Pressemeldung
[23.06.2015]

Statement zur aktuellen Studie der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission

Die Ergebnisse der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission bestätigen in den untersuchten Schulbüchern der Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde eine ausgewogene und objektive Darstellung Israels.

Die Ergebnisse der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission bestätigen in der zwischen 2011 und 2014 geführten Untersuchung das Bestreben um eine ausgewogene und objektive Darstellung Israels in den untersuchten Schulbüchern der Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde. Allerdings wird auf eine lehrplanbedingte Verengung der Israeldarstellung auf den Nahostkonflikt hingewiesen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Kommission eine stärkere Berücksichtigung des modernen Staats Israel und plädiert für eine weniger auf vordergründige Effekte zielende Auswahl von Bildern, Kartendarstellungen sowie die Vermeidung eines normativen Sprachgebrauchs.

Der Ernst Klett Verlag begrüßt die Empfehlungen der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission und betont sein grundsätzliches Anliegen, Themen multiperspektivisch und diskursiv darzustellen, ohne dabei Bewertungen oder Gewichtungen vorab vorzunehmen. Dieses multiperspektivische Konzept der Schulmaterialien entspricht dem Prinzip der Lehrpläne aller Bundesländer für die Fächer Geschichte, Geografie, Politik und Sozialkunde, das übergreifend im sog. „Beutelsbacher Konsens“ festgeschrieben worden ist.

Maßgabe für die in den Schulbüchern behandelten Themen sind die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer. Dabei ist die Behandlung des Nahostkonfliktes bzw. die Behandlung internationaler Konflikte in den Lehrplänen mit oft unterschiedlichen Wochenstunden festgeschrieben. Das Thema Israel als Demokratie und Rechtsstaat, seine Wirtschaft und Kultur im Unterricht zu behandeln, ist nicht Bestandteil der Lehrpläne. Dem Ernst Klett Verlag ist es ein wichtiges Anliegen, in Texten und Bildern stets die unterschiedlichen Positionen und Sichtweisen umzusetzen. „Oft sind es aber nur wenige Seiten, die für einen so komplexen Themenbereich wie dem Nahostkonflikt zur Verfügung stehen“, erklärt Dr. Ilas Körner-Wellershaus, Verlagsleiter beim Ernst Klett Verlag. „Hier ist sicher besonders auf die sensible Auswahl von Bildelementen zu achten.“

Für eine vertiefende Behandlung weltweit aktueller Entwicklungen, Fragen und Problemfelder bietet der Ernst Klett Verlag ergänzende Themenhefte und aktuelle Begleitmaterialien für unterschiedliche Fächer und Schulformen an.

Erste Befunde der Studie der Deutsch-Israelischen Schulbuchkomission liegen den Redaktionen der Programmbereiche beim Ernst Klett Verlag vor und werden bei der Planung zukünftiger Lehr- und Lernmaterialien entsprechende Berücksichtigung finden.