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Drei Fragen an… Dr. Julia Freudenberg und die Hacker School

1. Hack the world a better place – so steht es auf Ihrer Website. Wie können Lehrkräfte durch Informatik und Medienbildung die Welt retten? 

Lehrkräfte haben eine zentrale Rolle dabei, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen – insbesondere auch durch Informatik und Medienbildung. In einer Welt, die zunehmend von Algorithmen, Datenströmen und digitalen Plattformen geprägt ist, vermitteln sie jungen Menschen nicht nur technisches Know-how, sondern auch kritisches Denken und ethische Urteilsfähigkeit. Wenn Schülerinnen und Schüler lernen, nicht nur digitale Werkzeuge zu bedienen, sondern diese auch zu hinterfragen und selbst zu gestalten, entsteht echte Teilhabe. Lehrkräfte, die digitale Bildung als Chance begreifen, befähigen die nächste Generation dazu, technologische Entwicklungen mitzugestalten – im Sinne von Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Freiheit. So wird aus „Hack the world a better place“ quasi ein Bildungsauftrag.

2. Ihr Ziel ist es, dass alle Jugendlichen mindestens einmal programmiert haben sollten, bevor sie sich für einen Beruf entscheiden. Inwiefern fördert das Programmieren die Zukunftskompetenzen der Lernenden? 

Programmieren fördert weit mehr als nur technisches Verständnis – es schult zentrale Zukunftskompetenzen wie Problemlösefähigkeit, kreatives Denken, Kommunikation und Kollaboration. Beim Coden lernen Jugendliche, komplexe Herausforderungen zu analysieren, in Einzelschritte zu zerlegen und systematisch Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig erleben sie, dass Fehler kein Scheitern bedeuten, sondern Teil des Lernprozesses sind – eine Erfahrung, die Resilienz stärkt und im Unterrichtsalltag oft zu kurz kommt. Teamarbeit und der verantwortungsvolle Umgang mit Technologie sind weitere Schlüsselkompetenzen, die beim Programmieren gefördert werden. Wir binden auch das Thema Künstliche Intelligenz ein und zeigen den Jugendlichen einen reflektierten Umgang damit. Wer einmal selbst Software entwickelt hat, versteht digitale Zusammenhänge besser – und kann in unserer zunehmend digitalen Welt souveräner und selbstbestimmter handeln.

3. Welche Impulse oder Empfehlungen haben Sie für Lehrerinnen und Lehrer, die junge Menschen für Informatik und Medienbildung begeistern möchten?

Begeisterung entsteht durch Relevanz, Praxisnähe und echte Erfolgserlebnisse. Lehrkräfte sollten Informatik und Medienbildung nicht nur als technische Unterrichtseinheit, sondern als kreatives Werkzeug zur Weltgestaltung vermitteln. Projekte mit Bezug zur Lebensrealität der Jugendlichen – etwa Apps für den Schulalltag, einfache Spiele oder Webseiten zu eigenen Themen – wecken Neugier und Motivation. Dabei zählt nicht Perfektion, sondern das Erlebnis: „Ich kann etwas erschaffen.“ Offenheit für außerschulische Partner wie die Hacker School oder lokale IT-Initiativen kann zusätzliche Impulse geben. Wichtig ist auch, Mädchen gezielt zu ermutigen und vielfältige Vorbilder zu zeigen – denn digitale Zukunft braucht alle Talente! 

Schüler und Schülerinnen arbeiten in der Schule am Computer

Profil: 

Die Hacker School ist eine gemeinnützige Organisation aus Hamburg, die deutschlandweit Kinder und Jugendliche in Schulen für das Programmieren begeistert. Ehrenamtliche ITlerinnen und ITler aus Unternehmen und Hochschulen begleiten als sogenannte „Inspirer“ einen Vormittag lang eine Klasse in einem Online-Programmierkurs, in dem die Jugendlichen digitale Kompetenzen wie algorithmisches Denken, Teamarbeit und Kreativität erlernen und ihr eigenes Projekt umsetzen.

Bildquellen: 
1. Hacker School / Matthias Oertl (Imagebild Yourschool) 2. Hacker School / Julia Mittelhamm (Bild Dr. Julia Freudenberg) 

Rechtlicher Hinweis: Die Nutzung der Bilder durch den Klett Verlag ist im Rahmen der Berichterstattung über die Hacker School und ihre Arbeit gestattet. Dies gilt sowohl für die Nutzung in einer Online-Berichterstattung als auch für Druckausgaben.