Pressemeldung
[10.10.2022]

Nicht ausgelernt: Leseförderung in der Schule

Lesen lernen Kinder in der Schule, darum schaut die Öffentlichkeit bei vergleichenden Studien schnell dorthin, wo gezielt darauf eingewirkt werden kann. Aktuelle Erkenntnisse der Leseforschung spiegeln sich in der schulischen Leseförderung wider. Auf der Frankfurter Buchmesse wird dazu ein aktuelles Projekt des Klett Verlages vorgestellt.

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Wie machen wir Kinder zu (kleinen) Lesehelden? Gesprächsrunde zu Lesekompetenz und Leseförderung
19.10.2022 | 14:00 - 14:45 Uhr | Bonnier-Bühne (Halle 3.0 G103)

Wie ist es um die Lesekompetenz deutscher Grundschulkinder bestellt? Welche Defizite und Probleme haben sich durch die Corona-Pandemie verschärft und was haben Schulbuch- und Kinderbuchverlage hier anzubieten?
Podiumsdiskussion mit Michael Schlienz, Geschäftsführer Ernst Klett Verlag und Bärbel Dorweiler, Verlegerin Thienemann-Esslinger Verlag sowie der Pädagogin und stellvertretenden Schulleiterin Theresa Weber. Moderation Katrin Hörnlein, Die Zeit.
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Lesen lernen ist ein komplexer Prozess und gut untersucht. Dennoch weisen Studien seit Jahren auf die im Vergleich schlechten Leseleistungen deutscher Schülerinnen und Schülern hin. Mangelt es also in der Schule an Erkenntnissen oder effektiven Leselernmethoden? „Weder − noch“, meint Ulrike Gergaut, Gruppenleiterin beim Ernst Klett Verlag für den Bereich Deutsch, Sachunterricht und Fremdsprachen. „Leseforschung und Leseförderung entwickeln sich beständig weiter. Unsere Aufgabe besteht darin, das daraus gewonnene lesedidaktische Wissen in praxisorientierte Methoden für alle Lehrkräfte zu übersetzen.“

Der schulischen Leseförderung kommt eine elementare Aufgabe zu. Schule muss alle mitnehmen und die Schere zwischen guten und schwächer Lesenden minimieren. Gergaut ist überzeugt: „Schülerinnen und Schüler benötigen ritualisierte, feste Lesezeiten und Lehrkräfte ein vielfältiges Material- und Methodenangebot, das gleichzeitig motiviert, differenziert und die Lernleistungen dezidiert im Blick behält.“ Neben Unterrichtsmaterialien fokussiert sich der Klett Verlag auf Angebote zur Diagnose, um Leseprobleme schnell identifizieren und fördern zu können, wie zum Beispiel mit dem Potsdamer Lesetest.

Für Gergaut liegt der Erfolg der schulischen Leseförderung in der Vielfalt der Methoden: „In unsere Fibeln und Lesebüchern stecken wir seit je her viel Energie, sie müssen einfach immer gut funktionieren, vom Anfangsunterricht bis zum Übertritt in die weiterführenden Schulen.“ Der Programmbereich Grundschule Deutsch arbeitet hierfür eng mit Lehrkräften und der Fachwissenschaft zusammen, etwa für die erfolgreichen Grundschulreihen Zebra, Niko oder Piri. Geht es darin im Anfangsunterricht noch um die Laut- und Silbenerkennung, folgen unmittelbar Lesetraining, Lesestrategien und Methoden wie das Tandemlesen. Die Freude am Lesen steht dabei ganz oben auf der Anforderungsliste. „Wir gehen da sehr bedürfnisorientiert vor,“ so Gergaut.

Die landläufige Meinung „Lesen lernt man, durch viel Lesen“ gilt immer noch, aber das allein reicht nicht. Gleichzeitig schauen Leseforschung und Lesedidaktik gezielt auf die Lesefähigkeit und die einzelnen Entwicklungsstufen der Kinder. Wie Schulen die in ihrem Unterricht jeweils angehen, hängt weitestgehend von den Lehrkräften ab. Die Frankfurter Grundschullehrerin und Zebra-Autorin Theresa Weber etwa setzt in ihrem Schulalltag einen Schwerpunkt auf die Leseflüssigkeit: „Mir ist es wichtig, Kinder vom mühevollen Dekodieren der Wörter, über das Leseflüssigkeitstraining, hin zum Leseverstehen zu führen. Lehrkräfte gehen das jeweils unterschiedlich an, am Ende geht es aber immer darum, das Leseverstehen zu fördern. Weber ergänzt: „Das Lautlesetandem etwa bedarf einer guten Einführung, einer kontinuierlichen Begleitung und stetigen Reflexion. Diese Methode braucht also tatsächlich Zeit, ist dann aber sehr gewinnbringend.“

Bei aller Methodik gehört zum Lesen auch das Vergnügen

„Schöne Illustrationen sind wichtig, dazu kommen gute Geschichten aus der Kinderliteratur und auch spielerische, teils digitalbasierte Ansätze zur Leseanimation, “ meint Redakteurin Gergaut. So startete der Verlag erst kürzlich mit Unterrichtsmaterialien zu bekannten Kindergeschichten wie dem Räuber Hotzenplotz, die in Kooperation mit dem Thienemann Verlag entstanden sind. Auch Leselernspiele über die Lernplattform QuizAcademy oder das Üben des Grundwortschatzes über eine Verknüpfung von haptischen und digitalen Materialien über die Plattform Osmo sind Teil des Leseförderangebotes.

Die systematische Leseförderung entwickelt sich immer weiter, allerdings benötigt sie Zeit und Raum. Dabei unterstützt der Klett Verlag die Lehrerinnen und Lehrer mit einem vielseitigen Angebot, um der Leseförderung in sämtlichen textbasierten Fächern mehr Raum zu geben. Gergaut betont: Es gibt erfolgreiche Methoden. Die Fördermöglichkeiten und -angebote für bessere Leseleistungen sind da. Für sie persönlich gilt: „Die Freude der Kinder zu sehen, die ihre Texte zum Beispiel über das Tandemlesen erfolgreich erlesen oder gelesen haben, ist überwältigend. Das zu erleben, ist eine große Motivation!“