Drei schnelle Fragen an Diana Knodel
Liebe Frau Knodel,
Sie stehen mit Ihren Unternehmen für die frühe Auseinandersetzung mit Themen der Informatik, Medienbildung und KI. In einer Ihrer Biografien steht: „Kinder sollen digitale Produkte nicht nur nutzen, sondern auch verstehen, wie diese entstehen.“ Das unterstützen wir absolut und freuen uns, Ihnen drei schnelle Fragen stellen zu können.
1. Sie sind Informatikerin, erfolgreiche Gründerin und Vorbild für viele junge Menschen. Was treibt Sie an?
Ich selbst bin erst während meines Studiums auf die Informatik gestoßen und habe schnell gemerkt, wie faszinierend und vielfältig dieses Feld ist. Wer programmieren kann, hat die Möglichkeit, eigene, kreative digitale Produkte zu entwickeln. Diese Begeisterung wollte ich bereits jüngeren Kindern und vor allem auch Mädchen vermitteln. Nicht alle müssen später in die Informatik gehen, aber ein grundlegendes Verständnis von Informatik und Programmierung ist in vielen Berufen und Lebensbereichen sehr hilfreich.
2. Gab es ein Schlüsselereignis, das zu Ihrem Wunsch geführt hat, Kinder an das Verstehen von informatischen Inhalten, digitalen Medien und Produkte heranzuführen?
Als ich während meiner Elternzeit im Frühjahr 2013 in San Francisco den App Inventor kennengelernt habe, dachte ich mir: Das ist ein großartiges Werkzeug, um schnell eigene Apps zu entwickeln und gleichzeitig grundlegende Konzepte der Programmierung und Informatik zu erlernen. Das Ganze geschieht spielerisch, mit einer grafischen Programmieroberfläche, bei der man mit Blöcken arbeitet. Dabei lernt man trotzdem sehr viel. Ich wollte das unbedingt mit Schülerinnen ausprobieren und organisierte im Sommer 2013 zusammen mit einer Freundin und meinem Mann Philipp das erste App Summer Camp für damals 12 Schülerinnen. Das kam super an, und wir erkannten das große Potenzial, hier noch mehr zu erreichen. So kam es schließlich 2014 zur Gründung unserer gemeinnützigen Organisation App Camps.
3. Welchen Ratschlag/welchen Tipp für den Unterricht möchten Sie unseren Informatik- und Medienbildungs-Lehrkräften gern mit auf den Weg geben?
Ein wertvoller Ratschlag, den ich von einer Informatiklehrerin einer Hamburger Schule erhalten habe, möchte ich gerne teilen: Sie sagte, dass sie zwar selbst noch nicht alle Inhalte beherrscht, aber das gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern lernen wird. Dieser Ansatz, sich als Lehrkraft offen für neue Themen zu zeigen und zusammen mit den Lernenden zu wachsen, ist inspirierend. Es fördert nicht nur das Lernen, sondern auch eine positive Lernumgebung, in der Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, Fragen zu stellen und selbstständig zu denken. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir ständig dazulernen müssen, ist eine solche Haltung und dieses Mindset besonders wichtig.
Kurze Biografie: Dr. Diana Knodel ist Gründerin der EdTech-Unternehmen fobizz und App Camps und hat einen Hintergrund in Informatik und Pädagogischer Psychologie. Sie setzt sich dafür ein, das Lernen im Klassenzimmer zu verbessern und Lehrkräfte bei der digitalen Transformation zu unterstützen.
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