Praxis fit

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Kommunikation

Gutes Unterrichtsgepräch - aber wie?

Das Klassengespräch ist trotz aller methodischen Entwicklungen die zentrale Form der Unterrichtsgestaltung.

Vereinbaren Sie mit Ihren Schülern einsichtige Gesprächsregeln
Werden solche Regeln gemeinsam erarbeitet und wird auf die Einhaltung der Regeln bestanden, so fördert das die kommunikative Kompetenz der Schüler. Hängen Sie die Regeln gut sichtbar an die Klassenwand und verweisen Sie im Bedarfsfall darauf!

Sorgen Sie bei längeren Gesprächen für geeignete Sitzordnung
Wenn Sie ein Unterrichtselement geplant haben, dass gegenseitiges Sehen benötigt, lassen Sie die Schüler die Tische im Kreis oder in Hufeisenform stellen.

Versuchen Sie grundsätzlich, Ihren Redeanteil zugunsten größerer Sprechanteile der Schüler zu verringern
Beobachten Sie sich: Wie oft stellen Sie enge Fragen? Merken Sie, dass Sie Ihre Schüler zu sehr dirigieren auf Kosten von Kreativität und Selbstständigkeit?

Lernen Sie zu schweigen und abzuwarten
Lehrern fällt es oft schwer, länger als zehn oder fünfzehn Sekunden zu warten, bis eine Antwort kommt. Bleiben Sie stur und warten, bis sich mehr Schüler melden.

Zeit lassen für Beantwortung
Viele Schüler benötigen Bedenkzeit, um auf Fragen zu antworten. Rufen Sie deshalb nicht erleichtert den Ersten auf, der sich meldet, sondern warten Sie, bis bis zu zehn Meldungen zu sehen sind. Sie können auch kommunizieren, dass Sie den Schülern Bedenkzeit geben.

Sammeln Sie zuerst die Antworten der Schüler
Nehmen Sie nicht gleich zur ersten Antwort Stellung. Das schreckt andere ab, sie ziehen ihre Meldung zurück, obwohl sie auch hätten erklären können, was der Lehrer vorweg genommen hat. Sammeln Sie die Antworten und fassen Sie sie dann zusammen.

Geben Sie Fragen von Schülern an die Klasse weiter
Automatisch richten Schüler Fragen an den Lehrer, obwohl andere Schüler die Antwort möglicherweise selbst wissen. Fragen Sie deshalb die Klasse oder fordern Sie die Fragenden auf, ihre Frage an die Klasse zu wiederholen.

Lassen Sie die Schüler sich selbst aufrufen
Nehmen Sie sich als Moderator zurück und lassen Sie die Klasse sich selber führen. In höheren Klassen können Sie die Gesprächsleitung an einen Schüler übergeben. In unteren Klassen können sich die Schüler einfach selbst aufrufen. Die Konzentration dabei ist um einiges höher.

Schulen Sie Ihre Fähigkeit zuzuhören
Achten Sie nicht nur auf das Gesagte, sondern versuchen Sie auch, dem vermeintlich Gemeinten auf die Spur zu kommen. Hören Sie zu und fassen Sie das Gesagte zusammen: "Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann meinst Du, dass...?"

Achten Sie auf Ihre Sprache
Ihre Schüler können Ihr Sprachmodell nachahmen, achten Sie deshalb gut auf Ihre eigene Sprache!
Sprechen Sie in ganzen Sätzen.
Versuchen Sie, "Äähs" und "Mmmhs" weitestgehend zu reduzieren.
Verzichten Sie auf zu starken Dialekt.
Übernehmen Sie nicht aus falsch verstandener Nähe den Slang Ihrer Schüler.

Fördern Sie die Methodenkompetenz Ihrer Schüler
Es gibt zahlreiche Methoden, Selbstständigkeit und Kreativität der Schüler zu fördern. Dennoch herrscht meist die rezeptive Wissensvermittlung vor. Versuchen Sie so viel wie möglich Methoden zu praktizieren, anhand derer Schüler selbstbestimmt lernen können.

Achten Sie auf Konzentration und Aufmerksamkeit Wenn Sie merken, dass Schüler sich nicht mehr konzentrieren können, bauen Sie kurze Pausen ein. Singen Sie gemeinsam ein Lied, lassen Sie die Fenster öffnen oder fragen Sie direkt nach dem Grund. Vielleicht sind ja Ihre Fragen zu schwer oder es geht zu schnell voran oder die Klasse schreibt nach der Stunde eine Arbeit?


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