, weil ihnen der internationale Prozess zu langsam vorangeht. So haben in der zweiten Verhandlungswoche mit Deutschland, den USA, Kanada und Mexiko vier Länder erstmals Langzeitziele vorgelegt, wie sie bis 2050 ihre nationale Klimapolitik planen wollen.

Am meisten Aufmerksamkeit gab es aber für die Ankündigung des „Climate Vulnerable Forums“, eines Zusammenschlusses von 48 Staaten: Sie wollen bis spätestens 2050 ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Diese Länder haben sich außerdem dazu verpflichtet, ihre nationalen Klimaschutzpläne in den kommenden Jahren zu überarbeiten, um das gemeinsame Ziel doch noch zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dieser Impuls, der gerade von den ärmsten und am meisten von den Klimafolgen betroffenen Ländern ausgeht, hat ein wichtiges Zeichen in die Verhandlungen gesendet. Viel Lob gab es in Marrakesch für eine deutsche Initiative, Regierungen mit einer Partnerschaft bei deren Klimaplänen zu helfen.

Ausblick

Das nächste wichtige Zieldatum der Staatengemeinschaft ist 2018. Dann soll erneut eine Zwischenbilanz beim Klimaschutz gezogen werden. Auf dieser Grundlage legen die Staaten der Welt dann 2020 neue Klimaziele vor.


Im Kontext:
Infoblatt Kyoto-Protokoll
Infoblatt Klimawandel
Infoblatt Klimakonferenz Paris 2015
Klimawandel – was jeder von uns tun kann



Quellenangaben:
www.bmub.bund.de/cop22/
www.politische-bildung.de/klimawandel.html#c8838
www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/15197-rtkl-klimapolitik-das-sind-die-ergebnisse-von-marrakesch


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