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Mit TERRA zeitgemäß Erdkunde unterrichten, Teil 1


Ein Blick auf Produkte, Konzepte und Einsatzmöglichkeiten am Beispiel Nordrhein-Westfalen Gymnasium. Teil 1: Das Schulbuch

Dass sich mit TERRA ein zeitgemäßer und motivierender Erdkundeunterricht gestalten lässt, steht ja außer Frage. Doch wie verhalten sich eigentlich die einzelnen Produktformate, die zu TERRA inzwischen gehören, zueinander? Und wie unterscheiden oder ergänzen sich die unterschiedlichen Konzepte, die sich heute unter dem TERRA-Dach finden? Erste Antworten auf diese Fragen sollen in dieser Artikelserie beispielhaft gegeben werden:

  • Im ersten Teil geht es um das Schulbuch,
  • der zweite Teil wird sich mit den „modernen“ Begleitern des Schulbuches beschäftigen und
  • der abschließende dritte Teil wird sich dem neuen Konzept widmen: TERRA Arbeitsbuch+eBook.

Der „Klassiker“ – das TERRA Schulbuch


M1 Der Schulbuch-Inhalt als „Sicherheitsnetz“ ...

Als den vertrauten und bewährten „Klassiker“ kann man sicherlich das TERRA Schulbuch bezeichnen. Doch was zeichnet dieses Produktformat aus, was macht es noch immer zum Leitmedium des Erdkundeunterrichts? Denn ähnlich wie bewährte Bühnenklassiker wird zwar mitunter etwas spöttisch auf das Schulbuch geblickt, aber unverdrossen kommt es an vielen Schulen weiterhin nahezu jede Stunde zur Aufführung – was sind also die Gründe dieses Erfolges?

Dazu eine zum Teil empirisch gestützte, zum Teil aber auch subjektiv gefärbte Einschätzung zu dem, was das TERRA Schulbuch kennzeichnet, was es ausmacht. Zunächst vorweg zum Grundsätzlichen: TERRA wird als Lern- und Arbeitsbuch bezeichnet und auch so verstanden – es ist also ein Buch, mit dem sowohl gelernt als auch gearbeitet werden soll. In dieser Form ist das Buch ein bewährtes, vertrautes und auch erprobtes Medium des Erdkundeunterrichts, bei dem sich die Nutzer aufgehoben fühlen und das sie kennen. Als geprüftes und begutachtetes Schulbuch gibt TERRA den roten Faden passend zum Kernlehrplan vor – damit ist gewährleistet, dass alles, was vorkommen muss, auch vorkommt – solange man sich an diesem Geländer entlang bewegt.


... und „Steinbruch“

Unter diesen Grundvoraussetzungen lässt das TERRA Schulbuch dann letztlich zwei unterschiedliche Herangehensweisen zu, ist offen für zwei Nutzungsmöglichkeiten: Einerseits lässt sich das Schulbuch als eine Art „Sicherheitsnetz“ verstehen, mit dem zur Not ganz allein eine Unterrichtsstunde gestaltet werden kann. Andererseits stellt das TERRA Schulbuch auch eine Art „Steinbruch“ dar, aus dem man sich das herausnehmen und einsetzen kann, was gerade passt – und das durch eigene Ideen und Materialien ergänzt werden kann.

Das ist auch deshalb möglich, weil das TERRA Schulbuch kein enges, einheitlich starres methodisches oder didaktisches Konzept vorgibt, sondern eine Vielfalt der Methoden zulässt und anbietet und ein flexibles Vorgehen erlaubt. Und dabei bietet TERRA sowohl inhaltlich als auch methodisch eine Mischung aus Bewährtem und Innovation an.

Beispiele für die Innovationskraft des „Klassikers“

Aus dem neuen TERRA Schulbuch Gymnasium Nordrhein-Westfalen Band 3 für Klasse 9 sollen einige Beispiele für inhaltliche und methodische Innovationen benannt werden:


M2 Prolog zu den Basiskonzepten der Geographie aus TERRA 3

  • Im Rahmen eines „Prologs“ in den Band, der den Stellenwert und die Bedeutung unseres Faches unterstreichen soll, wird in Band 3 insbesondere der Blick auf die spezifischen geographischen Herangehensweisen, die Basiskonzepte der Geographie, gelenkt: das systemische Denken, unterschiedliche Maßstabsebenen und unterschiedliche Raumkonzepte. Begleitet werden die Basiskonzepte vom grundlegenden Nachhaltigkeitsansatz. Im Laufe des Bandes wird dann immer wieder an den entsprechenden Stellen auf diese Basiskonzepte rekurriert.


M3 Methodenseite „Concept Maps“

  • Die Methode, komplexe Zusammenhänge in Form von Concept Maps darzustellen, ist zum einen geeignet, das in den Basiskonzepten angelegte systemische Denken zu stützen und zu ermöglichen. Zum anderen stellen Concept Maps eine sinnvolle Vertiefung zur Anlage eines Wirkungsschemas dar, die als Methode im Vorgängerband 2 eingeführt worden ist.


M4 Gruppenarbeit zur globalisierten Landwirtschaft

  • Das Thema der globalisierten Landwirtschaft ist als Gruppenarbeit angelegt. Einleitend wird die Leitlinie der Nachhaltigkeit eingeführt. Anschließend sollen sich die Schülerinnen und Schüler in Untersuchungsgruppen organisieren (wieder unter Rückgriff auf den Prolog), bevor dann die vier Beispielthemen folgen – dabei unter anderem das Thema „Das westfälische Schwein – eigentlich ein Brasilianer?“.


M5 Mystery über Rosen

  • Die Synthese und Vertiefung zu den Beispielen der globalisierten Landwirtschaft erfolgt mithilfe eines Mysterys als aktivierender und motivierender Methode. Damit wird in der Summe das Thema globalisierte Landwirtschaft durch sowohl inhaltliche als vor allem auch methodische Innovationen und der neuen klaren Leitperspektive Nachhaltigkeit aus seinem gefühlten bisherigen Schattendasein herausgeführt.


... und das Material zum Mystery

Weitere Beispiele für die Innovationskraft lassen sich im gesamten Band finden, sollen hier aber nicht alle aufgelistet werden. Stattdessen soll der Blick noch auf drei konkrete unterrichtliche Umsetzungsbeispiele für den bewährten „Klassiker“ TERRA Schulbuch gelenkt werden.

Der „Klassiker“ – damit lässt sich arbeiten

Das erste Umsetzungsbeispiel für „gängige“ Themen sind die „Indikatoren der Entwicklung“ aus dem Kapitel „Eine Welt – ungleiche Welt?!“. Hierzu könnte die Arbeit mit dem TERRA Schulbuch wie folgt aussehen:


M6 Indikatoren der Entwicklung in TERRA 3

Der Einstieg ins Thema erfolgt mithilfe der Materialien 1 bis 3 sowie der Aufgabe 1a und 1b auf Seite 16: Die Schülerinnen und Schüler werden dort abgeholt, wo sie sich befinden – die eigene Lebenswirklichkeit bildet den Ausgangspunkt für eine erste Annäherung an das Thema ungleicher  Entwicklungsstände. Im Anschluss erfolgt die Erarbeitung der Grundlagen für die nachfolgende Beschäftigung mit dem Thema mithilfe der Materialien 4 und 5 sowie der ersten drei Textabschnitte auf Seite 17 sowie der Aufgabe 1c. Nach dieser inhaltlichen Annäherung und Klärung stehen die Klärung des methodischen Vorgehens und der Aufgabenstellung auf dem Programm: Dafür schlägt das TERRA Schulbuch ein Gruppenpuzzle vor; die letzten beiden Textabschnitte sowie die Aufgaben auf Seite 17 liefern alle hierzu benötigten Informationen.


M7 Orientierungsseite zur Messung des Entwicklungsstandes

In der zweiten Stunde könnten die Expertengruppen zu den vier Indikatoren die entsprechenden Seiten im TERRA Schulbuch bearbeiten (Seite 18-25), bevor in der dritten Stunde die Arbeit in den Stammgruppen stattfinden kann. Die vierte Stunde wäre für die Zusammenführung der Ergebnisse im Plenum vorgesehen. Den Abschluss würde die fünfte Stunde mit der Untersuchung von differenzierten Indikatoren zur Messung des Entwicklungsstandes (HDI und HPI) bilden (Seite 26/27).


M8 Das Modell des demografischen Übergangs in TERRA 3

Das zweite Umsetzungsbeispiel für „gängige“ Themen soll „Das Modell des demografischen Übergangs“ sein, bei dem die Arbeit mit dem TERRA Schulbuch eine eher klassisch angelegte sein könnte (ohne Gruppenpuzzle oder Ähnlichem):

Den Einstieg in das Thema liefern die beiden Fotos auf Seite 50 mit der kontrastierenden Ansicht zweier walisischer Familien im Abstand von etwa 100 Jahren – gemeinsam mit dem Titel und dem kurzen Einstiegstext unter dem Titel. Letzterer findet sich immer wieder auf den Seiten im TERRA Schulbuch, er soll Fragen aufwerfen und Neugier wecken. Nach diesem Einstieg kann im zweiten Schritt zunächst der Modellbegriff anhand des Materials 2 sowie des ersten Textabschnitts auf Seite 50 erarbeitet werden. Im Anschluss erfolgt der Kern, nämlich die Erarbeitung des Modells des demografischen Übergangs mithilfe der Materialien 4 und 5, der Aufgaben 1 und 2 sowie des zweiten Textabschnitts. Den Anschluss daran bildet die Anwendung, der Transfer des Modells mithilfe des Materials 3 und der Aufgaben 3 und 4. Dies erfolgt unter Rückgriff auf die Methode des lebendigen Diagramms, die hier mit Material 3 und zugehöriger Aufgabe 3 umgesetzt wird. Zur weiteren Anwendung und Modellkritik dient Aufgabe 5, während mithilfe der Aufgabe 6 und des letzten Textabschnitts der Ausblick zur weiteren Modellentwicklung erarbeitet werden kann.


M9 Wähle aus: „Ein Büro für die Welt“ ...

Das letzte Umsetzungsbeispiel soll zeigen, wie zum einen alltagsnah und konkret die Annäherung an ein mitunter eher abstraktes Thema wie „Globalisierung“ erfolgen kann. Gleichzeitig  ermöglicht das TERRA Schulbuch ohne großen Aufwand eine Form der Differenzierung im Unterricht: die Differenzierung nach Interesse.


... oder „Eine Hose für die Welt“

Nachdem zuvor auf einer ersten Doppelseite wesentliche Grundlagen der Globalisierung geklärt worden sind, können die Schülerinnen und Schüler sich auf den Seiten 120-123 dafür entscheiden, ob sie sich dem Thema eher mit Blick auf die globale Vernetzung in den Dienstleistungen nähern wollen („Ein Büro für die Welt“) oder ob sie die globale Arbeitsteilung bei der Produktion einer Jeans untersuchen möchten („Eine Hose für die Welt“). Bei beiden Varianten sollen die Schülerinnen und Schüler in Partner- oder Gruppenarbeit vorgehen und am Ende ein Lernplakat erstellen, um die Erkenntnisse auch für die jeweils anderen Gruppen aufzubereiten. Bei beiden Themen erfolgt ein stark materialorientiertes Arbeiten.


Im Kontext:
Mit TERRA zeitgemäß Erdkunde unterrichten, Teil 2



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