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Der Digitale Unterrichtsassistent für die gymnasiale Oberstufe – am Beispiel TERRA Themenband Deutschland und Europa


Informationen und praktische Hinweise zur Handhabung und zu den Einsatzmöglichkeiten des Digitalen Unterrichtsassistenten TERRA Deutschland in Europa für die Sekundarstufe II (ISBN 978-3-12-104124-4).

Was ist der Digitale Unterrichtsassistent?

Der Digitale Unterrichtsassistent beinhaltet zuerst einmal das komplette Schülerbuch in digitaler Form. Darüber hinaus enthält er jedoch, und das macht ihn erst zum Unterrichts-„Assistenten“, wichtige und für die tägliche Lehrerarbeit nützliche Ergänzungen bzw. Anwendungen:

  • den kompletten Lehrerband mit z.B. Strukturierungshilfen für einen planvollen Unterricht, Aufgabenlösungen, Arbeitsblättern sowie Klausuren in editierbarer Form; man hat also auf dem Bildschirm einen unmittelbaren, gleichzeitigen Zugriff auf Schüler- und Lehrerband
  • alle „transportablen“ Materialien für Schülerinnen und Schüler, die hinter den Online-Codes des Schulbuches liegen; sie dienen sowohl der Übung und Sicherung als auch der Überprüfung (Lückentexte, Multiple Choice-Aufgaben etc.) bzw. vor allem der Materialrecherche und sind so auch offline verfügbar
  • Tools, also Werkzeuge, die die Unterrichtsvorbereitung erleichtern, aber auch den Einsatz im Unterricht ermöglichen.

Im Folgenden sollen diese Tools im Mittelpunkt stehen. Dabei werden einerseits Informationen zur Handhabung des jeweiligen Werkzeugs gegeben. Andererseits kann man durch eine entsprechende Verlinkung (siehe Material 1) diese Handhabungen selbst anwenden, und zwar hier beispielhaft an dem TERRA Themenband „Deutschland in Europa“, der 2013 erschienen ist.

Die charakteristische Struktur des Digitalen Unterrichtsassistenten

Im Mittelpunkt des Digitalen Unterrichtsassistenten steht, wie gesagt, das Schülerbuch zum Blättern. Rechts davon befinden sich erste einfache Werkzeuge zur Navigation: die Pfeile zum Umschlagen der Seiten; ein Haus-Symbol für das Zurückgehen zum Inhaltsverzeichnis, um den jeweiligen Unterrichtsstand einzuordnen bzw. um zu sehen, welche Inhalte in welchem Umfang noch folgen; ein Button, mit dem eine Seitenübersicht des gesamten Buches erstellt wird; und schließlich ein Schieber zum Zoomen, um einzelne Seitenteile näher zu holen und zu vergrößern. Die übrigen Inhalte und Werkzeuge befinden sich links vom Schülerbuch. Das sind zum einen die Inhalte des Lehrerbandes, in diesem Beispiel die Didaktischen Strukturen jedes Großkapitels, Strukturierungshilfen, Zusatzmaterialien, Aufgabenlösungen etc., zum anderen die Werkzeuge für das konkrete Arbeiten im digitalen Buch zur Unterrichtsvorbereitung bzw. zum Einsatz im Unterricht.

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In der in Material 1 abgebildeten Doppelseite erkennt man bereits Möglichkeiten, wie der Digitale Unterrichtsassistent die Unterrichtsvorbereitung und -durchführung erleichtert und stützt. Durch das Öffnen der Demoversion können die folgenden konkreten Beispiele selbst aktiv umgesetzt werden, um  sich so mit dem Digitalen Unterrichtsassistenten und seinen Einsatzmöglichkeiten vertraut zu machen.

Für die Nutzung des Digitalen Unterrichtsassistenten im Unterricht ist selbstverständlich die entsprechende Hardware erforderlich, also Notebook und Beamer bzw. Whiteboard.

Vorbereitung des Unterrichts mit dem Digitalen Unterrichtsassistenten

  •  1. „Didaktische Struktur“ und „Strukturierungshilfe“

    Klickt man die erste Rubrik an, also „Didaktische Struktur“, so erhält man eine grafische Einordnung des hier ausgewählten Teilkapitels 3.1 in das Gesamtkapitel „Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert“. Hinter dem zweiten Begriff liegt eine Strukturierungshilfe für dieses Teilkapitel 3.1. In diesem Fall ist sie kurz, da es sich nur über eine Doppelseite erstreckt. Die Strukturierungshilfen enthalten z.T. auch methodisch-didaktische Hinweise, beispielsweise zu Unterrichtseinstiegen oder zu inhaltlichen Vertiefungen (siehe z.B. Kapitel 4.5, Seite 43-45).

  • 2. „Lösungshinweise“

    Dieser Bereich ist sicher von besonderem Interesse, da hier ohne die Notwendigkeit eines zweiten Buches, des Lehrerbandes, Musterlösungen unmittelbar bei jeder Aufgabe abrufbar sind. Das ist vor allem dort auch eine Frage der Zeitökonomie, wo es um komplexere, umfangreichere Aufgabenstellungen geht, wie hier (S. 27) bei der Aufgabe 6 zur Ville Nouvelle Cergy-Pontoise. Ein Klick auf den Begriff „Lösungshinweise“ lässt das dazugehörige Symbol bei den Aufgaben erscheinen [hier Symbol einfügen]; die Aufgabenlösungen werden dann durch einen weiteren Klick auf das Symbol aufgerufen. Die Möglichkeit, die Lösungen zu speichern, besteht ebenfalls – wie bei den meisten anderen Funktionen auch.

  • 3. Die Tools „Notizen“, hier besonders der „Notizzettel“

    Nach dem Einschalten dieser Tools bietet sich für die Unterrichtsvorbereitung vor allem das Werkzeug „Notizzettel“ an (zweite Spalte, Mitte). Aktiviert man diesen „Zettel“ durch Anklicken, erscheint er als Arbeitsfläche und man kann ihn auf der Doppelseite an die passende Stelle platzieren. Hier sind Notizen möglich für die Unterrichtsdurchführung. Ein Beispiel könnte die Zuweisung eines Referats an bestimmte Schülerinnen oder Schüler sein, dessen Titel man sich, evtl. schon einschließlich Schülernamen, notiert [„Erarbeiten Sie die charakteristischen Merkmale einer englischen New Town unter dem Aspekt ‚funktionelle Stadt‘“, siehe Material 1]. Ein anderes Beispiel wäre die Vergabe einer Internetrecherche zum Untersuchungsraum in den Materialien 6 und 7 [„Recherchieren Sie aktuelle Tendenzen in der Bremer Neuen Vahr“]. Außerdem besteht die Möglichkeit, in den Notizzettel einen Link einzufügen (Hyperlink), unter dem man den Schülerinnen und Schülern beispielsweise ergänzende Inhalte oder Visualisierungen zeigen kann.

  • 4. „Darstellung“

    Von besonderem Interesse ist hier der Button „Fokus“ unten links, wenn auch eher für den Unterricht selbst (siehe „Der Einsatz des DUA im Unterricht“). In der Vorbereitung dient er dazu, bereits Materialien auszuwählen, die man im Unterricht isoliert betrachten möchte bzw. an denen man Schüler und Schülerinnen unter ganz bestimmten Aufgaben oder Aspekten arbeiten lassen möchte (konkret in „Der Einsatz des Digitalen Unterrichtsassistenten im Unterricht“, Punkt 3).

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    2) Auswahl eines Materials durch den Button „Fokus“

  • 5. Online-Codes im Schülerbuch (am rechten oberen Seitenrand)

    Die Online-Codes sind direkt verlinkt, sodass die Materialien direkt aufgerufen werden können, sofern eine Verbindung mit dem Internet besteht. Für den anderen Fall, der ja häufig in der Schule selbst, also auch im Unterricht, besteht, sind alle „transportablen“ Inhalte auf dem Digitalen Unterrichtsassistenten hinterlegt. In diesem Fall sind Symbole vorhanden (wie auf Seite 27), dann handelt es sich zumeist um PDF mit klassischen geographischen Arbeitsmaterialien bis hin zu interaktiven Karten [hier linkes Symbol einfügen] oder auch Animationen [hier rechtes Symbol einfügen]. In der Vorbereitung lohnt sich das Aufrufen dieser Zusatzmaterialien, um zu entscheiden, ob man sie zur Erweiterung bzw. Vertiefung des Seiten-Themas nutzt oder sie für das selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler einsetzt oder sie – z.B. aus Zeitgründen – eventuell auch unberücksichtigt lässt.

Der Einsatz des Digitalen Unterrichtsassistenten im Unterricht

  • 1. „Kopiervorlagen“

    Die im Beispiel „Deutschland in Europa“ folgende Doppelseite 28/29 enthält den Begriff „Kopiervorlagen“ in hervorgehobener Schriftfarbe, das heißt, dass hier zum Seiten-Thema „Suburbanisierung“ solche Vorlagen vorhanden sind. Sie sind kostenlos vervielfältigbar und können z.B. als weitere Hausaufgaben oder auch für eine vertiefende Partner- oder Gruppenarbeit eingesetzt werden.

  • 2. Die Tools „Notizen“, hier besonders „Stift“ und „Marker“

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    3) Bearbeitung eines Materials vor der Lerngruppe

    Auch hier muss man die Tools zuerst durch Einschalten aktivieren. Besonders die in der Überschrift genannten bieten dann im Unterricht die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler an der Tafel Materialien bearbeiten zu lassen, sodass die übrige Lerngruppe dies mitverfolgen und eventuell reflektieren und beurteilen kann. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:
    Man macht immer wieder die Erfahrung, dass sich Schülerinnen und Schüler trotz der Übungen in zahlreichen Fächern schwer tun, Texte unter einem bestimmten Aspekt zu bearbeiten, also z.B. eine Thesenbildung zu erkennen, Schlüsselwörter herauszufiltern, inhaltliche Abschnitte zu setzen etc. Man kann nun eine Schülerin oder einen Schüler an die Tafel bitten mit dem Auftrag, den Text 5 (Seite 26) zur Charta von Athen so zu bearbeiten, dass seine wichtigsten Aussagen deutlich werden. Mithilfe des „Stiftes“ oder „Markers“ wird dieser Auftrag ausgeführt, während die übrigen Mitglieder der Lerngruppe dem folgen und am Ende kritisch-wertend Stellung nehmen können. In der Oberstufe ist das darüber hinaus eine sinnvolle Vorbereitung auf Klausuren, die sich selbstverständlich auch bei allen anderen Materialien anbietet (Karten, Diagramme, Tabellen, Bilder/Fotos).

  • 3. „Darstellung“, ergänzt durch das Werkzeug „Stift“

    In Anknüpfung an Punkt 4 der „Vorbereitung des Unterrichts mit dem DUA“ ist hier besonders der Button „Fokus“ für den Einsatz im Unterricht geeignet. Im vorliegenden Beispiel wäre seine Nutzung für den Einstieg in die Unterrichtssequenz „Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert“ gut denkbar:
    Besonders geeignet erscheint eine Beschreibung des Fotos auf der Auftaktseite 24. Entsprechend ist auch die erste Aufgabe in diesem Kapitel des Schülerbuchs formuliert: „Beschreiben Sie das Schrägluftbild 1“. Lässt man dies anhand des aufgeschlagenen Bandes durchführen, so kann man selbstverständlich zu guten Ergebnissen gelangen. Es entstehen aber dennoch zwei Nachteile. Erstens gibt die Bildüberschrift schon Inhaltliches  vor („Großwohnsiedlung“), zweitens wird der Blick der Schülerinnen und Schüler auch schon andere Seitenelemente (Überschriften, Abbildungen, Texte) erfassen und aufnehmen, die dann die Beschreibung mit steuern. Will man statt dessen eine ‚unbelastete‘ Beschreibung, so kann man zuerst mit dem Zoombalken das Bild vergrößern und es dann durch den Button „Fokus“ so zuschneiden, dass nur noch das Foto sichtbar ist. Es bietet auf diese Weise die Möglichkeit, dass die Schülerinnen und Schüler sich ausschließlich über ihre Beschreibung den problematisierenden Aspekten und Fragestellungen annähern, die man notieren und als ‚Roten Faden‘ für das Kapitel nutzen kann.

    Möglich ist bei der Beschreibung auch ein Einbezug des Tools „Stift“ (unter „Notizen“, oben links). Man könnte einzelne Teilbereiche beim Vortrag mit dem Stift (Farbwahl: rot, Linienstärke: dick) umranden, sodass die Siedlung in physiognomisch charakteristische Teilräume gegliedert wird.

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    4) Einsatz des Buttons "Fokus" im Unterricht

Fazit

Man muss nicht bereits tief in das digitale Zeitalter eingetaucht sein, um mit dem Digitalen Unterrichtsassistenten zu arbeiten, wie die ausgewählten Beispiele gezeigt haben. Seine Handhabung ist einfach, und die Einsatzmöglichkeiten sowohl in der Unterrichtsvorbereitung als auch im Unterricht selbst erleichtern und bereichern die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer und bieten den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, die über das Lehrbuch hinausgehen. Selbstverständlich stellt der Digitale Unterrichtsassistent in seiner heutigen Form einen Anfang der digitalen Begleitung des Schülerbuchs dar. Die Inhalte einzelner Kategorien werden beständig weiter gefüllt, und neue Kategorien und Werkzeuge werden hinzukommen. Dennoch ist er auch jetzt schon sehr viel mehr als ein „Spielzeug“, indem er den Unterricht didaktisch-methodisch aktualisiert und modernisiert.



Quellenangaben:
Autor: Arno Kreus, Aachen


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